Alcaraz erneut im Wimbledon-Finale – Duell mit Djokovic wartet
Carlos Alcaraz ist in Wimbledon nur noch einen Schritt von der erfolgreichen Titelverteidigung entfernt. Der Tennis-Topstar aus Spanien entschied sein Halbfinalduell gegen Daniil Medwedew am Freitag 6:7 (1:7), 6:3, 6:4, 6:4 für sich und zog erneut ins Endspiel ein.
Der 16 Jahre ältere Grand-Slam-Rekordchampion Novak Djokovic zog am Abend mit einem 6:4, 7:6 (7:2), 6:4 gegen den Italiener Lorenzo Musetti nach.
Im vergangenen Jahr hatten beide Topstars auf der Anlage des All England Clubs ein hochklassiges Endspiel über 4:42 Stunden bestritten, das Alcaraz letztlich gewann. Djokovic nimmt nun einen neuen Anlauf auf seinen achten Titel in London, der ihn auf eine Stufe mit Rekordsieger Roger Federer hieven würde. Für den Serben ist es das sechste Endspiel in Serie in Wimbledon.
Djokovic: „Immer ein Kindheitstraum“
Es gab eine Menge Zweifel“, ob er überhaupt am Turnier teilnehmen könnte, rekapitulierte Djokovic die vergangenen Wochen. Er habe sich den Start bis zur Auslosung offen gelassen. Doch sein Traum, noch einmal in Wimbledon zu gewinnen, sei letztlich stärker gewesen. „Wimbledon war immer ein Kindheitstraum für mich, hier zu spielen und zu gewinnen“, erzählte Djokovic, der Alcaraz im Finale 2023 in einem Fünf-Satz-Marathon unterlegen gewesen war. „Ich war ein sieben Jahre alter Bub in Serbien, habe die Bomben über meinem Kopf fliegen gesehen und habe geträumt, hier auf dem Centre Court im Wimbledon zu stehen. Ich habe Wimbledon-Trophäen aus jedem erdenklichen Material in meinem Zimmer gebastelt.“
Schon im vergangenen Jahr hatte der 21-Jährige den Russen in der Vorschlussrunde bezwungen. Danach folgte der triumphale Sieg gegen Novak Djokovic, auf den Alcaraz nun erneut im Endspiel am Sonntag treffen könnte.
Alcaraz wie einst Becker, Borg und Nadal
Alcaraz ist erst der vierte Spieler im Alter von bis zu 21 Jahren, der in der Ära des Profitennis seit 1968 mehrere Wimbledon-Finals erreicht hat. Zuvor war dies einzig Boris Becker (4), Björn Borg und Rafael Nadal (jeweils 2) gelungen. Gegen Medwedew brauchte er aber einige Zeit, bis er so richtig ins Match fand.
Die knapp 15.000 Zuschauer, darunter Fußballstar Luka Modric und 1991-Turniersieger Michael Stich, sahen einen nervösen Start des Favoriten. Sein Aufschlag hakte zunächst und ihm unterliefen zu viele unerzwungene Fehler. Ab dem zweiten Satz steigerte sich Alcaraz aber und brachte den Sieg mit seiner Intensität in den Ballwechseln nach 2:55 Stunden ins Ziel.
(SID)/Bild: Imago
