Zahlreiche Anwärterinnen auf WM-Abfahrtstickets

Jedes Rennen zählt nicht nur für die eigene Erfolgsbilanz im Weltcup, sondern in Zeiten wie diesen auch in Hinblick auf eine mögliche Nominierung für die WM. Nach zwei Abfahrten und mit noch zwei bis zu den Titelkämpfen in der Heimat zu fahrenden haben sich Cornelia Hütter als Disziplinführende, Stephanie Venier (9.), Ricarda Haaser (10.) und Nina Ortlieb (13.) gut in Position gebracht. Ariane Rädler hat ebenfalls angeklopft, Mirjam Puchner steht unter Zugzwang.

„Bei Nummer 20 war es eigentlich ein sehr gutes Ergebnis, aber vier unter den zehn ist trotzdem gut. Der Kampf um die Tickets wird ein bissl brisanter“, bilanzierte Alpinchef Herbert Mandl die Abfahrt am Samstag in St. Anton. Der Rennverlauf sei nicht ganz glücklich für die Österreicherinnen gewesen, den „sehr guten Zustand der Piste“ hätten einige andere „sehr gut genützt, wohlverdient“.

Die Österreicherinnen hatten zwischenzeitlich die Plätze drei bis sechs belegt, ehe hinter Siegerin Federica Brignone (ITA) noch die junge Schweizerin Malorie Blanc (Nummer 46/2.), die Tschechin Ester Ledecka (27./3.), US-Superstar Lindsey Vonn (32./6.) und deren Landsfrau Lauren Macuga (21/9.) reinfuhren und das Paket sprengten. Am Ende blieben Rang fünf für Venier, sieben für Hütter, acht für Ortlieb und zehn für Rädler.

Hütter haderte mit Bedingungen und Fahrt

Nach dem Sieg im ersten Saisonrennen in Beaver Creek war Rang sieben vor Heimpublikum in St. Anton für die Steirerin Hütter trotzdem etwas bitter zu schlucken. „Es war definitiv meine Schuld, dass ich die paar Prozent zurückgezogen habe. Ich weiß, dass solche Bedingungen meine Schwäche sind. Wenn es weich und knollig ist, ich merke, dass ich nicht voll attackiere.“

Im ersten Moment sei sie heiß auf sich selbst gewesen. „Es ist kein Weltuntergang, aber es zipft mich an.“ Sie sei nicht gut Ski gefahren, der Grundspeed passe aber. „Es ist vollcool, dass ich weiß, dass ich vorne mit dabei bin, auch wenn ich nicht so gut fahre. Es ist okay, aber natürlich möchte ich gewinnen.“

Venier brachte sich für WM ins Spiel

Ganz anders war die Gemütslage bei Venier, die von ihrem Ergebnis selbst überrascht war. „Es hat sich nicht so angefühlt, dass es so gut war, aber anscheinend brauche ich auf mein Gefühl nicht hören. Es war ein wilder Ritt, aber kämpfen zahlt sich allemal aus.“ Für das Podium hätte sie oben sauberer fahren müssen. Aber es gehe Schritt für Schritt in die richtige Richtung. „In Hinblick WM tut das gut. Wenn die WM daheim ist, will man dabei sein, das hat man nicht so oft.“

Ortlieb verblüffte nach dem schlechten Training mit Überwindung und Engagement, das gute Wetter habe geholfen, die Pistenbedingungen zu sehen. „Ich habe gelernt, zu wissen, wann es erlaubt ist, ein Risiko einzugehen und wann nicht. Vielleicht bin ich vernünftiger geworden, vielleicht ist es der Selbstschutz“, meinte die Vorarlbergerin, die schon oft von schweren Verletzungen zurückgekommen ist. Jedes gute Ergebnis helfe für die WM und dass sie mehr an sich glaube, fügte die Abfahrts-Silbermedaillengewinnerin 2023 an.

Rädler mischt nach dem Top-10-Ergebnis im Gerangel um WM-Tickets mit, Puchner ist noch außen vor. „Mannschaftlich war das super. Aber für den Athleten selbst ist es nicht so einfach, wenn man bei dem starken Ergebnis nicht dabei ist“, meinte die Salzburgerin. Hütter muss sich damit nicht belasten. „Ich bin froh, dass ich mit den ersten Ergebnissen Klarheit geschafft habe.“ Mit je einem Sieg in Abfahrt und Super-G im alten Jahr rutschte sie mit der Gewissheit auf WM-Startplätze ins neue. Mit Blick auf die Kolleginnen meinte sie. „Wir haben noch zwei Wochenenden, man schafft es mit Leistungen. Es wird ziemlich spannend werden.“

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(APA) / Artikelbild: GEPA