Analyse: Wolfsberger AC vs. FK Austria Wien (Runde 20)

via Sky Sport Austria

Dieses Wochenende ist es endlich wieder soweit: die Rückrunde der tipico Bundesliga geht los. Unser Analyseteam hat sich schon vorab mit dem Topspiel der Woche beschäftigt:  vs. .

Allgemein: Der Tabellenzweite WAC empfängt den Tabellensechsten aus Wien Favoriten. Ein Spiel, dass für beide Teams von enormer Bedeutung ist. Zwei Begegnungen gab es schon in dieser Saison zwischen den beiden Teams –  in beiden Spielen gewann der WAC:

  • Runde 2: WAC 4 – 0 FAK (VIDEO)
  • Runde 11: FAK 0 – 2 WAC (VIDEO)

Torentstehungen: Die Stärke der Veilchen liegt im Kombinationsspiel. So erzielte die Wiener Austria die meisten ihrer Treffer aus Kombinationen. Auf der anderen Seite schafft es der WAC dies meist aufgrund einer kompakten Defensive zu verhindern.

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Die Stärke der Kärntner liegt in den Standards. 36% ihrer Tore wurden nach einem ruhenden Ball erzielt – ligaweit Spitzenwert. Dies wird gegen die Austria aber schwer: Nur 5 Gegentore nach Standards – Topwert der Liga.

Das Umschaltspiel: Entscheidend im Spiel werden wohl die Umschaltsituationen sein. Die Austria hat in dieser Saison im Umschalten von der Offensive in die Defensive so ihre Probleme. Wolfsberg profitiert sehr oft vom schnellen Umschalten und schnellen Spielverlagerungen in die gegnerische Hälfte (Kick and Rush). Gerade da hatte die Austria in den ersten 19 Runden und speziell auch gegen den WAC große Probleme. Schon in den direkten Duellen dieser Saison erzielte der WAC alle sechs Treffer nach Umschaltmomenten oder Kick and Rush-Aktionen (bzw. nach Standards, welche aus Kick and Rush-Aktionen entstanden sind)!

Kick and Rush: Oft macht es den Eindruck, dass die Wolfsburger sehr viel auf hohe Bälle setzen – sprich auf ein “Kick and Rush”-Spiel bauen. Die Torerfolg-Grafik lässt weniger darauf schließen, denn sogar die kombinationsstarken Veilchen erzielten bislang mehr Treffer nach “Kick and Rush”-Situationen. Dieser Eindruck täuscht! Bei der Auflösung der Kategorie “Standards” ergibt es ein komplett anderes Bild: der WAC profitiert häufig von seinen hohen Bällen in die Spitze – diese führen aber meist zu gefährlichen Standards, welche die Kärntner in dieser Saison oft in Tore ummünzen konnten.

Torerfolge_ohneStandards

 

  • WAC steht kompakt und lässt wenig Tore aus gegnerischen Kombinationen zu.
  • Kassiert auch wenige Tore aus gegnerischen Umschaltsituationen, weil sich der WAC nach Ballverlust immer schnell hinter den Ball begibt.
  • Aus dieser mannschaftlichen Kompaktheit heraus spielen sie nach Ballgewinn kompromisslos in die Tiefe – wobei der robuste Trdina eine zentrale Rolle eingenommen hat. Die Umschaltsituationen werden oft durch kontrolliertes, vertikales Kombinationsspiel zu Torerfolgen genützt.
  • STANDARD-Situationen können als Folge von diesen schnellen Angriffen oft in Tore umgemünzt werden (GRAFIK). Speziell bei Eckbällen ist der WAC extrem torgefährlich.

 

  • FAK erzielt die meisten Tore aus Kombinationen → Royer und Suttner bilden die dominante Seite der Austria, auf die der WAC besonders aufpassen muss. Speziell Royer tat sich nach Damari als Topscorer hervor.
  • Gegen den WAC sollte sich Baumgartner genau überlegen, wie die Absicherung nach Ballverlust (Doppelsechs mit Holland und ev. Holzhauser) organisiert ist. Problematik: Shikov ist ein eher langsamer Innenverteidiger, der schon oft bei viel Raum in seinem Rücken mit Problemen zu kämpfen hatte. FAK hat große Probleme mit Umschalten von Offensive in die Defensive. 
  • Eine Alternative wäre, dass die Austria ebenfalls abwartender spielt. Mit dem schnellen Zulechner (NEUZUGANG) bieten sich neue Möglichkeiten für die Veilchen. Bei dieser Taktik wäre Shikov, mit seiner robusten und kopfballstarken Spielweise (Gegenpart zu Trdina), wiederum ein Gewinn für die Kompaktheit der Austria-Abwehr und könnte zur Schlüsselposition werden!

 

Szene 1: FAK – WAC Gegentor zum 0:1

Repräsentative Szene, worauf die Austria gefasst sein sollte und was besser gemacht werden muss. Bzw. was der WAC in seiner guten Phase perfekt gemacht hat:

  • FAK kommt nicht sauber zum Abschluss – Ball bleibt durch einen langen Abschlag durch Kofler im Spiel (das ist schon der erste Schritt für den WAC)
  • Holland MUSS diesen Zweikampf gewinnen oder ein Foul machen
  • Ab jetzt ist das schon eine klassische Torsituation für WAC – in die Räume (nur noch die Viererkette steht entblößt dem rollenden Angriff gegenüber) wird kompromisslos rein gelaufen und mit möglichst wenig Kontakten vor das gegnerische Tor gespielt, um die Unordnung des Gegners zu nützen.

 

Szene 2: FAK – SCR Gegentor zum 1:1

Repräsentative Szene für das FAK-Umschaltproblem

  • FAK ist im Angriff weit aufgerückt
  • Ein langer Ball (wieder so ein Zweikampf um einen freien Ball, der verloren geht!!!) genügt und die Austria, obwohl Zeit ist sich zu ordnen, verabsäumt es, die Räume zu schließen → Holland müsste in den Raum von Suttner gehen – Suttner ist am Weg zurück.
  • Letztlich fällt das Tor wieder nach einem eigenen Angriff und obwohl durchaus viele Austrianer bis in den eigenen Strafraum zurückkommen, bekommen die Abwehrspieler keinen Zugriff auf den Ball.

 

Szene 3: STU – FAK Tor zum 0:1

Daniel Royer bekommt den Ball im linken Halbraum – zieht nach Innen und schießt ein Tor!! Diesen Bewegungsablauf sollte WAC schon kennen und nach innen doppeln!!

Analyse: Stephan Helm, Roland Leser  
Artikel: Michael Tuerl