Freie Trainings: Machtdemonstration von Mercedes in Baku

Baku (APA) – Mit einer Machtdemonstration sind Mercedes und Lewis Hamilton in die GP-Premiere von Baku gestartet. Der Weltmeister erzielte am ersten Trainingstag auf dem neuen Baku City Circuit in der Hauptstadt Aserbaidschans überlegene Tagesbestzeit vor seinem Teamkollegen Nico Rosberg. Der Überraschungs-Dritte Sergio Perez aus Mexiko lag im Force India schon über eine Sekunde zurück.

Insgesamt lagen auf dem spektakulären Stadtkurs, auf dem am Sonntag erstmals der Grand Prix von Europa gefahren wird, gleich fünf Autos mit Mercedes-Power voran. Bestes Nicht-Mercedes-Auto war der mit einem alten Ferrarimotor bestückte Toro Rosso des Spaniers Carlos Sainz mit fast zwei Sekunden Rückstand auf Platz sechs.

Hamilton Schnellster im ersten Training

 

Mercedes-Motorsportchef Wolff zufrieden

„Wir haben es gleich perfekt erwischt“, zeigte sich Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff zufrieden – vor allem mit der Performance seiner beiden Fahrer. Hamilton war in beiden Freitags-Sessionen Schnellster, obwohl er sich die neue Strecke weder am Simulator besonders eingetrichtert hatte, noch sie zu Fuß abgegangen war. Der Titelverteidiger kann nach seinen jüngsten Siegen in Monaco und Kanada in Baku Rosberg ablösen und als WM-Führender zum folgenden Rennen in Österreich (3. Juli) kommen.

Rosberg: „Das ist mega schnell“

 

In Baku werden sich die Verfolger trotz der fast 30 Grad warm anziehen müssen. Helmut Marko von Red Bull fürchtete, noch gar nicht das ganze Ausmaß an Mercedes-Überlegenheit gesehen zu haben. „Sie sind auf den Supersofts keine saubere Runde gefahren“, traut der Österreicher Hamilton und Rosberg noch mehr zu.

Vor allem die zwei Kilometer lange und bis zu 350 km/h schnelle Gerade dürfte in Baku den Unterschied machen. „Fünf Mercedes führen da die Topspeed-Wertung an. Die hat es wirklich in sich“, sagte Marko, der prophezeit hatte, dass die Red Bull dort 1,2 Sekunden verlieren. „Power ist nach wie vor das Entscheidende.“

Bleibt dieser Trend, führt in Baku kein Weg an einem Mercedes-Sieg vorbei. „Das Qualifying wird turbulent werden, das Rennen noch turbulenter. Wir müssen schauen, ob wir uns da ein bisschen hineinmischen können“, lauten die Hoffnungen Markos.

„Interessante Strecke“

Zunächst muss Red Bull aber noch Probleme aussortieren. Barcelona-Sieger Max Verstappen (7.) kam wegen eines defekten Teils im Bereich der Kupplung nur wenig zum Fahren. Daniel Ricciardo (10.) zerstörte im ersten Training seinen RB12 bei einem Einschlag in der Mauer. Deshalb müssen am Samstag Aufhängungs-Teile eingeflogen werden.

Auch bei Ferrari wurde gerätselt, zudem trat bei Kimi Räikkönens Dienstfahrzeug ein Defekt auf. Sebastian Vettel wurde danach sicherheitshalber vorzeitig an die Box beordert.

Vettel: „Man muss die Pobacken zusammenkneifen“

 

„Eine interessante Strecke. Den richtigen Bremspunkt zu finden, ist gar nicht so einfach“, kommentierte der Deutsche die zahlreichen Ausrutscher, von denen auch er betroffen war. „Hier muss man echt die Pobacken zusammenkneifen!“

1,9 Sekunden Rückstand gaben auch dem Vierfach-Weltmeister zu denken. „Wir müssen noch was finden. Was, da sind wir noch ein bisschen ahnungslos“, erklärte Vettel, suchte aber auch Schuld bei sich. „Ich habe Zeit gebraucht, um aufzutauen und in den Rhythmus zu kommen.“

Ricciardo: „Bei Red Bull zufrieden“

Viele Verbremser und Ausrutscher

Der erste Trainingstag auf dem 6.003 Meter langen und nagelneuen Stadtkurs am Kaspischen Meer brachte wie erwartet zahlreiche Ausrutscher und Verbremser in die Notausgänge. Vor allem Kurve 15 erwies sich wie vermutet als tückisch.

Praktisch kein Pilot blieb auf der noch sehr rutschigen und stellenweise sehr engen und steilen Piste von Problemen verschont. Auch gelockerte Randsteine sowie der in Baku omnipräsente und am Freitag besonders heftige Wind machten den Piloten in der „Stadt der Winde“ Probleme.

Bei Mercedes trübte einzig Rosbergs vorzeitiges Trainingsende die Freude. Der deutsche WM-Führende musste seinen „Silberpfeil“ 20 Minuten vor Ende von P2 ausrollen lassen. „Das Auto hatte keine Power mehr“, berichtete Rosberg, ohne zunächst zu wissen warum.

Ergebnis – 2. Freies Training

Sendehinweis

Der Grand Prix von Europa live bei Sky und Sky Go

Samstag:

11.55 Uhr: 3. Freies Training auf Sky Sport HD 1

14.50 Uhr: Qualifying auf Sky Sport HD 1

Außerdem verfügbar:
„Sky Onboard“ auf Sky Sport HD 3
„Sky Pitlane“ auf Sky Sport HD 4
„Sky Timing Page“ auf Sky Sport HD 5
„Sky Track Positions“ auf Sky Sport HD 6

Sonntag:

14.00 Uhr: Vorberichte, das Rennen, Analysen und Interviews auf Sky Sport HD 1

Ab 14.55 Uhr außerdem verfügbar:
„Sky Onboard“ auf Sky Sport HD 3
„Sky Pitlane“ auf Sky Sport HD 4
„Sky Timing Page“ auf Sky Sport HD 5
„Sky Track Positions“ auf Sky Sport HD 6

Bild: Getty Images