Affengruber, Svoboda stellen keine Ansprüche auf Startelf
David Affengruber und Michael Svoboda sind sich ihrer Rolle beim österreichischen Fußball-Nationalteam bewusst. Beide gelten wenige Tage vor WM-Beginn nicht als erste Anwärter auf einen Platz in der ÖFB-Startformation, dementsprechend halten sie sich auch mit öffentlich geäußerten Ansprüchen zurück. Man wolle sich in den Dienst der Mannschaft stellen und so einen Beitrag zu einem erfolgreichen Abschneiden leisten, sagte das Duo am Dienstag in Santa Barbara unisono.
„Die Mannschaft steht immer im Vordergrund“, betonte Svoboda. Affengruber schloss sich an: „Es gibt immer persönliche Ziele, aber das Team ist das Wichtigste. Ich bin zum zweiten Mal dabei. Da steht ganz oben auf der Liste, dass man der Mannschaft hilft.“ In der Innenverteidiger-Hierarchie sind David Alaba, Kevin Danso, Marco Friedl und Philipp Lienhart höher als Affengruber und Svoboda angesiedelt, trotzdem kann es schnell gehen: Sofern man den zumeist als Rechtsverteidiger agierenden Stefan Posch in die Rechnung miteinbezieht, setzte Teamchef Ralf Rangnick bei der EM 2024 sechs Innenverteidiger ein. Deshalb wolle er im Training alles geben und bereit sein, wenn er gebraucht werde, meinte Affengruber.
Einsatzzeit für Svoboda & Affengruber? „Für den Moment bereit sein“
Wechsel zu Elche „außergewöhnlich, aber richtig“
Der Niederösterreicher schaffte es über den Umweg Elche ins Nationalteam. Zum spanischen Provinzclub war er 2024 ablösefrei von Sturm Graz gewechselt. „Das war vielleicht ein bisschen außergewöhnlich, aber absolut richtig. Es hat mich hierhergebracht, und darauf bin ich stolz.“ Unter den Elche-Fans genießt Affengruber mittlerweile Kultstatus, wie die Spitznamen „Kaiser“ und „Affenbauer“ in Anlehnung an Franz Beckenbauer beweisen. Seine Beliebtheit stieg durch den erfolgreich absolvierten Abstiegskampf noch einmal – Elche sicherte sich im Mai erst in der letzten Runde den Klassenerhalt im spanischen Oberhaus.
Lob für „Kaiser“ Affengruber von Kapitän Svoboda
Schon einige Tage davor erfuhr Affengruber von seiner WM-Nominierung, und zwar in Spanien am Pool, als er gemeinsam mit Familie und Freunden die ÖFB-Pressekonferenz streamte. Svoboda ereilte die freudige Nachricht während eines Türkei-Urlaubs mit seiner Frau. „Das war einer der schönsten Momente in meinem Leben. Bei so einem Event mit so einer geilen Mannschaft dabei sein zu dürfen, ist etwas Großes“, erklärte der Wiener.
Affengruber: „Stolz, dass ich es hierher geschafft habe“
Kapitän Svoboda will vorangehen
Dabei kann Svoboda schon auf einige positive Erfahrungen zurückblicken. Mit Venezia schaffte der 27-Jährige nicht weniger als dreimal den Aufstieg in die Serie A, zuletzt vor wenigen Wochen. Seit 2020 ist der frühere Abwehrspieler von WSG Tirol in der Lagunenstadt engagiert, mittlerweile trägt er die Kapitänsschleife. „Ich strebe immer an, Verantwortung zu übernehmen und will immer vorangehen“, meinte Svoboda. Das Leben in Venedig sei „sehr schön. Ich fühle mich dort sehr wohl und genieße das Leben auch abseits des Fußballplatzes.“
Folgerichtig verlängerte Svoboda seinen Vertrag schon im vergangenen März, dennoch scheint ein Abschied nicht ganz ausgeschlossen. „Der Fokus liegt auf der WM. Danach werde ich einmal nach Venedig zurückgehen und dort die Vorbereitung beginnen. Ob dann etwas Besseres kommt oder nicht, wird man sehen.“ Für Affengruber könnte die WM ebenfalls als Sprungbrett dienen, doch auch der 25-Jährige wiegelte ab. „Ich bin auf die WM fokussiert. Alles, was danach passieren könnte, ist überhaupt nicht in meinem Kopf.“
Internes ÖFB-Testspiel am Mittwoch
Die Konzentration gilt den bevorstehenden Aufgaben in Santa Barbara und damit auch einem internen Testspiel, das am Mittwoch im Harder Stadium über die Bühne geht. Dafür wurde eigens ein lokales Schiedsrichterteam engagiert. Gespielt wird dreimal 20 Minuten, Zuschauer oder Journalisten sind nicht zugelassen. Tags darauf haben die ÖFB-Kicker frei.
(APA)
Beitragsbild: GEPA
