Hansi Flick und der FC Barcelona haben zwei bittere Pleiten binnen fünf Tagen kassiert

Zwei Pleiten in fünf Tagen: Erstmals Gegenwind für Flick in Barcelona

Hansi Flick und der FC Barcelona haben zwei bittere Pleiten binnen fünf Tagen kassiert. Dabei sorgen nicht nur die Ergebnisse, sondern vor allem das Auftreten der Katalanen beim 1:2 gegen Paris Saint-Germain und beim 1:4 in Sevilla für Unmut bei Fans, Medien und dem deutschen Trainer.

„Wir müssen selbstkritisch sein. Wir wussten in der ersten Halbzeit nicht, wie wir gut angreifen oder verteidigen sollten“, gestand Flick nach der Pleite in Andalusien.

Schon nach dem 1:2 gegen PSG hatte der ehemalige DFB-Teamchef herausgestellt, dass seine Mannschaft aus solchen Niederlagen lernen wollen würde. Davon war bei der 1:4-Klatsche am Sonntag nichts zu sehen. „Das schlechteste Spiel, seit Flick die Trainerbank übernommen hat“, titelte die in Barcelona ansässige Zeitung Sport.

Barcelona mit erster Halbzeit zum Vergessen

Von der schlechtesten Leistung seit seiner Amtsübernahme wollte der Ex Bayern-Coach nichts wissen: „Die schlimmste war das Halbfinale in Mailand.“ Es könnte aber durchaus die schwächste Halbzeit sein, die der amtierende Meister bislang unter seiner Leitung gespielt hat. Auch wenn die Führung der Gastgeber aus Sevilla aus einem strittigen Elfmeter heraus entstand.

„Die erste Halbzeit war nicht gut. Sie haben sehr aggressiv eins gegen eins gespielt, und wir hatten keine Lösungen, um den Ball herauszuspielen. In der zweiten Halbzeit habe ich die Reaktion geschätzt, wie wir gespielt haben, es war schön, das zu sehen“, analysierte Flick selbst im Anschluss der Partie.

Der Gegenwind für den bisher hochgelobten Trainer nimmt drastisch zu. Die gefürchtete Abseitsfalle hat in Sevilla so gut wie nie funktioniert. Hätte Torwart Wojciech Szczesny nicht etliche Riesenchancen vereitelt, wäre es noch viel schlimmer geworden.

Klare Pleite trotz bessere Leistung in Halbzeit zwei

Zur Pause lag Barca nach Toren von Alexis Sanchez und Isaac mit 1:2 zurück. Und das auch nur, weil Marcus Rashford mit dem Halbzeitpfiff etwas schmeichelhaft noch verkürzte. Zwar wurde die Leistung von Pedri und Co. im zweiten Durchgang besser, aber es lief trotzdem nicht wirklich nach dem Geschmack von Flick.

Nicht nur, weil Top-Stürmer Robert Lewandowski einen Strafstoß in der 76. Minute am Tor vorbeischoss, sondern auch, weil sich Barca in der Schlussphase gnadenlos auskontern ließ. Zwei weitere Sevilla-Tore nach der 90. Minute durch Carmona und Adams besorgten den verdienten 4:1-Endstand für die Heimmannschaft.

Variiert Flick zu wenig?

In den spanischen Medien wird Flick nach den beiden Niederlagen harsch kritisiert. Die Mundo Deportivo warf dem 60-Jährigen vor, „in der aktuellen Saison weniger mutig in seinen Entscheidungen und langsamer bei der Umsetzung seiner Korrekturen zu sein“.

Nach der ersten Pleite in der Liga und der ersten Mini-Ergebniskrise in Barcelona wird der Gegenwind für den Sextuple-Trainer des FC Bayern erstmals stärker. „Es gibt keine taktischen Änderungen, die eine schlechte Dynamik schnell ändern können. In Sevilla verspielte er eine erste Halbzeit, änderte bis zur Pause nichts“, schreibt die Mundo Deportivo weiter.

Durch die Niederlage ist der FC Barcelona auf Platz zwei der Tabelle abgerutscht. Der Meister und Pokalsieger steht nun zwei Punkte hinter dem großen Rivalen Real Madrid. Immerhin haben die Katalanen jetzt die Länderspielpause, um den angesprochenen Lerneffekt Flicks eventuell doch umsetzen zu können. In der Liga geht es für den FC Barcelona am Samstag, den 18. Oktober, mit einem Heimspiel gegen den FC Girona weiter. Eine dritte Pleite in Folge, ausgerechnet vor dem großen Spiel bei Real, und es wird richtig ungemütlich für Flick.

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(Anton Drebs/skysport.de) / Bild: Imago