Weiter auf Clubsuche: ÖFB-Team bis Jahresende ohne Alaba?

Österreichs Fußball-Nationalteam muss in der Nations League ohne seine gewohnten Führungsspieler auskommen. Nach dem Rücktritt von Marko Arnautovic und der ÖFB-Pause von Marcel Sabitzer verzichtet Teamchef Ralf Rangnick zum Auftakt auch auf David Alaba. Der Kapitän befindet sich noch auf Clubsuche. „Es macht mehr Sinn, dass er weiter an der eigenen Fitness arbeitet“, meinte Rangnick in Absprache mit dem 34-Jährigen. Vielleicht werde Alaba auch den November-Lehrgang auslassen.

Er hoffe darauf, dass Alaba nach seinem Vertragsende bei Real Madrid bald einen Verein finde, betonte Rangnick. „Weil eines ist auch klar: Mit jeder Woche, die er nicht spielt, mit jedem Monat, wird es nachher wieder länger dauern, bis er wirklich drin ist.“ Sein bisher letztes Match bestritt Alaba im EM-Sechzehntelfinale Anfang Juli gegen Spanien (0:3). Am Tag davor hatte er sein bisher letztes Mannschaftstraining absolviert. Ein neues Engagement kam seither nicht zustande.

Enscheidung um Alaba am Samstag gefallen

Zuletzt habe er alle zwei Wochen mit seinem Kapitän telefoniert, schilderte Rangnick am Montag in einer ÖFB-Pressekonferenz in Wien. Die Entscheidung sei am Samstag gefallen. „Wir haben gemeinsam diskutiert, ob es nicht trotzdem Sinn macht, ihn dazuzunehmen. Mein Bauchgefühl hat dann aber gesagt, es macht weniger Sinn.“ Nicht zuletzt, weil sich der 117-fache Internationale bei einer Trainingseinheit, bei der es „scheppert“, wie es neuerdings im ÖFB-Team wieder stärker gefordert ist, eine neue Verletzung hätte zuziehen können.

Möglicherweise werde Alaba nicht nur die vier Länderspiele Ende September bzw. Anfang Oktober, sondern auch die zwei im November – und damit die gesamte Gruppenphase der Nations League – „außen vor lassen“, wie es Rangnick formulierte. „Dann werden wir die Situation neu bewerten, wenn es um die EM-Quali geht. Das hängt dann ein Stück weit davon ab, wie oft, wie regelmäßig, wann und wo er spielt.“

Neue Spieler im Rampenlicht

Auch Sabitzer hat eine Rückkehr für die Quali für die EM 2028 in Großbritannien und Irland nicht ausgeschlossen. „Dass er ein riesengroßer Verlust ist, genau wie ein matchfitter David Alaba, ist klar“, sagte Rangnick. Sabitzer habe sich bei der WM in absoluter Topform präsentiert. „Für uns war er sicherlich der herausragende Einzelspieler“, meinte der Teamchef. Er habe aber selbst zwei Söhne und daher Verständnis für dessen familiäre Situation. Sabitzers Frau und Tochter leben in Wien, der 32-Jährige ist Woche für Woche für Borussia Dortmund im Einsatz.

„Er fehlt uns zwar, gleichzeitig ist es aber eine Chance für diejenigen, die noch nicht dabei waren oder noch nicht so viel gespielt haben“, erklärte Rangnick vor dem Nations-League-Start am Donnerstag in einer Woche (24. September, 20.45 Uhr) in Linz gegen Israel. Alaba, Arnautovic und Sabitzer seien die etatmäßigen Kapitäne. Wenn das Trio verhindert war, trug zuletzt stets Bayern Münchens Konrad Laimer die Schleife. „Es muss sich auch da etwas entwickeln“, sagte Rangnick zur Führungsstruktur im Team.

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