Bereit für den Showdown: Slowakei hofft auf „kleines Wunder“ gegen Deutschland
Die Vorfreude auf den Showdown um die direkte WM-Teilnahme könnte bei Deutschlands Gegner Slowakei kaum größer sein.
Der Last-Minute-Sieg gegen Nordirland durch einen Debütanten-Treffer zwei Minuten nach der Einwechslung wurde zum ultimativen Stimmungsanheizer. „Es ist ein tolles Gefühl, dass wir ein so großes Spiel bestreiten können“, sagte Torschütze Tomas Bobcek vor dem Duell am Montag in Leipzig gegen den punktegleichen viermaligen Weltmeister.
Einmal erst spielte die Slowakei, ein Land, das deutlich weniger Einwohner hat als der Deutsche Fußball-Bund Mitglieder, bei einer WM-Endrunde und sorgte mit einem Sieg gegen den damaligen Titelverteidiger Italien für Furore. 15 Jahre ist das her. „Die Weltmeisterschaft rückt näher, aber wir sind noch nicht ganz da“, sagte Bobcek mit Blick auf die Endrunde 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. Der Mittelstürmer von Lechia Gdansk ergänzte: „Wir werden alles tun, um erfolgreich zu sein, auch wenn wir wissen, dass es schwierig werden wird.“
Slowakei bisher einmal bei WM
2010 in Südafrika waren die Slowaken bisher das einzige Mal dabei und schafften es prompt in die K.o.-Runde. Rekordnationalspieler Marek Hamsik ist eineinhalb Jahrzehnte später nicht mehr dabei, der 138-malige Auswahlakteur beendete seine Karriere vor ein paar Monaten. Im Kader steht aber weiter Peter Pekarik, der in der vierten Liga für die zweite Mannschaft von Hertha BSC spielt. Gesetzt ist Matus Bero. Er bildet mit Stanislav Lobotka das Herzstück des Mittelfeldes. Bisher zeichnete die Slowaken aber auch ihre Defensivarbeit aus: Nur zwei Gegentore kassierte die Mannschaft von Francesco Calzona.
Der 57-jährige Italiener trainiert das Team seit Juli 2022. Es ist seine erste Station als Cheftrainer, zuvor hatte Calzona unter anderem als Co-Trainer für Napoli gearbeitet. Im ersten Halbjahr trainierte er die Neapolitaner neben seiner Tätigkeit als Nationalcoach der Slowakei. Nach dem Erreichen der EM-Endrunde könnte er seine Zeit dort nun mit der WM-Teilnahme noch mal toppen.
Nagelsmann hofft auf Kimmich und Schlotterbeck
Es könnte ein offenes Spiel werden gegen die deutsche Mannschaft, meinte Flügelspieler Lukas Haraslin von Sparta Prag: „Vielleicht haben sie gar nicht damit gerechnet, dass sie mit uns ums direkte Weiterkommen kämpfen werden.“ Und Abwehrchef Milan Skriniar von Fenerbahce Istanbul betonte: „Wir sind sicher in der Relegation, was großartig ist. Aber warum nicht versuchen, ein kleines Wunder zu vollbringen und die Deutschen bei ihnen zu überraschen?“
Julian Nagelsmann hofft auf eine Rückkehr der verletzten Stammspieler Joshua Kimmich und Nico Schlotterbeck. „Das würde uns schon gut zu Gesicht stehen, wenn die beiden wieder auf dem Acker stehen könnten“, sagte der DFB-Teamchef. Verliert Deutschland, warten die Play-offs im März.
(APA) Foto: Imago
