Arnautovic nach Coup hoffnungsfroh: „Das ist eine Mannschaft, auf die man bauen kann“

Marko Arnautovic zählt noch lange nicht zum alten Eisen. Österreichs Stürmerstar hat am Freitag zum Auftakt der Teamchef-Ära von Ralf Rangnick bewiesen, dass er nicht nur Fußball spielen, sondern im verordneten Pressing auch wichtige Wege gehen kann. Sein Führungstor ebnete den Weg zum 3:0-Sieg in Osijek gegen Kroatien. Der 33-Jährige blickte nach der Überraschung gegen den Vizeweltmeister hoffnungsfroh in die Zukunft: „Das ist eine Mannschaft, auf die man bauen kann.“

Vergessen sind die Zweifel nach dem verlorenen WM-Play-off im März in Wales (1:2). Nach der verspielten Chance auf die WM in Katar hatte Arnautovic seine Zukunft im Nationalteam offengelassen. Mit seiner Familie habe er entschieden, die internationale Karriere fortzusetzen. Rangnick baut auf ihn im Angriff – auch wenn der Wiener in Kroatien wegen leichter Oberschenkelprobleme bereits zur Pause in der Kabine bleiben musste. „Wir haben noch drei Spiele, keiner wollte etwas riskieren“, erklärte Arnautovic.

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Stürmer-Routinier vor 100. Länderspiel

Der Bologna-Legionär steht unmittelbar vor seinem 100. Länderspiel. Er könnte es bereits am Montag in Wien gegen Dänemark bestreiten. Dreistellige Länderspielzahlen haben bei den ÖFB-Männern bisher nur Andreas Herzog (103) und Arnautovics von Rangnick nicht nominierter Kollege Aleksandar Dragovic (100) erreicht. „Ihr wisst, wie viel Schweiß und Blut ich für dieses Nationalteam gegeben habe“, sagte Arnautovic den nach Osijek gereisten Journalisten. „Es ist schön, jetzt dann den 100er auf dem Buckel zu haben. Ich freue mich darauf und bin extrem stolz darauf. Ich hoffe, dass wir den Sieg feiern können.“

Die Dänen sind mit einem 2:1-Sieg in Frankreich ebenfalls erfolgreich in die Nations League gestartet. Die Vorfreude auf das Duell in Wien ist groß, das Selbstvertrauen ebenso. „Einen 3:0-Auswärtssieg in Kroatien macht man nicht alle Tage“, sagte Arnautovic, gab aber zu bedenken: „Es sind noch andere Spiele auch. So ein Sieg heißt für uns nicht, dass es jetzt fertig ist. Das ist der Anfang. Wir sind überglücklich – und weiter geht’s.“

Am selbstbewussten Auftritt des ÖFB-Teams hatte laut Arnautovic auch Rangnick seinen Anteil. „Der Teamchef ist gekommen, hat neue Energie gebracht. Er hat uns neue Aufgaben gegeben“, schilderte der Routinier. Er selbst musste Gegner früher als im Nationalteam zuletzt üblich anlaufen, meisterte das aber trotz großer Hitze („Das war nicht sehr schön“) wie viele seiner Teamkollegen mit Bravour. „Es war richtig anstrengend, aber es hat Spaß gemacht.“ Bei einem neuen Coach wolle sich jeder Spieler beweisen. „Das gibt eine neue Energie, frischen Wind“, meinte Arnautovic. Bei Ballverlusten der Kroaten seien die Österreicher immer zur Stelle gewesen.

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Sonderlob vom Ersatzkapitän gab es für die Abwehrspieler Kevin Danso, Gernot Trauner und Maximilian Wöber. „Die haben das überragend gemacht. Es ist nicht einfach nach den Resultaten, die wir gehabt haben, von Anfang an zu spielen“, meinte Arnautovic, der anstelle des nicht mit nach Kroatien gereisten David Alaba die Schleife trug. „Ich bin megastolz auf die Jungs, die haben das super gemacht – aber nicht nur hinten, auch vorne die Jungs, die reingekommen sind.“

Nur noch ein Tor fehlt auf Krankl

Arnautovic ist guter Dinge. Er will im Herbst seiner ÖFB-Karriere noch einmal große Erfolge feiern. „Wir hoffen natürlich, dass wir in der nächsten Zeit viel Spaß haben mit der Mannschaft und etwas erreichen können. Wir sind eine super Mannschaft, alle sind lustig drauf.“ Auch er selbst. Mit 33 Länderspieltoren fehlt Arnautovic nur noch ein Treffer auf den legendären Hans Krankl, die Nummer zwei der ewigen ÖFB-Schützenliste. Nur Rekordmann Toni Polster (44 Tore) scheint vorerst außer Reichweite. „Mich interessiert nicht, wer vorne ist“, sagte Arnautovic. „Ich schaue nicht darauf.“ Er wolle nur der Mannschaft helfen.

https://www.skysportaustria.at/match-ratings-zu-kroatien-vs-oesterreich-benote-das-oefb-team/

(APA) / Bild: GEPA