Andreas Herzog nach Niederlage gegen den SK Rapid aufgebracht: „Sind leider verarscht worden“
- Herzog über das Foul von Aiwu: „Es war eine ganz klare Rote Karte“
- Ferdinand Feldhofer dazu: „Er hat ihn nicht direkt erwischt und ich denke die Gelbe Karte geht in Ordnung“
- Admira-Spieler Zwierschitz: „Im Endeffekt hätten wir uns zumindest einen Punkt verdient gehabt“
- Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer über die bisherige Bilanz des VAR: „Es gibt die eine oder andere Entscheidung die falsch ist, aber insgesamt ist das Spiel gerechter geworden“
Andreas Herzog (Trainer Admira)
…über das Spiel: „Es war eine tolle und spannende Partie bis zum Schluss. Jeder der das Match gesehen hat, hat mitbekommen, dass die spielentscheidenden Situationen gegen uns gepfiffen worden sind und dann kannst du das Spiel auch nicht gewinnen. Meine Mannschaft hat einen super Fight abgeliefert, wir hatten Möglichkeiten das Spiel zu gewinnen, aber leider sind wir ein bisschen verarscht worden. Es war eine ganz klare Rote Karte beim Foul an Marlon Mustapha und wenn man sagt, dass das kein brutales Foul und keine Rote Karte ist, dann haben drei, vier große Mannschaften andere Regeln wie kleinere Mannschaften wie wir, die jedes Mal benachteiligt werden. Das geht mir schön langsam fest auf die Socken. Auch vor dem zweiten Gegentor war es ein klares Foul an Josef Ganda.“
…Herzog weiter: „Schade, dass ich jetzt im Nachhinein so angefressen bin, weil das Spiel nicht auf sportliche Weise entschieden worden ist. Heute müssen wir ein bisschen etwas schlucken, das gehört im Fußball dazu, nur wird es fad, wenn das oft hintereinander passiert. Wenn du immer in den sauren Apfel beißt, wird es irgendwann einmal zu sauer und dann muss man auch einmal etwas loswerden. Mir ist das jetzt auch egal, ob die Leute das kritisieren oder ich bestraft werde, aber die müssen auch einmal verstehen, dass wir uns Woche für Woche den Arsch aufreißen und dann werden wir so benachteiligt. Das ist mühsam auf Dauer.“
Stephan Zwierschitz (Spieler Admira)
…über das Spiel: „Es ist über 90 Minuten hin und her gegangen mit guten Chancen auf beiden Seiten. Der große Unterschied ist nur, dass Rapid ein Tor mehr gemacht hat. Im Endeffekt hätten wir uns zumindest einen Punkt verdient gehabt, aber jetzt stehen wir leider wieder mit null Punkten hier.“
…über die Herbstsaison: „Wir machen aus unseren Chancen zu wenige Tore und bekommen dann selbst immer wieder blöde Gegentore. Zuhause haben wir jetzt vier Spiele in Folge mit einem Tor Unterschied verloren und das ist im Endeffekt zu wenig. Es ist nicht so, dass wir chancenlos oder planlos sind. Wir kommen eigentlich in nahezu jedem Spiel zu unseren Chancen, sind kaum einmal die schlechtere Mannschaft, machen dafür aber zu wenige Punkte.“
…über die anstehende Winterpause: „Wir haben jetzt sieben Spiele in Folge nicht gewonnen, von dem her kommt die Pause vielleicht gar nicht so ungelegen. Jetzt heißt es einmal ein paar Wochen den Kopf freibekommen und eine gute Vorbereitung machen, dass wir topfit in die Frühjahrssaison gehen. Dann greifen wir noch einmal voll an.“
Ferdinand Feldhofer (Trainer SK Rapid)
…über das Spiel: „Ähnlich wie am Donnerstag war es ein absoluter Kampfsieg. Wir haben gewusst, dass uns heute viele Widerstände entgegen kommen werden und die Admira hat es auch richtig gut gemacht am Anfang. Wir haben dann aber einen Weg gefunden die drei Punkte einzufahren. Es war nicht schön, es war nicht amüsant, aber danach fragt morgen keiner mehr.“
…über das Foul von Aiwu: „Er hat ihn nicht direkt erwischt und ich denke die Gelbe Karte geht in Ordnung.“
…über die Veränderungen seit dem Amtsantritt: „Allzu viel sehe ich noch nicht. Es ist noch sehr wenig von meiner Handschrift da, aber das ist auch noch gar nicht möglich. Ich wollte nicht zu viel verändern, hab eher versucht unterstützend zu wirken, den Jungs Selbstvertrauen zu geben und das haben sie großartig gemacht.“
…über die anstehende Winterpause: „Es ist einfach einmal wichtig, dass die Spieler und die Betreuer in den Urlaub gehen. Sie brauchen das, weil sie wirklich ein schwieriges Jahr hinter sich haben. Bei mir ist es das Gegenteil. Mein Akku ist voll und ich werde mich natürlich mit der sportlichen Abteilung zusammensetzen und Pläne schmieden. Dass es kein Wunschkonzert ist, ist mir auch klar. Manche werden vielleicht verkauft, manche nicht, aber das wird in den nächsten Tagen besprochen. Wünsche und Träume kann man immer haben, aber ich denke bei Rapid wird auch sehr gut im Nachwuchs gearbeitet und warum nicht auch junge Spieler einbauen.“
