Aare nach WM-„Blech“ als Liensbergers neues Erfolgspflaster
Aare ist für Katharina Liensberger erneut der Wendepunkt zum Sieg gewesen. Vor einem Jahr landete die Vorarlbergerin ihren ersten Sieg im alpinen Ski-Weltcup, sicherte sich danach in Folge einer extrem starken Saison auch den Disziplin-Weltcup. Am Samstag gelang der Olympia-Zweiten im schwedischen WM-Ort von 2019 wieder im Slalom ihr erster Saisonsieg bzw. der erst zweite im Olympia-Winter für die ÖSV-Frauen nach jenem von Cornelia Hütter Ende Jänner im Super-G von Garmisch.
Liensberger scheint der halbflache Hang von Aare sehr gut zu liegen, schon mit „Blech“ im WM-Rennen vor drei Jahren etablierte sie sich in der Spitze. Freude hatte sie damals naturgemäß keine mit diesem Ergebnis. „Der vierte Platz bei der WM hat mich so geärgert, dass ich gesagt habe, das passiert mir nicht mehr“, sagte die 24-Jährige nun. „Und das war jetzt schon eine Wiedergutmachung die letzten Rennen.“ Konkret sprach sie die Ränge zwei und eins im vorjährigen Slalom-Doppel von Aare an, und nun stand sie wieder ganz oben.
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„Genial, dass ich es geschafft habe, nach dem letzten Jahr wieder hier einen Sieg zu schaffen, das ist großartig. Ich wollte einfach die Ski so schnell wie möglich ins Ziel bringen“, jubelte Liensberger. Im Saisonverlauf war es für sie nicht immer so rund gelaufen. „Es hat nicht immer geklappt. Es waren immer wieder Teilsachen, die funktioniert haben und teilweise noch nicht so – teilweise durch die gesundheitlichen Umstände. Aber so macht es riesig Spaß, wenn ich bei jedem Tor schneller werde. Das ist ein bisschen das Geheimrezept.“
ÖSV-Rennsportleiter Christian Mitter hatte eine Erklärung, warum es bei der Team-Olympiasiegerin nun besser läuft als noch in der ersten Saisonhälfte. „Sie braucht ein hohes Energie-Niveau, damit sie ihren Schwung fahren kann“, sagte der Coach über Liensberger. „Das war durch Krankheit und Corona ein bisschen gestört. Jetzt hat sie es wieder und jetzt ist sie gleich wieder vorne. Ganz so wie voriges Jahr, als sie mit allen Bedingungen zurechtgekommen ist, ist es noch nicht. Aber es ist der Sieg und das ist natürlich sehr gut.“
Mitter war mit dem ÖSV-Abschneiden in beiden Rennen zufrieden. Hat es im Slalom hinter Liensberger für Katharina Truppe als Sechster noch einen Top-Ten-Rang gegeben, kamen mit Franziska Gritsch und Katharina Huber als Zwölfter und 14. zwei weitere in die Top 15. Am Vortag im Riesentorlauf hatte es mit Ricarda Haaser (5.), Gritsch (6.), Truppe (8.), Huber (15.) und Stephanie Brunner (16.) ähnlich gut ausgesehen. Mitter: „Mannschaftlich war es gut, der Schnee ist uns entgegengekommen. Im Riesentorlauf hätte es auch ein Podium sein können.“
Rennsportleiter Mitter hält sich über Zukunft weiterhin bedeckt
Der Steirer gab die Devise aus, in der Weltcup-Finalwoche in Courchevel/Meribel an Aare anzuknüpfen. „Jetzt gibt es nur noch vier Einzelrennen und ein Teamrennen, da wollen wir anschließen.“ Ähnlich denkt Liensberger: „Noch einmal alle Kräfte bündeln und die Saison stark abschließen.“ Truppe fährt auch mit Vorfreude nach Frankreich, nicht nur wegen ihrer Leistungen: „Es macht mehr Spaß, wenn man als Mannschaft gut auftreten kann.“
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Für Mikaela Shiffrin geht es in der nächsten Woche um nichts weniger als den Gesamt-Weltcup. Ihr Vorsprung auf die slowakische Titelverteidigerin Petra Vlhova hat sich in Aare auf 56 Punkte mehr als halbiert. Zufrieden war die US-Amerikanerin mit sich in Aare nicht. „Mein Skifahren ist gut, aber ich bringe es nicht im Rennen hin. Die Energie ist niedrig. Ich muss nur die letzte Woche managen, es wird sehr viel zu tun sein. Es ist tricky, die richtige Balance zu finden.“
Für Mitter wird es die letzte Weltcup-Woche in seinem ÖSV-Job, er wird diesen mit April wie angekündigt aufgeben. Es gibt Gerüchte, dass er danach in das Lager Shiffrins wechseln könnte. Darauf angesprochen wollte er nicht direkt Bezug nehmen: „Jetzt bin ich bis Ende April Trainer der Österreicherinnen und dann schauen wir weiter.“ Und auf Nachfrage über eventuell ihm vorliegende Angebote: „Die gibt es immer wieder. Aber noch ist nichts dabei, was spruchreif ist.“
(APA).
Beitragsbild: GEPA.