Wortkarger Verstappen blockt in Spa Francorchamps die Zukunftsfrage ab
Vor dem Grand Prix von Belgien schweigt Max Verstappen beharrlich zu seiner Zukunft und befeuert damit die „Silly Season“ in der Formel 1.
Auf das erwartbare Fragengewitter in Spa-Francorchamps hatte Max Verstappen überhaupt keine Lust. Gibt es Neuigkeiten zu Ihrer Zukunft? „Nein.“ Was halten Sie von den Spekulationen? „Nichts.“ Haben Sie einen Termin im Sinn? „Nein, dazu gibt es nichts zu sagen.“ Also volle Bindung an Red Bull? „Ich sagte ja, es gibt nichts zu sagen.“ Der wortkarge Niederländer lässt sich im Zukunftspoker nicht in die Karten schauen – und steht damit im Epizentrum der „Silly Season“ in der Formel 1.
Gerüchte bringen McLaren ins Spiel
Pünktlich vor dem Großen Preis von Belgien, dem vorletzten Rennen vor der Sommerpause, brodelt die Gerüchteküche kräftig. Allen voran der Name Verstappen ist zu lesen und zu hören. Schließlich ließ der 28-Jährige in den Ardennen die nächste Gelegenheit verstreichen, sich klar zu Red Bull zu bekennen – an seiner Entscheidung hängt auch das Schicksal anderer Piloten.
Zuletzt führte die heißeste Fährte zu McLaren. Da an Weltmeister Lando Norris nicht zu rütteln ist, kommt nur das Cockpit von Oscar Piastri infrage. „Offensichtlich hat Max das Gefühl, dass er sich im Moment nicht in einer besonders guten Situation befindet oder sich nach anderen Möglichkeiten umsieht“, sagte der Australier.
Dennoch ist Piastri, dessen Vertrag bis 2028 läuft, sicher, auch im nächsten Jahr für McLaren zu fahren. „Ja“, antwortete er auf entsprechende Nachfrage: „Ich wusste nicht, dass das ein Streitpunkt war.“ Es sei die „gleiche Nummer wie letztes Jahr mit ihm und Mercedes, nichts Neues.“
Der Nährboden der ungewissen Zukunft Verstappens ist seit jeher eine Ausstiegsklausel in seinem bis 2028 laufenden Vertrag. Nur: Dem viermaligen Weltmeister, dem wohl besten Fahrer der Motorsport-Königsklasse, fehlen derzeit wohl hochkarätige Optionen. Mercedes setzt 2027 weiter auf Kimi Antonelli und George Russell, auch Ferrari (Lewis Hamilton/Charles Leclerc) scheint derzeit nicht interessiert. Bliebe nur ein Wechsel zu einem Mittelfeldteam – oder der Abschied aus der Formel 1?
Domino-Effekt am Fahrermarkt?
Dann jedenfalls würde der Fahrermarkt einen Schock erleben, es könnte zu einer wahren Kettenreaktion kommen. Als möglicher Nachfolger, so hört man, käme der talentierte Oliver Bearman in Betracht. Das sei „sehr schmeichelhaft“, sagte der Haas-Pilot, der Teil des Ferrari-Fahrerprogramms ist. Wie es 2027 weitergeht, wisse er nicht. „Im Moment habe ich keinen Vertrag für nächstes Jahr, also warte ich einfach im Dunkeln.“
Andere Piloten versuchen, sich aktiver in Stellung zu bringen. Carlos Sainz kokettiert mit einem Williams-Abschied – etwa um Nico Hülkenberg bei Audi zu ersetzen? Darüber kann der Deutsche nur schmunzeln. Das sei „typisches Sommergetöse“ in der Formel 1. „Ich glaube, der Ersatzfahrerplatz ist frei, aber ich bezweifle, dass er daran interessiert wäre“, sagte Hülkenberg.
