Wolff kündigt mögliche Mercedes-Stallorder an – Strafe gegen Rosberg
Spielberg (APA) – Nach einer erneuten teaminternen Kollision zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg hat Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff die Einführung einer Stallorder nicht dezitiert ausgeschlossen. „Wir müssen uns alle Optionen anschauen“, sagte der Österreicher nach dem Formel-1-Grand-Prix in Spielberg. Bis zum nächsten Rennen in einer Woche in Silverstone soll Klarheit herrschen.
Der Crash im VIDEO
In der Vergangenheit hatten sich die Mercedes-Verantwortlichen demonstrativ gegen die umstrittenen Regieanweisungen aus der Box ausgesprochen. „Ich möchte, dass sie Rennsport zeigen. Ich möchte sie fahren lassen“, betonte Wolff auch am Sonntag. „Jeder kann sich an die Tage der Teamorder erinnern. Das war langweilig“, sagte der Wiener.
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Rosberg: „Das ist meine Kurve“
Der Vorfall in Spielberg war allerdings schon der zweite folgenschwere Zweikampf in dieser Saison. Schon Mitte Mai waren sich Rosberg und der dreifache Weltmeister Hamilton in Barcelona gegenseitig ins Auto gefahren, damals mussten beide das Rennen beenden. Daher wurde Wolff gegenüber Medien ziemlich deutlich: „Ich habe die ewigen Analysen satt. Ich möchte einfach keinen Kontakt mehr im Rennen.“
In der kommenden Woche soll es Klarheit über direkte Konsequenzen geben. Eine allfällige Entscheidung werde auch kommuniziert werden, versprach Wolff, der keinem seiner beiden Piloten die alleinige Schuld zuweisen wollte.
Strafen gegen Rosberg – Ergebnis unveeändert
Gegen Nico Rosberg sind nach dem Formel-1-Rennen in Österreich mehrere Strafen ausgesprochen worden. Der deutsche Mercedes-Pilot wurde zum Schuldigen der Kollision in der Schlussrunde mit Lewis Hamilton erklärt. Rosberg erhielt deshalb eine nachträgliche Zeitstrafe von zehn Sekunden sowie zwei Strafpunkte. Am nun offiziellen Rennergebnis ändert das aber nichts, Rosberg bleibt Vierter.
Außerdem wurde der WM-Führende auch belangt, weil er mit seinem beschädigten Auto weiter gefahren war und dabei Fahrzeug-Teile auf der Strecke verteilt hatte. Dafür gab es die erste Verwarnung dieser Saison für Rosberg.
Die Stewards des Motorsport-Weltverbandes erklärten vier Stunden nach Rennende im Dokument 66, warum Rosberg laut Artikel 38.1 des Formel-1-Regulatives zu bestrafen war. Nach Befragung beider Piloten sowie Video- und Telemetrieanalysen sei es offensichtlich gewesen, dass das Auto mit der Nummer 44 (Hamilton) mehr als eine volle Länge vor dem mit der Nummer 6 (Rosberg) gewesen sei, heißt es da. Rosberg hätte die Kurve zwei problemlos meistern können, habe aber vielmehr dem anderen Fahrzeug zu wenig Platz gelassen und sei deshalb verantwortlich für die Kollision.