Xavi als Heilsbringer zurück bei Barca: „Ich bin zu Hause“

Kaum war der Heilsbringer da, feierte er den ersten Sieg. Xavi sah von der Tribüne des kleinen Estadi Johan Cruyff allerdings „nur“ das 4:0 der zweiten Mannschaft in der 3. Liga gegen Sevilla Atletico. Die Stars des FC Barcelona offenbarten dagegen kurz nach der Heimkehr der Vereinsikone die ganze Misere des tief gefallenen Klubs innerhalb von 45 Minuten. Die Katalanen verspielten eine 3:0-Pausenführung bei Celta Vigo.

Doch weder das enttäuschende 3:3 noch die desolate sportliche wie wirtschaftliche Lage des 26-maligen spanischen Fußballmeisters hielten Xavi von großen Versprechungen ab. „Wir sind der beste Klub der Welt. Wir werden hart arbeiten“, sagte der neue Trainer: „Barcelona muss nun einmal immer gewinnen, Unentschieden oder Niederlagen darf es nicht geben.“

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Wie genau der Weltmeister von 2010 diesen Plan umsetzen will, muss er bei seiner offiziellen Vorstellung am Montag erklären. Auf einem kurzen Twitter-Video hatte Xavi, der sechs Jahre nach seinem Abschied zurückkehrt, erst einmal nur Emotionen zu bieten. „Ich bin wieder zu Hause. Ihr seid meine Leute“, sagte der 41-Jährige. Barca sei „der Klub, den ich am meisten liebe“, so Xavi: „Bis bald, Culers. Forza Barca.“

Die Culers, so werden die Anhänger des ruhmreichen Vereins genannt, hatten spätestens seit der Entlassung von Ronald Koeman in der Vorwoche auf das Comeback von Xavi gehofft. Seit Freitag stand fest, dass es klappen wird, Barca hatte sich mit Al-Sadd SC aus Katar geeinigt. Die Wunschlösung erhielt die Freigabe.

„Ich gehe zurück an den Ort, an dem ich aufgewachsen bin, ich gehe zurück zum Klub meines Lebens“, schrieb Xavi bei Instagram: „Ich kann nicht mit Worten beschreiben, welche Emotionen ich empfinde. Ich weiß, dass ich in einer schwierigen Zeit komme, aber ich stelle mich dieser Herausforderung mit den größten Hoffnungen.“

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Sanierungsfall Barca, mit 1,35 Milliarden Euro verschuldet, musste Xavi wegen einer Klausel aus seinem noch bis 2023 laufenden Vertrag herauskaufen. Laut Medienberichten waren fünf Millionen Euro fällig, Xavi soll bereit sein, die Hälfte selbst zu übernehmen. Bei den Katalanen unterschreibt der Heimkehrer bis 2024.

Der Nachfolger des Niederländers Koeman (58), der nach nur 15 Monaten wieder gehen musste, hat als Trainer nur wenig Erfahrung. Er begann seine neue Karriere erst 2019 bei Al-Sadd. Dort hatte der zweimalige Europameister (2008/2012) vor zwei Jahren seine Profilaufbahn beendet.

Nun kehrt er zu seinem Herzensverein zurück, der neben seinen enormen finanziellen Problemen auch sportlich große Sorgen hat. Das wurde beim 3:3 am Samstag unter der Regie von Interimstrainer Sergi Barjuan erneut deutlich. Die Katalanen, bei denen Jungstar Fati mit einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden musste, bleiben nur Mittelmaß in der Tabelle.

In der Champions League droht dem Gegner von Bayern München erstmals seit 21 Jahren das Aus in der Gruppenphase. Zu Xavis aktiven Zeiten sah das anders aus. An der Seite des zu Paris St. Germain abgewanderten Superstars Lionel Messi, der als einziger Profi das Trikot der Katalanen häufiger als er (767-mal) trug, gewann er mit Barca viermal die Champions League und prägte die erfolgreichste Ära der Klubgeschichte mit.

(SID)

Bild: Imago