Wieder in drei Sätzen: Zverev im US-Open-Finale
Nur noch ein Schritt bis zum zweiten Grand-Slam-Titel: Alexander Zverev ist mit einer abgeklärten Vorstellung ins Finale der US Open (live auf Sky – streame mit Sky X!) eingezogen und hat die Krönung seines bärenstarken Tennisjahres vor Augen. In der Neuauflage des Olympia-Finals von 2021 besiegte der amtierende French-Open-Sieger den Russen Karen Khachanov mit 6:3, 7:6 (9:7), 7:6 (8:6).
Auf den Deutschen wartet nun als letzte Hürde im Endspiel am Sonntag ein Lokalmatador, entweder Ben Shelton oder Frances Tiafoe – gegen beide weist der Tokio-Olympiasieger überragende Erfolgsbilanzen auf, allerdings wird er auch gegen die US-Fans anspielen müssen.
Auf den Tag 25 Jahre nach den erschütternden Terroranschlägen auf die USA standen die Halbfinals im Zeichen von 9/11. Das Datum war auf den Hardcourt im Arthur Ashe Stadium geprägt, Zuschauer weinten bei der Nationalhymne. Dann gehörte der Court in New York den Protagonisten, die sich seit der Juniorenzeit kennen. Khachanov, nur als Nummer 50 der Welt ins Turnier gestartet, sei ein „harter Arbeiter“, so Zverev: „Wir nennen ihn den Professor, er weiß alles über Tennis, ich habe riesigen Respekt vor ihm.“
Zverev aber hatte den 30-Jährigen auch bestens studiert. Sein starker Aufschlag, seine Physis und Ruhe bereiteten ihm vor den Augen der Hollywood-Stars Matthew McConaughey und Woody Harrelson sowie des brasilianischen Fußballidols Ronaldo den Weg in sein drittes Grand-Slam-Finale 2026.
Im vierten Match in Folge blieb Zverev zudem ohne Satzverlust, auch wenn der frühere Top-20-Spieler Khachanov zeitweise ebenbürtig agierte und beide im zweiten Durchgang teils mitreißende Ballwechsel zeigten.
Erstmals im Turnierverlauf war Zverev nicht nach Einbruch der Dunkelheit gefordert, sondern bereits am Nachmittag. Die ungewohnt frühe Ansetzung spiele ihm „nicht in die Karten“, der Weltranglistenzweite äußerte aber auch Verständnis für die Organisatoren: Im späteren Halbfinale treffen in Shelton und Tiafoe zwei Lokalmatadoren aufeinander – zur Primetime in den Staaten. Die USA lechzen nach einem Grand-Slam-Sieger im Männer-Einzel, der letzte Major-Erfolg gelang bei den US Open 2003 Andy Roddick.
Für Zverev kann der Wechsel in einen frühen Rhythmus letztlich auch ein Vorteil sein, das Finale am Sonntag beginnt schließlich bereits um 14 Uhr Ortszeit (20.00 Uhr MESZ/live auf Sky).
Dann kann Zverev sein Jahr, in dem er gewiss auch von den Verletzungen bzw. Schwächephasen von Jannik Sinner und Carlos Alcaraz profitierte, weiter veredeln: Kein Spieler gewann 2026 mehr Matches, bei den French Open fand seine schier endlose Jagd nach einem Major-Triumph ein Ende, nun kann er das Jahr gleich mit zwei Grand-Slam-Siegen abschließen.
Zusätzlich würde für Zverev mit einem New-York-Sieg auch Rang eins in der Weltrangliste in Reichweite rücken. Branchenprimus Sinner hatte seine US-Open-Teilnahme wegen Beschwerden im rechten Knie abgesagt, seit seinem Wimbledon-Finalsieg über Zverev im Juli hat der Italiener kein Match bestritten, zu seiner Fitness gibt es kein Update. Der Südtiroler hat bis zum Ende der Saison noch mehr als 3500 Ranglistenpunkte zu verteidigen, Zverev nur rund 1000. Triumphiert der Deutsche am Sonntag, rückt er auf 1810 Zähler an Sinner heran.
Zunächst aber gilt es für Zverev, zum wiederholten Mal in diesem Jahr Ballast der Vergangenheit erfolgreich abzulegen. 2020 hatte er als 23-Jähriger bereits eine Hand an der Silbertrophäe, nach 2:0-Satzführung gegen Dominic Thiem fehlten Zverev lediglich zwei Punkte zum Triumph, doch er gab das Match in fünf Sätzen noch aus der Hand.
