Last-Minute-Ausgleich! Sturm rettet Remis gegen Ried
Sturm Graz hat die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga aus den Augen verloren. Der Vizemeister kam am Sonntag zu Hause gegen die SV Ried über ein 2:2 nicht hinaus und hat damit nach zehn Runden schon neun Punkte Rückstand auf Leader Rapid. Die drohende Niederlage verhinderte Belmin Beganovic erst in der 92. Minute. Zuvor hatten die Rieder die Partie nach einem Treffer von Simon Seidl (31.) durch Philipp Pomer (45.+5/Elfer) und Isaac Kiese Thelin (55.) vermeintlich gedreht.
Damit gab es im 100. Pflichtspielduell der beiden Teams vor 14.517 Zuschauern keinen Sieger. Für die weiter drei Zähler hinter Sturm fünftplatzierten Innviertler endete eine Serie von drei Ligasiegen in Folge, bei Sturm müssen sie weiter auf ihren ersten Meisterschaftssieg seit 30. Juli 2016 warten. Für die fünf Partien unbesiegten Rieder geht es schon am Dienstag mit dem Cup-Achtelfinale beim Oberösterreich-Rivalen LASK weiter. Sturm gastiert erst am Donnerstag in Lustenau.
Sturm ohne Änderung in Startelf
Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch wollte eine „tolle Woche krönen“, wie er im Vorfeld gesagt hatte, und schenkte jener Startelf das Vertrauen, die auch beim Heim-1:0 gegen Olympique Marseille am Donnerstag in der Europa League begonnen hatte. Zusätzlich zu den zahlreichen längerfristigen Ausfällen fehlte Jürgen Heil weiter wegen muskulärer Probleme, Albert Vallci saß wegen Fersenschmerzen auf der Bank. „Ich habe den gleichen Jungs das Vertrauen geschenkt, da es gerade sehr gut läuft“, erklärte Ingolitsch vor Anpfiff im Sky-Interview.
Und sein Team schloss nahtlos an den guten Auftritt gegen die Franzosen an. Ähnlich wie am Donnerstag mangelte es dabei allerdings an der Effizienz. Ried-Tormann Andreas Leitner musste gleich einmal eine Topchance von Oumar Diakite vereiteln (4.). Nach einem Kopfball von Paul Koller über das Tor (8.) war er auch bei Abschlüssen von Arjan Malic (19.) und Simon Seidl (30.) jeweils aufs kurze Eck auf dem Posten. Letzterer machte es im zweiten Anlauf besser, schloss nach einer nur kurz geklärten Flanke diesmal flach ins lange Eck ab. Sturm zeigte allgemein gutes Kurzpassspiel, hatte alles im Griff, brachte sich in der Nachspielzeit der ersten Hälfte unnötig, aber selbst in die Bredouille.
Malic-Aussetzer brachte Umschwung
Malic schlug Jeadin Rhodes beim Vorbeilaufen leicht in den Rücken. VAR Alan Kijas schaltete sich ein, Schiedsrichter Safak Barmaksiz sah sich die Szene am Monitor an und schloss den Sturm-Verteidiger aus. Eine Minute später kam es noch bitterer. Hödl verschuldete mit einem Handspiel im Strafraum einen Elfmeter, den Pomer sicher verwandelte. Das wirkte sich klarerweise in der zweiten Hälfte auf das Spielgeschehen aus. Die Oberösterreicher, bei denen trotz des jüngsten 3:2 gegen die Wiener Austria von Trainer Mario Despotovic gleich fünf „Neue“ in der Startelf gebracht worden waren, konnten aus ihrer numerischen Überlegenheit schnell Kapital schlagen.
Rossdorfer setzte sich auf der Seite durch und flankte zur Mitte, wo Kiese Thelin per Kopf erfolgreich war. Einen Doppelschlag des ehemaligen schwedischen Teamstürmers verhinderte Ammar Helac, der den Ball mit den Fingerspitzen in den Corner lenken konnte (68.). Sturm versuchte mit einem Mann weniger die Offensivbemühungen zu erhöhen, wurde aber bis zur Nachspielzeit nicht gefährlich. Da stach der Ex-Rieder Beganovic als „Joker“, er schoss eine Hereingabe von Hödl nach Halwachs-Fersenvorarbeit aus kurzer Distanz unter die Latte. Damit gab es nach dem 6:1 gegen den GAK und Erfolg gegen Marseille im dritten Heimspiel in Folge immerhin keine Niederlage.
Gewinnspiel: Gewinne VIP-Tickets für das 351. Wiener Derby zwischen Austria und Rapid
Alle Tore:
1:0 Simon Seidl (31.)
Rote Karte – Arjan Malić (45.+2)
1:1 Philipp Pomer (45.+5)
1:2 Isaac Thelin (55.)
2:2 Belmin Beganovic (90.+3)
