„Alles ist möglich“ – Adeniran und Co. drücken USA Daumen
Die in Österreich beschäftigten US-Kicker Samuel Adeniran (LASK), Donovan Pines (GAK) und Quincy Butler (WSG) sind zwar bei der Fußball-WM nur Zuseher. Ihrem Nationalteam trauen sie daheim aber viel zu. „Ich denke, alles ist möglich. Es ist eine gute Mannschaft“, sagte Butler im APA-Gespräch. Erwartet wird ein großer Schub für die Major League Soccer (MLS) und den US-Fußball allgemein. „Das wird die bisher größte Weltmeisterschaft, die wir je gesehen haben“, glaubt Pines.
Adeniran ist – gemeinsam mit seinem Landsmann George Bello – mit dem LASK gerade Doublesieger geworden. Wie in Linz hofft der Stürmer auch in seiner Heimat auf ein erfolgreiches US-Team, das Euphorie entfacht. „Natürlich hoffe ich auf das Beste für die US-Nationalmannschaft. Das andere Land, Nigeria, für das ich spielen könnte, ist ja nicht dabei. Daher drücke ich die Daumen, dass die USA ein gutes Turnier im eigenen Land haben.“
Für die drei US-Boys ist ein Schlüssel zum Erfolg, dass mittlerweile zahlreiche US-Teamspieler in Europa ihr Geld verdienen. „Das hat sehr viel für das Niveau der Mannschaft gebracht. Christian Pulisic (AC Milan, Anm.) ist wahrscheinlich der Größte, aber es gibt auch Weston McKennie (Juventus), Timothy Weah (Marseille) oder Malik Tillman (Leverkusen). Wenn diese Spieler die Europa-Mentalität bringen, kann es gut werden“, meinte Butler, der derzeit noch seine Knieverletzung auskuriert.
„Captain America“ und Pochettino
Pines wiederum bezeichnete Tyler Adams (Bournemouth) und McKennie als „Schlüsselspieler, die alles am Laufen halten“. Und im Angriff sei die Spielerdichte rund um „Captain America“ Pulisic „der Wahnsinn“. „Wenn wir Bodenständigkeit und Mentalität zeigen, alle auf einer Wellenlänge sind und ein gemeinsames Ziel haben, wenn die Jungs fokussiert sind und mit dem Stolz der Vereinigten Staaten sagen ‚Das ist unser Revier!‘, dann denke ich, werden wir etwas Besonderes leisten“, sagte der zweifache Teamspieler aus Maryland.
Adeniran betonte auch den Stellenwert von US-Cheftrainer Mauricio Pochettino. „Er ist ein Coach, der auf höchstem Niveau trainiert hat, und definitiv weiß, was er tut. Er hat die Fähigkeiten und das Talent, um der US-Nationalmannschaft zu helfen. Es kommt nur darauf an, dass die Spieler an einem Strang ziehen und bereit sind, alles für ihr Land zu geben.“ Der 54-jährige Argentinier ist seit September 2024 im Amt.
WM als Schub für MLS
Die WM könnte der US-Liga MLS gehörig Auftrieb verleihen, zeigten sich die Fußballer überzeugt. „Das wird definitiv viel mehr Aufmerksamkeit auf den Fußball in Amerika lenken“, meinte Adeniran. Dem schloss sich Pines an. „Es wird die USA ins Rampenlicht rücken und die Stadien zeigen, wie sie im Vergleich zu Europa aussehen. Wenn man die Atmosphäre auf den Punkt bringt, dann wird das Interesse bei anderen Spielern aus aller Welt wachsen. Das wird die Liga und den Sport wachsen lassen. Dafür müssen sie ihre Hausaufgaben machen und die nötige Zuschauerzahl erreichen.“
Der Wechsel von Lionel Messi zu Inter Miami vor drei Jahren habe diesbezüglich viel bewirkt. „Es sind schon einige Spieler wie Bastian Schweinsteiger oder Zlatan Ibrahimovic hergekommen. Aber wenn der Beste der Welt kommt, denkt man sich: ‚Wow!‘ Und es scheint, als hätte es einen sehr positiven Einfluss. Es vergrößert die Fangemeinde“, meinte Pines. Auch Adeniran ist ein „riesiger Fan von Lionel Messi“. Solche Spieler wie der Argentinier oder Thomas Müller würden trotz ihres Alters „der MLS viel Qualität verleihen. Das hilft und stärkt das Talent in der Liga.“
Gerade im Vergleich zum Basketball (NBA) oder American Football (NFL) habe man noch Aufholbedarf. „Ich glaube nicht, dass Fußball schon das Niveau einiger anderer Sportarten in Amerika erreicht hat. Aber ich bin überzeugt, dass er wächst und eines Tages die anderen vielleicht sogar überholen wird, denn Fußball ist die beliebteste Sportart der Welt“, sagte Adeniran. Noch klaffe aber eine Lücke zum europäischen Kick: „In Europa ist das Tempo viel höher, die Qualität besser.“ Zudem seien die europäischen Fans „viel leidenschaftlicher. Fußball ist hier Kultur“, erklärte der LASK-Angreifer, der gerne im US-Team spielen würde. „Das ist ein Traum von mir.“
Optimismus in Sachen ÖFB-Elf
Der ÖFB-Elf traut Butler bei der WM einiges zu. „Argentinien wird schon ein schweres Spiel, aber mit Algerien und Jordanien wird es schon gut werden. Österreich hat viele gute Spieler.“ Auch Adeniran ist optimistisch. „Bei einer Weltmeisterschaft kann alles passieren. Saudi-Arabien hat bei der letzten Weltmeisterschaft Argentinien geschlagen. Das zeigt, dass es auf der ganzen Welt mehr Talent und mehr Qualität gibt. Ich würde sagen, dass Österreich definitiv eine Chance hat.“
(APA)/Beitragsbild: GEPA
