23.06.2018, Russland, Sotschi: Fußball: WM, Deutschland - Schweden, Vorrunde, Gruppe F, 2. Spieltag im Sotschi-Stadion: Diskussion nach dem Spiel zwischen Offiziellen mit schwedischen Betreuern und Spielern. Foto: Christian Charisius/dpa | Verwendung weltweit

Wegen Jubel gegen Schweden: FIFA ermittelt gegen DFB-Team

via Sky Sport Austria

Die Schweden haben nach dem bitteren 1:2 im zweiten Gruppenspiel der WM in Russland verärgert auf den Jubel der deutschen Weltmeister reagiert. Das DFB-Team hat sich persönlich für die etwas zu emotionalen Reaktionen bei den Tre Kronors entschuldigt. Nun ermittelt auch die FIFA gegen zwei DFB-Verantwortliche.

Der Weltverband FIFA hat am Sonntag Ermittlungen gegen Uli Voigt (Medienkoordinator Bewegtbild) und Georg Behlau (Leiter Büro Nationalmannschaft) eingeleitet. Beide hatten sich nach dem Schlusspfiff nicht angemessen verhalten.

Die Szene, die den Ärgers der Schweden auslöst: DFB-Organisationschef Georg Behlau zeigt die Faust in Richtung der gegnerischen Bank. Die Skandinavier fühlen sich durch den übertriebenen Jubel provoziert. Foto: dpa

“Das darf mir natürlich nicht passieren. Es ist Fußball, es kam aus der Emotion heraus. Trotzdem darf mir das nicht passieren. Ich bin deshalb nach der Pressekonferenz mit Ralf Köttger zur schwedischen Kabine, habe mich beim schwedischen Trainer und der Mannschaft für das Klatschen und das zur Bank rennen entschuldigt. Ich bin froh, dass die Schweden die Entschuldigung auch gleich angenommen haben”, schildert DFB-Medienkoordinator Uli Voigt die Ereignisse nach dem Spiel.

“Das war Mangel an Respekt, ein ekelhaftes Verhalten!”, schimpfte Leipzigs Mittelfeldstar Emil Forsberg zuvor beim Fernsehsender TV4. Trainer Janne Andersson sagte: “Da haben sich einige in einer Art und Weise verhalten, die nicht korrekt war. Man muss den Gegner auch in Ruhe trauern lassen können.”

Bierhoff: “Emotionen sind übergeschwappt”

Nach dem Schlusspfiff, kurz nach Toni Kroos’ Freistoßtreffer in der Nachspielzeit (90.+5), hätten die Deutschen zu ausgelassen gefeiert, “indem sie in unsere Richtung liefen und Gesten machten”, sagte Andersson: “Wir haben 90 Minuten gekämpft, wenn dann der Schlusspfiff ertönt, schüttelt man sich die Hand und verhält sich nicht so.” Bei TV4 ergänzte er deutlich schärfer: “Man sollte den Gegner, mit dem man 95 Minuten gefightet hat, nicht so verhöhnen. Das ist echt schwach.”

Auf Bildern ist zu erkennen, dass DFB-Organisationschef Georg Behlau mit geballter Faust an der Seitenlinie in Richtung der schwedischen Bank jubelte. Das war vermutlich der Auslöser für den Ärger der Skandinavier. Ein schwedischer Offizieller und Trainer Andersson waren daraufhin aufgebracht in Behlaus Richtung gestürmt.

DFB-Manager Oliver Bierhoff gab zu: “Die Gefühle und Emotionen sind ein bisschen übergeschwappt.” Allerdings ärgerte sich Bierhoff auch über den Gegner: “Ich hatte Diskussionen mit den Schweden. So ein destruktives Spiel und Zeitspiel sollte nicht belohnt werden”, sagte er in der ARD.

DFB entschuldigt sich

Später entschuldigte sich der DFB noch bei den Skandinaviern via Twitter: “Es war ein emotionales Spiel. Am Ende war die eine oder andere Reaktion oder Geste unseres Betreuerstabes in Richtung der schwedischen Bank zu emotional. Das entspricht nicht unserer Art. Dafür haben wir uns beim schwedischen Trainer & seinem Team entschuldigt. Ursäkta!” (sid)

Beitragsbild: dpa