„Absolut faire Summe“: Ortlechner spricht über Braunöder-Ablöse
Seit Donnerstag ist es offiziell: Matthias Braunöder verlässt die Wiener Austria und schließt sich Como 1907 in der italienischen Serie B an. Sky-Reporter Johannes Brandl hat FAK-Sportdirektor Manuel Ortlechner zum Interview getroffen und mit ihm über den Abgang des 21-Jährigen gesprochen.
Braunöder wird zunächst für ein halbes Jahr zu Como ausgeliehen, anschließend besitzt der Klub eine Kaufoption für den österreichischen U21-Käpitän.
Sky: Mit Matthias Braunöder wechselt ein vielversprechender junger Spieler und U-21 Teamkapitän auf Leihbasis zu Como in die Serie B. War Braunöder nicht aufzuhalten?
Manuel Ortlechner: „Bei Matthias muss man glaube ich etwas in die Vergangenheit zurückgehen, weil speziell rund um seine Vertragsverlängerung haben wir eigentlich ein gemeinsames Ziel formuliert, dass er innerhalb dieses Vertrags auch irgendwann in einer Top-5-Liga aufpoppt. Das ist das erklärte Ziel, mit dem alle Beteiligten auch eine Win-Win-Situation generieren können. Jetzt ist Matthias durch den Step mit der Leihe diesem Ziel näher gekommen.“
Der Vertrag wurde bis 2026 verlängert und Como hat sich eine Kaufoption gesichert. Liegt die Kaufoption im Bereich des aktuellen Marktwertes von Braunöder (Anm. 1.3 Mio. €)?
„Ich gehe auf Details nicht ein, aber wir sprechen von einer absolut fairen siebenstelligen Summe.“
Inwieweit war es auch der große Wunsch von Braunöder den Schritt ins Ausland zu wagen, auch wenn Como kein Erstligaverein ist, aber ein Verein der um den Aufstieg in die Serie A spielt?
„Das ist genau der Punkt. Mit einem Blick auf die Tabelle in der Serie B sieht man schon – auch wissend, dass durch Investoren bei Como eine finanzielle Power vorhanden ist, um das Projekt Aufstieg zu realisieren – dass die Serie A auch greifbar ist. Wenn Matthias gut performt, kann er in diesem Projekt ein fixer Bestandteil werden.“
Braunöder mit schwierigem Halbjahr
Braunöder hatte ein schwieriges Halbjahr hinter sich. Er hat seinen Stammplatz bei der Austria verloren, auch im U21-Team war er als Kapitän nicht immer gesetzt. Warum hatte Braunöder bisher so eine schwierige Saison?
„Wenn so sein kometenhafter Aufstieg passiert, dann passiert ja auch in einem selber sehr viel und da ist es völlig normal, dass Dämpfer kommen. Die Frage ist dann, wie geht man mit so einem Dämpfer um?
Weil so einen Dämpfer hat eigentlich jeder in seiner Karriere. Von außen wurde manchmal gesagt, er stagniert etwas. Das ist aus unserer Sicht überhaupt nichts Schlimmes. Ich bleibe dabei, dass Matthias nach wie vor trotzdem noch wichtiger Bestandteil der Kampfmannschaft war. Es hat sich vielleicht nicht immer nur in der Startformation ausgedrückt, aber ich glaube, in der Minutenanzahl war er trotzdem auf Platz zwölf oder dreizehn. Ich glaube, dass er sich durch seine Einstellungen, richtig gegen diesen Dämpfer gewehrt hat und wieder voll im Kommen war.
Es war ein bisschen unglücklich, auch wie das im Herbst zustande kam. Bis zum Rapid-Spiel war er quasi gesetzt in der Startformation, dann gab es die rote Karte. Und dann hat sich ein zentrales Mittelfeld-Pärchen herauskristallisiert, dass eigentlich niemand auf dem Schirm hatte. Die haben das richtig gut gemacht und die Mannschaft hat dann begonnen hat zu gewinnen. Dann ist es einfach für alle Beteiligten schwer, etwas zu verändern. Aber ich bleibe dabei, der Matthias ist ein toller Charakter, ein toller Typ der immer am Anschlag trainiert und er ist trotzdem auf seine Minuten gekommen. Jetzt ist in dieser Wintertransfer-Periode die Chance aufgepoppt die ich sehr attraktiv sehe.“
Auch Jukic weg: Ein sportlicher und wirtschaftlicher Verlust?
Neben dem Abgang von Braunöder hat auch schon Aleksandar Jukic den Verein verlassen. Damit verliert die Austria im weitesten Sinne zwei Eigenbauspieler, aus unterschiedlichen Gründen, unter Marktwert. Neben der sportlichen Qualität, in der aktuellen finanziellen Situation ein wirtschaftliches Verlustgeschäft?
„Natürlich ist der Fall Jukic nicht optimal verlaufen. Bei Matthias bleibe ich dabei, da sind wir genau auf Kurs, wie man es eigentlich auch mit dem Spieler und seinem Berater angestrebt hat.
Jukic ist in diesem Kontext eigentlich nicht zu verwenden. Wir sahen uns gezwungen, aus einer Reihe von Vorfällen eine Entscheidung zu treffen, die wirtschaftlich dann nicht so ausgeht, wie man sich es vorstellt. Aber das ist ein ganz eigener Sonderfall, wo es nicht leicht war, eine Entscheidung zu treffen. Wir mussten sie aber treffen, weil wir hier bei uns einen Kodex haben, wo der Bogen das eine oder andere mal überspannt wurde.“
(Johannes Brandl/Red.) / Bilder: GEPA
