Braathen fühlt sich bereit für große Kugel

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Er habe niemals ein Geheimnis daraus gemacht, dass er den Gesamtweltcup will. „Für mich ist das nur natürlich. Ich war Zweiter letztes Jahr. Eines meiner größten Ziele ist, den Gesamtweltcup nach Hause zu holen, bevor ich mit Skifahren fertig bin“, sagte der Brasilianer Lucas Pinheiro Braathen nach dem Gewinn des Riesentorlaufs beim Weltcup-Auftakt in Sölden. „Ich fühle, dass ich in einem Stadium meiner Karriere bin, in dem ich dazu fähig bin. Also los geht’s.“

Das Schöne am Gesamtweltcup sei, dass dieser sich über die ganze Saison ziehe, es einen Kampf mit sich bringe. „Ich bin bereit für diesen Kampf, ich habe mich in Position gebracht. Jeder Punkt zählt, jedes Rennen zählt.“ Um gegen den Schweizer Marco Odermatt eine Chance zu haben, will Technikspezialist Braathen auch den Super-G zum Repertoire hinzufügen. Er plant Rennstarts zum Auftakt in Copper Mountain und Beaver Creek. Hoffentlich fahre er gut genug, um danach noch ein paar weitere in Angriff zu nehmen. Bisher gewann er fünf Riesentorläufe und vier Slaloms, im Super-G war er erst zweimal am Start (7., 64.).

Das nächste Rennen ist aber der Torlauf Mitte November in Levi. Das „Slalomprojekt“ wollte er „nach ein paar Bier mit den Freunden“ Montagfrüh starten. Er verdiene es jetzt aber, den Sieg zu genießen.

„Arbeite, um jeden Tag zu gewinnen“

Der 26-Jährige, der Olympiasieger und Kugelgewinner im Riesentorlauf ist, hatte auf dem Rettenbachferner eine spezielle Zuschauerin, Freundin Isadora Cruz war erstmals bei einem Skirennen live dabei und zu Tränen gerührt. Diese persönliche Freiheit, sie dabeizuhaben, genoss er. „Da war viel Druck mit diesen wunderschönen Augen auf mich. Das war ein spezielles Privileg.“ Hoffentlich erlaube das Team weitere Besuche. „Es sind alle gleichgestellt. Es ist immer eine Zusammenarbeit, niemals eine Forderung von mir.“

Auf seine Leistung am Sonntag sei er sehr stolz. Sich den Berg runterzukämpfen sei eine enorme Herausforderung gewesen. „Mit der Sicht und den Bedingungen. Am Ende des Tages habe ich der Arbeit vertraut, den Gesprächen und Experimenten, die wir gemacht haben. Ich arbeite nicht, um an bestimmten Tagen zu gewinnen. Ich arbeite, um jeden Tag zu gewinnen.“ Sein Motto sei: Ob es schneit oder sonnig ist, die Verhältnisse hart oder weich sind – versuche es so gut wie möglich. Er habe die Bedingungen angenommen und sei mit dem Herzen Ski gefahren.

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