„Brutal unglücklich“: Die Stimmen zu Österreich – Frankreich
Österreichs Fußball-Nationalteam ist trotz eines beherzten Auftritts mit einer Niederlage in die EM in Deutschland gestartet. Die Auswahl von Ralf Rangnick musste sich Vizeweltmeister und Turnierfavorit Frankreich am Montagabend in Düsseldorf mit 0:1 (0:1) geschlagen geben. Die Stimmen zur Partie:
Ralf Rangnick (Österreich-Trainer): „Wir sind alle sehr enttäuscht. Wir haben kein Tor von Frankreich zugelassen. Es war ein unglückliches Eigentor. Die entscheidende Szene war zwei Minuten davor, als wir selber die Riesenchance zum 1:0 hatten. Danach eine krasse Fehlentscheidung vom Schiedsrichter (Abstoß statt Eckball, Anm.). Das Ganze passiert 90 Sekunden vor dem Gegentor. Aber dass kein falscher Eindruck entsteht: Insgesamt haben die Franzosen den Sieg schon auch ein Stück weit verdient. Dass wir trotzdem bis zum Schluss drauf und dran waren, den Ausgleich zu erzielen, spricht für die Leistung der Mannschaft. Niemand kann der Mannschaft einen Vorwurf machen, was Engagement und Laufbereitschaft angeht, sie hat bis zuletzt alles auf dem Platz gelassen. Wir haben mit dem Ball nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen, aber das ist nicht so einfach. Die Franzosen haben für ihre Verhältnisse sehr aggressiv gegen den Ball gespielt. Aber das war für mich keine große Überraschung. Wir müssen sehen, dass wir so gut und schnell wie möglich regenerieren. Wir haben 30 Stunden weniger Zeit als unser Gegner. Trotzdem bin ich überzeugt, dass wir wieder eine Mannschaft auf den Platz schicken, die in der Lage ist, das Spiel zu gewinnen.“
Marcel Sabitzer (Österreich-Kapitän): „Wir waren okay heute, aber nicht auf unserem Maximum. Wir haben nicht so hoch Druck gemacht wie wir wollten. Kurz vor dem Gegentor haben wir eine hundertprozentige Chance, wo wir das Tor machen müssen. Da gibt es Abstoß und eine Minute später fällt das Tor. Das war unglücklich. Aber wir haben gekämpft bis zum Schluss. Wir haben den Kopf ein bisschen unten, wollten unbedingt was mitnehmen. Der Trainer hat gemeint, dass er körperlich und mit der Mentalität zufrieden ist, aber dass noch Luft nach oben ist.“
Konrad Laimer (Österreich-Spieler): „Es ist am Ende egal wie das Tor passiert ist. Wir haben im Großen und Ganzen unsere Ansätze gezeigt, wie gut wir spielen können. Frankreich ist eine Mannschaft, die mit sehr viel Qualität kommt. Dass die die eine oder andere Chancen haben werden, wissen wir. Wir haben auch unsere Momente gehabt, haben es aber nicht sauber zu Ende gespielt. Es hat das nötige Glück, das nötige Momentum im Abschluss gefehlt. Es war das erste Spiel, wir haben noch zwei weitere. Jetzt gilt es zu regenerieren und dann am Freitag das Spiel zu gewinnen.“
Christoph Baumgartner (Österreich-Spieler): „Es ist brutal unglücklich. Ich glaube, dass wir über weite Strecken des Spiels nicht die schlechtere Mannschaft waren. Wenn man sieht, wie tief die Franzosen am Ende gestanden sind, hat man gemerkt, dass wir sie irgendwo hatten. Was uns gefehlt hat, war die Durchschlagskraft, die Abschlüsse. Viel können wir uns nicht vorwerfen. Wir haben noch alle Chancen. Polen wird ein ganz wichtiges Spiel, das sollten wir gewinnen. Wir werden nicht aufgeben, das ist nicht unsere DNA.“
Didier Deschamps (Frankreich-Trainer): „Ich bin erleichtert, aber auch zufrieden mit dem Spiel. Wir hätten früher die Entscheidung schaffen können, aber es war ein schwieriger Gegner, der sehr gut gepresst hat und auch gut gestanden ist. Es war ein solider Auftakt, manchmal hat uns vielleicht ein wenig die Genauigkeit gefehlt. Die Qualität ist da. Die Spieler wissen, dass sie auch gegen den Ball zur Stelle sein müssen. Es war ein guter Beginn für uns, auch wenn wir jetzt nicht ausflippen.“
N’Golo Kanté (Frankreich-Spieler): „So haben wir uns das vorgestellt. Wir waren nicht perfekt, aber wir haben das Ergebnis, das wir haben wollten. Dieser Sieg gibt uns Kraft und Schub. Wir müssen noch ein bisschen solider und effizienter auftreten.“
(APA)/Bild: GEPA
