ÖFB-Legionär Christoph Klarer (Bild, links) steht nicht im ÖFB-Kader von Teamchef Ralf Rangnick (Bild, rechts)

Birmingham-Kapitän Klarer nicht im ÖFB-Kader: „Kein Rückschlag für mich“

Das ÖFB-Team trifft am morgigen Freitag im ersten Testspiel der Länderspielpause auf Ghana (18 Uhr). Nicht mit dabei ist ÖFB-Legionär Christoph Klarer.

Der 25-Jährige ist seit Saisonbeginn Kapitän von Birmingham City und ist beim Championship-Klub nicht mehr wegzudenken. Klarer hat sich im exklusiven Sky-Interview über das ÖFB-Team und die Fußball-WM in Kanada, den USA und Mexiko im kommenden Sommer geäußert.

„Versuche das Beste daraus zu machen“

Angesprochen auf seine Nicht-Nominierung sagt der Niederösterreicher: „Enttäuscht bin ich nicht. Ich versuche das Beste daraus zu machen. Ich gebe jeden Tag Vollgas bei meinem Verein. Das ist eine Aufgabe, die ohnehin anspruchsvoll genug ist.“

Über eine Nominierung ins Nationalteam würde sich Klarer dennoch freuen. „Wenn es irgendwann so weit sein sollte, freue ich mich natürlich sehr darüber. Wenn es nicht passiert, soll es einfach nicht sein. Für mich ist das kein großer Rückschlag. Ich mache das, was ich kontrollieren kann. Was am Ende dabei rauskommt, entscheidet der Teamchef.“

Kein Kontakt mit dem ÖFB

Der Innenverteidiger durchlief die Jugendmannschaften des ÖFB von der U15 bis hin zur U21. Zuletzt stand er beim A-Nationalteam im Jahr 2023 auf der Abrufliste. Kontakt gab es seitdem keinen mehr: „Ich habe sehr gern für Österreich gespielt, ich bin sehr stolz, Österreicher zu sein. Aber Kontakt mit dem ÖFB bezüglich dem Nationalteam gab es nicht mehr.“

Die WM im Sommer sieht Klarer derzeit nicht als realistisches Ziel an: „Abgehakt habe ich gar nichts. Aber ich bin natürlich auch realistisch. Auf der Position gibt es auch andere Spieler, die gut performen und in guten Ligen spielen. Ich versuche einfach zu beeinflussen, was ich beeinflussen kann.

Klarer über Nationenwechsel: „Gibt nicht viel zu diskutieren“

Mit Carney Chukuwuemeka und Paul Wanner sind kürzlich zwei neue Spieler nach Verbandswechseln in den Kader des ÖFB-Teams gerückt. Die beiden „Neuzugänge“ sieht Klarer positiv für die Nationalmannschaft: „Das sind natürlich zwei Spieler, die eine unfassbare Qualität haben. Ich bin sicher, dass sie dem ÖFB-Team helfen können.“

Gleichzeitig war in Österreich zuletzt auch oft ein Nationenwechsel in die andere Richtung Thema. Einige junge Spieler, wie beispielsweise Leon Grgic von Meister Sturm Graz, entschieden sich zuletzt gegen den ÖFB. „Ich kann die Frustration natürlich verstehen, wenn ein Spieler die komplette Ausbildung bei einem Verband durchläuft und dann nicht für die Nation aufläuft“, sagt Klarer über die Thematik. „Aber die Regeln sind eben so und wenn jeder die grundsätzlichen Regeln befolgt, dann gibt es da auch nicht viel zu diskutieren.“

Klarer über U17-WM: „Solche Erfolge sind wichtig für das ganze Land“

Die U17-WM hat der ÖFB-Legionär mit Blick auf das Team von Teamchef Hermann Stadler mit großem Interesse verfolgt. „Ich habe immer geschaut, wenn es für mich möglich war“, so Klarer. „Solche Erfolge sind wichtig für das ganze Land. Die Jungs können stolz auf sich sein, aber das war der Anfang einer langen und harten Karriere. Stadler und sein Team haben da unfassbare Arbeit geleistet.“

Mit dem U17-Teamchef verbindet der Innenverteidiger viel, hat er doch zahlreiche Spiele in den Jugend-Nationalteams unter dem 64-Jährigen bestritten. „Es war mir immer eine riesengroße Ehre. Wir hatten wunderschöne Momente zusammen, an die ich mich gerne zurückerinnere. Wir hatten natürlich auch Rückschläge, wie zum Beispiel das Verpassen der EM-Endrunde. Ich bin aber immer gern zum Team gefahren“, so der Innenverteidiger über seine Zeit im ÖFB-Nachwuchs. „Ich hatte immer eine tolle Zeit, wir hatten großes Glück mit dem Trainerteam“, so Klarer.

++ Teil 2 des exklusiven Sky-Interviews mit Christoph Klarer lest ihr hier ++

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Bilder: GEPA/Imago