Marco Grüll (Spieler SK Rapid)
…über das Spiel: „Sie hatten eine große Chance auf das 2:1, da hatten wir Glück, dass der Ball von der Stange heraus hüpft. Danach haben wir das Tor gemacht und im Endeffekt ein bisschen Glück gehabt, dass wir es über die Runden gebracht haben. Wir können zufrieden sein.“
Srdjan Grahovac (Spieler SK Rapid)
…über das Spiel: „Unser einziges Ziel heute war es hier zu gewinnen. Die letzten paar Saisons hatten wir immer Probleme hier gegen die Admira in der Südstadt. Wir haben gewusst, dass es kein schönes und kein einfaches Spiel wird, aber wir haben die Basics gut gemacht und das war genug für einen ganz wichtigen Sieg.“
Emanuel Aiwu (Spieler SK Rapid)
…über das Spiel: „Es ist immer schön zurück zu kommen. Ich war jahrelang hier und bin dem Verein immer noch dankbar, dass sie mir damals die Plattform gegeben haben, aber am Platz habe ich mich nur auf das Spiel konzentriert und bin überglücklich, dass wir die drei Punkte haben mitnehmen können.“
Ercan Kara (Spieler SK Rapid)
…über das Spiel: „Natürlich ist es ein schönes Gefühl ein Tor zu erzielen. Dass wir das Spiel damit gewinnen ist umso schöner und ich bin einfach sehr glücklich.“
Christian Ebenbauer (Bundesliga-Vorstand)
…über das internationale Abschneiden der österreichischen Vereine: „Es ist wirklich außergewöhnlich. Man kann den Clubs nur gratulieren und es ist auch ein Zeichen was der österreichische Fußball leisten kann mit der Wirtschaftskraft die wir haben. Natürlich ist Red Bull Salzburg ein Zugpferd, allerdings haben auch die Clubs dahinter ihre Sache in den letzten Jahren sehr gut gemacht. Das wir jetzt diesen 8. Platz in der UEFA-Fünfjahreswertung haben ist aller Ehren Wert. Das hatten wir zum letzten Mal vor 30 Jahren und dieses Mal behalten wir ihn hoffentlich auch länger. Ich hoffe auch, dass das in Österreich anerkannt wird, wie gut wir international da stehen.“
…über die bisherige Bilanz des VAR: „Natürlich war es ein großer Schritt den VAR einzuführen, aber wenn unsere Liga modern sein will und wenn wir die österreichischen Schiedsrichter international nach vorne bringen wollen, dann stellt sich die Frage nicht, ob wir den VAR in unserer Liga brauchen. Es gibt die eine oder andere Entscheidung die falsch ist, aber insgesamt ist das Spiel gerechter geworden. Die Geschwindigkeit, die Bewusstseinsbildung und die Transparenz. Das sind die Punkte in denen man sich noch massiv verbessern kann um einfach auch das Bild nach außen zu verbessern. Da sind natürlich auch die Trainer gefragt, dann auch zu sagen, okay es gibt Fehler, aber im Großen und Ganzen ist es hilfreich und bringt uns weiter.“
…auf die Frage ob es auch einen anderen Meister außer Red Bull Salzburg geben kann: „Ich bin überzeugt davon. Wir müssen nur nach Frankreich, Italien oder auch in die Schweiz schauen die letzten Jahre. Allerdings spielen dabei die UEFA Bewerbe eine Rolle, weil die finanziellen Mitteln aus diesen Bewerben natürlich einen ordentlichen Schub geben können und für die anderen Clubs wird es dann immer schwieriger heran zu kommen.“
Marc Janko (Sky Experte)
…über das Spiel: „Rapid war nicht mehr ganz so frisch wie gegen Genk, am Ende des Tages haben sie aber die drei Punkte mitgenommen. Die Admira hatte am Schluss noch ein paar Halbchancen und hätte noch ein Unentschieden erreichen können. Rapid hat es einfach verpasst den Deckel früher drauf zu machen.“
…über die bisherige Bilanz des VAR: „Der Grundgedanke ist sehr gut und ich begrüße es, dass wir den VAR mittlerweile in der Liga haben. Bei einigen Partien waren die Menschen nicht zufrieden mit den Entscheidungen des VAR. Das heißt es ist noch nicht perfekt. Ich sitze manchmal vor dem Fernseher und denke mir, wie kann es sein, dass es bei diesen Bildern zwei unterschiedliche Meinungen gibt. Das ist teilweise absolut unverständlich. Und wenn man diese Hilfsmittel schon hat, könnte man auch noch bei anderen Entscheidungen, wie zum Beispiel falsch gegebene Eckbälle, eingreifen, weil diese können auch spielentscheidend sein.“
Beitragsbild: GEPA.
