Zur WM 2022 in Katar: Neue Abseitstechnik „einsatzbereit“
Nach Torlinientechnik und Videobeweis steht im Fußball möglicherweise die nächste technische Neuerung bevor. Die Firma Hawk-Eye erklärte laut einem Bericht der englischen Zeitung „Times“ ein System zur halbautomatischen Abseitserkennung für einsatzbereit. Das neue System könnte demnach schon bei der WM in Katar im Dezember 2022 zum Einsatz kommen.
„Es gibt eine große Chance, dass dies schon im kommenden Jahr passiert. Mehr kann ich jetzt nicht sagen, aber das wird die nächste große Entwicklung bei den Schiedsrichtern“, sagte FIFA-Entwicklungsdirektor Arsene Wenger zuletzt. Doch wie würde die technische Neuerung funktionieren?
Bei der halbautomatischen Abseitserkennung sendet die Technik dem gesamten Schiedsrichterteam ähnlich wie bei der Torlinientechnik ein Signal, wenn eine Abseitsstellung vorliegt. Das Schiedsrichterteam muss nach dem Signal entscheiden, ob die übermittelte Abseitsstellung des Spielers strafbar ist – das wäre bei der Bewertung nach passiver oder aktiver Abseitsstellung notwendig.
Knappe Abseitsüberprüfungen deutlich schneller
Bislang werden bei der Abseits-Überprüfung des VAR kalibrierte Linien angelegt, die zwar schon sehr genau sind, aber keine hundertprozentige Sicherheit liefern. Das neue System könnte die Diskussionen um knappe Abseitsstellungen beenden. Das teilweise minutenlange Anlegen von Linien wäre bei der Erkennung von Abseitsstellungen nicht mehr nötig, die Überprüfung von Abseitsszenen durch den Video-Assistenten würde deutlich schneller gehen.
Die Regelhüter der FIFA müssten der technischen Neuerung nicht extra zustimmen, da die Regel bei dieser Neuerung nicht grundsätzlich verändert wird. Somit kann die FIFA die neue Technik bereits in naher Zukunft einsetzen. Der „FIFA Arab Cup“ mit 16 arabischen Nationalmannschaften (30. November bis 18. Dezember 2021 in Katar) könnte einen Test für die Technik darstellen. Die neue Abseitserkennung könnte laut dem „Times“-Bericht beim nächsten Treffen des International Football Associaton Boards (IFAB) vorgestellt werden.
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Bild: Imago
