Das 2:3 gegen Österreich zum Abschluss der Gruppenphase der Fußball-EM ist für die Niederlande scheinbar ein wertvoller

„Außerordentliche Leistung“: Niederlande jubelt über Viertelfinal-Einzug

Das 2:3 gegen Österreich zum Abschluss der Gruppenphase der Fußball-EM ist für die Niederlande scheinbar ein wertvoller Schuss vor den Bug gewesen. Die „Oranjes“ zeigten am Dienstag eine positive Reaktion und zogen mit einem 3:0 gegen Rumänien souverän ins Viertelfinale ein. Durch das Out der ÖFB-Truppe gegen die Türkei bietet sich nun keine Chance zur Revanche, die Türken bauen sich auf dem Weg ins Halbfinale vor der Truppe von Trainer Ronald Koeman auf.

„Die Leistung war außerordentlich und solche Leistungen brauchen wir, um eine Chance zu haben, weiterzukommen“, sagte Koeman. Der herausragende Cody Gakpo ließ die Kritiker mit seinem Treffer in München in der 20. Minute früh verstummen. „Joker“ Donyell Malen sorgte mit einem späten Doppelschlag (83., 93.) für klare Verhältnisse. Von seit Tagen schlechter medialer Stimmung nach dem nur als einer der vier besten Gruppendritten fixierten Aufstieg war danach nichts mehr zu vernehmen. In „De Telegraaf“ war von einer „dominanten Oranje“ die Rede.

Sieg gegen Rumänien nie in Gefahr

Nach leichten Anlaufschwierigkeiten geriet der Sieg nach der Führung nie wirklich in Gefahr, einziges Manko war die Chancenverwertung, was bei einem 3:0 zum Auftakt der K.o.-Phase leicht zu verschmerzen war. „Wir haben eine gute Reaktion gezeigt. Das war ein Schritt in die richtige Richtung“, befand Gakpo. Der gelang auch dank der Rückkehr von Rechtsverteidiger Denzel Dumfries in die Startformation. „Wir haben unsere Lehren gezogen“, verlautete der 28-jährige Inter-Mailand-Akteur.

Das Pressing und Positionsspiel sei besser gewesen als gegen Österreich, zudem habe die Offensivreihe sehr gut agiert. „Wir haben gezeigt, dass wir jederzeit für ein Tor gut sind“, sagte Dumfries. Laut Gakpo habe es sich bezahlt gemacht, dass man in den letzten Tagen viel über Aggressivität und Intensität gesprochen habe und darüber, wie man sich beim Verteidigen verhalten solle. Das Ergebnis war auf dem Platz ersichtlich, Koeman hat die richtigen Hebel bei seinem Team in Bewegung gesetzt.

„Erkannt, dass das letzte Spiel schlecht war“

„Wir haben viele Dinge gut gemacht und ein starkes Zeichen gesetzt. Die Mannschaft hat erkannt, dass das letzte Spiel in jeder Hinsicht wirklich schlecht war“, gab der 61-Jährige zu Protokoll. Gründe für das Auf und Ab von einer zur anderen Partie zu finden, sei manchmal schwer. „Diesmal waren wir von Anfang an scharf. Das hat den Unterschied ausgemacht“, betonte Koeman. Angst davor, den Ausgleich zu kassieren, habe er, „weil wir so gut verteidigt haben“, nie gehabt.

Als Belohnung ist die „Elftal“ erstmals seit 2008 in einem EM-Viertelfinale und der Traum vom insgesamt zweiten EM-Titel nach 1988, den Koeman als Spieler miterlebt hat, lebt weiter. „Wir haben großes Talent in dieser Mannschaft, aber natürlich ist es wichtig einmal etwas zu gewinnen, dann können die Leute beginnen Vergleiche mit 1988 zu ziehen“, sagte der Bondscoach. In der aktuellen Zeit sei es jedenfalls viel schwieriger. „Der Fußball hat sich verändert, es ist alles körperlicher und du musst auch schnell und technisch gut sein.“

Niederlande gegen Türkei Favorit

Am Samstag muss erst einmal – womöglich ohne die angeschlagenen Jerdy Schouten und Steven Bergwijn – in Berlin die drittletzte Hürde genommen werden. Das neuerlich samt Favoritenrolle. Die Türken haben aber schon das Achtelfinale als Außenseiter gemeistert und nun mit dem gesperrt gewesenen Kapitän Hakan Calhanoglu wieder eine enorm wichtige Offensivstütze zur Verfügung.

„Wir wollen die Leute weiter glücklich machen“, betonte Calhanoglu. Die Unterstützung von den Rängen ist seinem Team sicher. „Wir sind die Nummer eins von den Fans. Sie sind überall mit uns. In jedem Stadion ist es das Gleiche. Klar ist es aber in Berlin noch eine Nummer höher. Wir Türken sind überall“, sagte der 30-Jährige. Ein Beispiel will man sich an 2008 machen. Damals gelang bei der Endrunde in Österreich und der Schweiz und dem bisher letzten türkischen Viertelfinaleinzug dann auch der Vorstoß in die Vorschlussrunde.

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(APA) / Bild: Imago