Ausgleich in der Nachspielzeit: Gladbach verpasst Befreiungsschlag
Moritz Nicolas hockte nach dem späten Schock in der Nachspielzeit noch lange in seinem Tor, seine Mitspieler standen enttäuscht auf dem Rasen herum. Borussia Mönchengladbach hat beim 1:1 (1:0) gegen den FSV Mainz 05 einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf verpasst. Das Team von Trainer Eugen Polanski ist als Tabellen-13. weiter in Gefahr, Mainz dürfte hingegen gerettet sein.
Joe Scally (7.) traf früh zur Gladbacher Führung, doch Nadiem Amiri (90.+8) glich spät per Foulelfmeter aus. Vier Spieltage vor Schluss liegt die Borussia fünf Punkte vor dem Relegationsrang und sieben Zähler vor dem Tabellen-17. VfL Wolfsburg, der am Samstag nächster Gegner der Borussia ist.
„Ich hatte die Hoffnung, dass wir so ein Spiel mal über die Runden bringen und drei Punkte holen“, sagte Kapitän Rocco Reitz bei DAZN.
Gladbach-Negativlauf hält an
Wenig Mut macht eine kuriose Serie: Schon 2025 war Gladbach während der siebenmonatigen Sommerzeit ohne jeden Sieg geblieben, auch in diesem Jahr gab es seit der Umstellung der Uhr in drei Versuchen noch keinen Dreier.
„Ich würde lügen, wenn ich nicht auf die Tabelle blicken würde“, hatte Polanski vor dem Spiel angesichts der prekären Lage gesagt. Gladbach begann dann auch nervös, ließ Mainz in den ersten sechs Minuten zweimal gefährlich vor das eigene Tor kommen – und schlug dann zu. Scally traf aus 15 Metern flach ins lange Eck zu seinem zweiten Saisontor.
Wie schon im vorherigen Heimspiel gegen Heidenheim (2:2) gab die frühe Führung der Borussia aber keine Sicherheit. Mainz spielte drei Tage nach dem Knock-out in der Conference League munter mit und prüfte VfL-Keeper Nicolas öfter, als ihm lieb war.
Die 50.245 Fans wurden bestens unterhalten – vor allem von Mainz. Die 05er marschierten teils blitzschnell durch das Mittelfeld. Gladbach konterte im eigenen Stadion – meist über Reitz, der vor dem Spiel angesichts seines anstehenden Wechsels zur RB Leipzig erneut Pfiffe zu hören bekam und sogar Unterstützung vom Stadionsprecher erhielt („Das ist unser Spieler, Leute“).
Während Polanski an der Seitenlinie auf und ab lief, kam Gladbach bis zur Pause besser ins Spiel, der laufstarke Jens Castrop hatte das zweite Tor auf dem Fuß (31.). Bis zur Pause schenkten sich beide Teams in dem intensiven Duell nichts.
In der zweiten Halbzeit war die Partie mehr und mehr von Kampf geprägt. Die Borussia, bei der Florian Neuhaus nicht einmal mehr im Kader stand, verteidigte mit viel Leidenschaft den knappen Vorsprung gegen deutlich aktivere Mainzer. Erneut eine gute Partie zeigte Nicolas, der auch gegen Paul Nebel (67.) zur Stelle war. Gegen Amiris Elfmeter war er aber machtlos.
(SID)
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