MELBOURNE, AUSTRALIA - JANUARY 28: Roger Federer of Switzerland celebrates after winning match point during his Men’s Singles Quarterfinal match against Tennys Sandgren of the United States on day nine of the 2020 Australian Open at Melbourne Park on January 28, 2020 in Melbourne, Australia. (Photo by Hannah Peters/Getty Images)

Angeschlagener Federer dreht verrücktes Match in Melbourne

via Sky Sport Austria

MelbourneDer Schweizer Roger Federer hat am Dienstag bei den Australian Open auf unglaubliche Art und Weise zum 15. Mal das Halbfinale erreicht. Körperlich angeschlagen, wehrte er gegen den US-Amerikaner Tennys Sandgren sieben Matchbälle ab und siegte in fünf Sätzen.

Nach dem Fünfsatz-Thriller in der 3. Runde gegen John Millman, als Federer im Super-Tiebreak nur zwei Punkte vom Ausscheiden entfernt gewesen war, setzte er gegen Tennys Sandgren noch einmal einen drauf.

Sieben Matchbälle abgewehrt

Offensichtlich nicht im Vollbesitz seiner Kräfte – er berichtete danach über Leistenprobleme – wehrte der 20-fache Grand-Slam-Champion im vierten Satz sieben Matchbälle ab, drei davon beim Stand von 3:6 im Tiebreak.

Im fünften Satz wirkte Federer wieder frischer, schlug wieder härter auf und bewegte sich auch wieder besser. Beim Stand von 3:2 gelang ihm mit einer starken Vorhand das letztlich entscheidende Break. Nach dreieinhalb Stunden setzte sich Federer 6:3, 2:6, 2:6, 7:6(8), 6:3 durch.

Verwarnung

Federers Probleme hatten nach einem soliden ersten Satz begonnen, als er seinem Gegenüber mit einem Volley-, Vorhand- und Smash-Fehler ein Services-Spiel quasi schenkte. Der Schweizer bewegte sich schlecht, spielte fehlerhaft und verlor den zweiten Satz klar. Auch zu Beginn des dritten Durchgangs geriet er gleich in Rückstand. Bei 0:2 und 40:30 und Aufschlag von Sandgren wurde er verwarnt, weil er sich laut einer Linienrichterin unflätig geäußert hatte.

Adduktoren-Behandlung

Kurz danach verschwand Federer in der Kabine und ließ sich vom Physiotherapeuten behandeln. Laut Federer bekundete er Probleme mit den Adduktoren, im dritten und vierten Satz wirkte er stark handicapiert.

“Ich glaube an Wunder”

“Manchmal braucht man einfach auch Glück”, sagte er. “Sieben Matchbälle hat man nicht unter Kontrolle. Ich glaube an Wunder. Ich habe es nicht verdient, aber ich stehe hier und bin natürlich sehr glücklich.”

Federer trifft nun im Halbfinale des ersten Tennis-Grand-Slam-Turniers des Jahres auf Titelverteidiger Novak Djokovic (SRB-2).

(APA)

Beitragsbild: Getty Images

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