Boisson-Märchen in Paris geht weiter

Eine unbekannte Französin, Nummer 361 der Welt, begeistert bei den French Open die Zuschauer. Nach einem sensationellen 3:6,6:4,6:4-Sieg am Montag in Paris gegen die als Nummer drei gesetzte US-Amerikanerin Jessica Pegula steht Loïs Boisson bei ihrem ersten Grand-Slam-Turnier schon im Viertelfinale.

In diesem trifft die seit 16. Mai 22-Jährige auf die vier Jahre jüngere Russin Mirra Andrejewa. Diese besiegte die Neo-Australierin Daria Kasatkina 6:3,7:5.

Auch die US-Amerikanerinnen Coco Gauff (Nr. 2) dank einem 6:0,7:5 über Jekaterina Alexandrowa (RUS) und Madison Keys (7) durch einen 6:3,7:5-Erfolg über ihre überraschend ins Achtelfinale gekommene Landsfrau Hailey Baptiste stehen im Viertelfinale, das somit bei den Frauen komplettiert ist.

Zverev nur 51 Minuten auf dem Platz

Bei den Männern hatte Alexander Zverev zu Beginn der letzten Turnierwoche leichtes Spiel. Sein niederländischer Gegner Tallon Griekspoor musste beim Stand von 6:4,3:0 nach nur 51 Minuten wegen einer Bauchmuskelverletzung aufgeben. „Es ist heute früh beim Einspielen passiert“, erklärte Griekspoor. Größter Schreckmoment für Zverev war, als er im sechsten Game eine Fliege verschluckte und einen Hustenanfall bekam. Nach kurzer Pause setzte er sein Aufschlagspiel mit einem Ass fort.

Zverev konnte sich dann in aller Ruhe seinen nächsten Gegner anschauen, der im Anschluss zwischen Misolic-Bezwinger Novak Djokovic und Cameron Norrie ermittelt wurde.

Dembele präsentiert Champions-League-Trophäe

Für einen Jubel der besonderen Art sorgte am Nachmittag der Stürmer von Champions-League-Sieger Paris St. Germain, Ousmane Dembele: Er trug die am Samstag gewonnene CL-Trophäe auf den Center Court. „Ici c’est Paris (das ist Paris)“, rief Dembele den rund 10.000 Fans zu und erzählte danach noch von den magischen Momenten in München. PSG hatte dort Inter Mailand mit 5:0 vom Platz geschossen.

Die Schlagzeile des Tages gehörte aber zumindest vorerst Boisson. Die 22-Jährige hatte zuletzt wegen eines Kreuzbandrisses lange pausieren müssen. Zu ihren bisher 21.000 Dollar Karriere-Preisgeld kommen nun zumindest 500.000 dazu. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll, aber danke. Auf diesem Court in so großartiger Atmosphäre zu spielen war unglaublich“, sagte Boisson nach dem 2:40-Stunden-Marathon. Sie ist nun die am schlechtesten platzierte Spielerin seit Kaia Kanepi (2017 US Open als Nummer 418) in einem Major-Viertelfinale. Die Franzosen dankten es ihr mit der spontan gesungenen Nationalhymne, der Marseillaise.

Im Junioren-Bereich steht der Österreicher Thilo Behrmann nach seinem zweiten Sieg im Achtelfinale. Seine Landsfrau Lilly Tagger überstand am Montag Runde eins.

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(APA)

Bild: Imago