„Blech“ beim Debüt – Lamparter muss sich noch gedulden

2,4 Sekunden haben Johannes Lamparter auf die olympische Glückseligkeit gefehlt. Nachdem er sich auch in den Dienst der österreichischen Mannschaft gestellt hatte, fehlten dem Weltcup-Führenden nur ein paar Meter auf eine Medaille bei seinem Olympia-Debüt. Dass genau das eben seinem Teamkollegen und Freund Lukas Greiderer gelang, ließ Lamparter „Blech“ etwas leichter verkraften. Nächste Woche hat der 20-Jährige zwei weitere Chancen auf seine Medaillen-Premiere.

„Vierter Platz bei Olympia – es zählen die Medaillen. Ob ich Vierter oder 21. werde, ist wurscht“, ließ der Tiroler nach dem Bewerb von der Normalschanze erkennen, was auch er selbst von sich erwartet hatte. Mit 1:04 Minuten Rückstand von Platz fünf nach dem Springen in die Loipe gegangen, hatte er es dabei bewusst vermieden, das Tempo anzuziehen. „Die Taktik war, dass ich nicht viel mache, dass der Luki (Greiderer) vorne ’safe‘ ist. Dass ich nicht Führungsarbeit mache.“

Letztlich aber hat es nicht gereicht, um die starken Läufer Vinzenz Geiger und Jörgen Graabak von der Spitze fernzuhalten. Greiderer wurde von beiden überlaufen, aber hinter dem Deutschen und dem Norweger noch Dritter. Lamparter zog zunächst einmal vor Geiger den Hut: „Wenn Vinzenz was riecht und merkt, er kann nach vor kommen und kann das gewinnen und eine Medaille machen, macht er das. Dann zieht er das durch. Unglaublich, wie er antritt.“

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Die zweite Wertschätzung des Rumers gab es dann aber gleich für Greiderer: „Für Luki unglaublich cool, voll geil. Es taugt mir für das österreichische Team“, sprach Lamparter den Wert der Medaille für die Team-Dynamik an. „Und so cool wie der Luki das gemacht hat, das taugt mir für ihn selber. Ein Fighter bis zum Geht-Nicht-Mehr, er hat gekämpft und jetzt steht er da und hat eine Einzelmedaille. Es taugt mir für ihn, und wir werden jetzt sicher wieder auf der Großen angreifen.“

Klar hätte Lamparter sein Medaillenziel schon gerne auf der Normalschanze unter Dach und Fach gebracht. Wer weiß, ob der noch Corona-Positive Jarl Magnus Riiber am nächsten Dienstag dann wieder dabei ist und die Ausgangslage damit erschwert. Ein nicht optimaler Sprung oder wohl etwa zwei Meter kosteten dem Doppel-Weltmeister von Oberstdorf aber eine Ausgangsposition für das 10-km-Rennen, aus der die Taktik eine für ihn viel vorteilhaftere gewesen wäre.

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So reichte es nicht ganz. „Er war dann schon weit weg der Luki, aber das ist schon Geschichte. Ich bin dann am letzten Stieg nicht mehr ganz mitgekommen mit den drei (Geiger, Graabak, Greiderer).“ Grundsätzlich sei es ein zähes Rennen gewesen, wie der dreifache Sieger von Weltcup-Rennen bekannte. Druck hingegen habe er nicht verstärkt gespürt. „Natürlich will man etwas reißen bei Olympia. Es hat nicht geklappt, aber mit 20 Jahren passt das auch ganz gut bei der Premiere.“

Und laut Mario Stecher muss man sich um Lamparter in den weiteren Bewerben keine Sorgen machen. „Natürlich spricht ein jeder, du hast so viel gewonnen, du wirst Olympiasieger“, sagte der Sportliche Leiter im ÖSV. „Da musst du dann erst am Tag X wirklich die Leistung abrufen.“ Das habe er auch, allerdings mit Pech auf der Schanze. „Vierter ist bei Olympia ein richtig undankbarer Platz. Aber ich bin überzeugt davon, dass er auf der Großschanze wieder ganz vorne mitkämpfen wird.“

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(APA)

Artikelbild: GEPA