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Ansetzungen der Bundesliga und 2. Bundesliga bleiben unverändert

via Sky Sport Austria

Trotz der Katastrophe von Paris und des abgesagten Länderspiels in Hannover sprechen sich viele Bundesliga-Funktionäre für die Durchführung des anstehenden Spieltages aus.

Frankfurt/Main (SID) – Keine Kapitulation – dafür ein Zeichen gegen den Terror und die Angst. Mit einer “Jetzt-erst-recht”-Stimmung wollen die Fußball-Bundesligisten am Wochenende der allgemeinen Verunsicherung nach dem Drama von Paris am vergangenen Freitag und der Absage des Länderspiels wegen einer Terror-Warnung am Dienstagabend in Hannover begegnen.

Allen voran Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund und Sportchef Rudi Völler von Bayer Leverkusen sprachen sich vehement für die Durchführung des 13. Spieltages aus. “Dass gespielt wird, steht außerhalb jeder Frage. Das wäre eine solche Kapitulation, das würde ja Freudenstürme in Syrien und anderswo auslösen”, sagte Watzke dem Sport-Informations-Dienst (SID) und forderte: “Wir müssen weiterleben, sonst triumphieren die Terroristen.”

Auch Völler rief zur Besonnenheit auf. “Wir dürfen jetzt vor dem Terror nicht kapitulieren und uns nicht verrückt machen lassen. Die Spiele am Wochenende sollten stattfinden”, sagte der 55-Jährige dem Express.

Die DFL bestätigte am Mittwochnachmittag die reguläre Austragung der Partien. Man habe großes Vertrauen in die Sicherheitsbehörden in Bund und Ländern, meinte Ligapräsident Reinhard Rauball und hofft, den Spagat schaffen zu können: “Auf der einen Seite gilt weiterhin: Wir wollen dem Terror nicht weichen. Auf der anderen Seite muss der Schutz von Menschenleben höchste Priorität genießen.”

Der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen von Eintracht Frankfurt wird am Samstag trotz der Vorkommnisse “ohne Angstgefühle” zur Begegnung gegen Bayer Leverkusen ins Stadion gehen. “Ich bin kein Held. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als entspannt zu sein. Wir werden in Absprache mit den Sicherheitsbehörden die nötigen Schritte einleiten”, sagte Bruchhagen und betonte: “Das Leben muss weitergehen.”

Wie zum Beweis setzte sich der 67-Jährige am Mittwoch in den Zug von Hannover nach Frankfurt. Nach dem 11. September 2001 habe man auch gedacht, die Welt breche zusammen. “So schrecklich das auch war”, fügte Bruchhagen an, “aber die Welt ist nicht zusammengebrochen.”

Bei vielen Bundesligisten fanden am Mittwoch mit Blick auf den anstehenden Spieltag Sonder-Beratungen mit den Sicherheitsbehörden statt. Der 1. FC Köln teilte mit, dass er rund um das Spiel gegen den FSV Mainz 05 am Samstag die Ordnungskräfte “sichtbar erhöhen” werde. Gleiches gilt für den Hamburger SV beim Spiel gegen Borussia Dortmund. Borussia Mönchengladbach schließt sich beim Spiel gegen Hannover 96 an. Die Kontrollen beim Einlass würden “spürbar erhöht”. Auch wenn es keine konkreten Hinweis auf eine Gefahrenlage gebe, habe man sich aufgrund der Ereignisse der vergangenen Tage und der allgemeinen Lage dazu entschlossen, die Sicherheitsvorkehrungen zu erhöhen, teilte Geschäftsführer Stephan Schippers mit.

Der Mainzer Manager Christian Heidel hofft unterdessen, “dass dieses ganz merkwürdige Gefühl, das jeder Fußball-Fan momentan hat, möglichst schnell vorbeigeht.” Vor Kurzschlussreaktionen warnte trotz der Katastrophe von Paris und der bangen Momente von Hannover auch Martin Kind. “Wir sollten nicht in Hektik und Aktionismus verfallen. Deshalb sollte am Wochenende definitiv gespielt werden”, meinte der Präsident von Hannover 96.

Kind regte eine Sicherheitsdebatte an und nahm dabei die Deutsche Fußball Liga (DFL) in die Pflicht: “Der Fußball wird sich nach gestern mit allen Themen auseinandersetzen müssen. Besonders mit der Sicherheit.” Die DFL müsse die Meinungsführerschaft übernehmen, “dann müssen wir gemeinsam Antworten finden.”

Harald Strutz, Präsident von Mainz 05, empfahl in Sachen Trauma-Bewältigung, den Weg in die Normalität zu gehen. “Natürlich hat es nun eine neue Qualität, aber es ist wichtig, dass wir versuchen, uns den Fußball nicht zerstören zu lassen.”