Fußball, WM Quali, Brasilien - Argentinien, Gesundheitsbehörde sorgt wegen Corona für Spielabbruch Brazil s Neymar, center, and Brazil s coach Tite talk as the soccer game is interrupted by health authorities during a qualifying soccer match against Argentina for the FIFA World Cup, WM, Weltmeisterschaft, Fussball Qatar 2022 at Neo Quimica Arena stadium in Sao Paulo, Brazil, Sunday, Sept.5, 2021. AP Photo/Andre Penner PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xAndrexPennerx 62222600

Brasilien-Coach Tite fleht: Schickt uns Europäer her!

via Sky Sport Austria

Brasilien ist in Südamerikas WM-Eliminatorias scheinbar unschlagbar und lechzt nach einer Standortbestimmung gegen die Elite der Alten Welt.

Auf dem Kontinent ist die Selecao das Nonplusultra, der Rest der Welt aber eine Terra incognita für sie. Deshalb forderte Brasiliens Fußball-Nationaltrainer Tite bei der Kaderbekanntgabe für den anstehenden Triple-Spieltag in der südamerikanischen WM-Qualifikation: “Du kannst ein Testspiel egal gegen welche europäische Auswahl arrangieren.”

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Die Botschaft ging an den neben ihm sitzenden Juninho Paulista, Weltmeister 2002 und heute Nationalmannschafts-Manager. “Wir wollen das, die Selecao will das”, bekräftigte der 60-Jährige. Seit dem Viertelfinal-K.o. bei der WM 2018 gegen Belgien maß der fünfmalige Weltmeister gerade ein einziges Mal die Kräfte mit einem Europäer: beim 3:1 im März 2019 gegen Tschechien, längst keine Macht auf dem hiesigen Kontinent.

Brasilien sind die Hände gebunden

Und so sind nach dem Pflichtauftritt am Donnerstag beim Eliminatorias-Schlusslicht Venezuela die Duelle gegen WM-Anwärter am Sonntag in Kolumbien und vier Tage später gegen Uruguay die derzeit bestmöglichen Standortbestimmungen auf dem Weg nach Katar.

Denn Juninho sind die Hände gebunden. Weil die Selecao bei Freundschaftsspielen wegen eines vor neun Jahren abgeschlossenen Vertrags mit einem arabischen Konglomerat (ISE) und dessen Vermarkter (Pitch) noch bis 2022 fremdbestimmt ist. Aber vor allem, weil die Europäer zwischen Nations League, Qualifikation zur EM oder WM untereinander dauerbeschäftigt sind.

“Spanien, Portugal, irgendein Europäer, wenn deren Kalender es zulassen würde”, forderte Tite schon vor Monaten. Da ihm auf dem Kontinent die Gegner ausgehen.

Die Selecao gewann die Copa America 2019 daheim, war vor wenigen Monaten bei der Kontinental-Meisterschaft souverän, ehe Lionel Messi mit Argentinien im Finale am Zuckerhut mal kurz dazwischen funkte. Das erneute Kräftemessen der Großmächte Anfang September unterband Brasiliens Gesundheitsbehörde Anvisa nach fünf Minuten Spielzeit. Ergebnis offen.

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Acht Siege in acht WM-Qualifikationsspielen, sechs Punkte mehr als der zweitplatzierte Dauerrivale, elf Zähler Vorsprung auf Platz fünf (Kolumbien), der nicht mehr direkt zur WM in Katar führt. Und diesmal sind auch wieder die “Engländer” dabei, die von den Premier-League-Klubs zuletzt wegen der Corona-Quarantäne für Reisende aus Brasilien auf die Insel nicht freigestellt worden waren.

Chile kämpft um WM-Teilnahme

Ganz andere Sorgen haben andere WM-Kandidaten. Uruguay, mit 15 Punkten derzeit Dritter, misst sich mit Kolumbien, Argentinien und Brasilien die Kräfte. Das achtplatzierte Chile (7 Punkte) kämpft nach den Copa-Triumphen 2015 und 2016 sowie dem verlorenen Confed-Cup-Finale 2017 in Russland gegen Deutschland (0:1) gegen ein erneutes Verpassen der WM-Endrunde. Die La-Roja-Stars Arturo Vidal (34), Alexis Sanchez (32), Claudio Bravo (38) und selbst der Leverkusener Charles Aranguiz (32) kommen jedoch in die Jahre.

Gleiches gilt auch für Messi (34), der jüngst Pele mit nun 79 Länderspieltreffern als Rekordtorschützen Südamerikas ablöste. Dessen 77 Tore sind nun auch das Ziel von Neymar, der schon 69-mal im Selecao-Trikot traf.

In dieser Statistik bleiben Südamerikaner unter sich. Von Europas Tormaschine Cristiano Ronaldo (111) sind die beiden PSG-Stars jedoch meilenweit entfernt. Selbst hier gilt: kein Vergleich.

(SID) / Bild: Imago