Bytyqi über mögliche Zukunft als Trainer: „Pushe mich dazu“
Sinan Bytyqi war am Montag beim ABSTAUBER-Podcast „Ruf mich an“ zu Gast. Der ehemalige ManCity-Akademie-Spieler äußerte sich über seine mögliche Zukunft als Trainer:
…über eine Zukunft als Trainer: „Mit meinem Schicksal, als ich von einen Tag auf den anderen nicht mehr spielen durfte, war das ein Schock. Ich habe ein halbes Jahr lang verschiedene Ärzte aufgesucht, um andere Meinungen einzuholen. Von jedem Arzt hörte ich die gleiche Meinung, dass man nicht so viel riskieren sollte. Mein Chef sagte dann „Sinan, komm, mach die Lizenz, du wirst nie wissen, ob du sie brauchen wirst oder nicht“. Dann habe ich die Lizenz in Nordirland gemacht und beim ersten Mal am Platz fühlte es sich so an, als würde ich wieder spielen. Da habe ich gemerkt, dass ich das wieder machen will. Da pushe ich mich auch dazu. Weiz II ist meine erste Station auf Probe, wo ich mich austoben kann. Das klappt super und das möchte ich in Zukunft ernster nehmen und machen.“
…über sein Karriereende aufgrund Herzprobleme: „Jedes Jahr macht man Tests von oben bis unten, speziell beim Herz. Jedes Jahr war bei mir etwas Abnormales, wo nochmals untersucht wurde. Die Extrauntersuchung hat dazu geführt, dass alles normal ist. Vor fünf Jahren hat die Extrauntersuchung noch etwas Genetisches festgestellt. Es war nichts, wo ich Medikamente nehmen musste oder nichts machen darf. Ich durfte weiter Sport machen. Glücklicherweise habe ich nie etwas gespürt. Früher hat man nichts gesehen, weil mein Körper nicht ausgewachsen war. Danach ist es schwer zu beschreiben. Bis jetzt habe ich nicht realisiert, dass ich aufgehört habe. Du sitzt als Scout im Stadion, schaust zu und darfst nicht mitspielen. Das trifft einen. Als Scout habe einmal komplett vergessen, welchen Spieler ich anschauen muss, weil ich an meine Geschichte gedacht habe. Die größte Hilfe war der Verein, dass ich mir keine Sorgen machen muss. Sie bieten mir alles an, um eine zweite Chance im Fußball zu bekommen. Ich habe acht Monate gelebt und wusste nicht, ob ich weiterspielen darf oder nicht. Ich habe selbst angeboten, dass ich bei der U18 oder den Amateuren trainiere. Egal wo, ich wollte trainieren. Das war für City schwer zu akzeptieren, weil mir jede Sekunde was passieren könnte. Dann habe ich mich entschlossen, dass es so nicht weitergehen kann. England wäre das einzige Land, das erlaubt hätte, dass ich mit der Herzkrankheit spielen darf. In Holland und Italien haben sie sofort nein gesagt.“
…über andere Spieler mit Herzfehlern: „Du musst mit dem Gedanken leben, dass immer etwas passieren könnte. Als ich Eriksen gesehen habe, hatte ich Gänsehaut am ganzen Körper. Das hätte mir theoretisch auch passieren können. Es gibt nichts Wichtigeres, als das Leben, das man hat. Bevor ich aufgehört habe, habe ich Fabrice Muamba getroffen. Ihm ist auch so etwas in der Premier League passiert. Er hat mir erzählt, dass du im Leben keine zweite Chance bekommen kannst, wenn dir was passiert. Im Beruf wirst du immer eine Chance bekommen. Wenn du das von Leuten hörst, die das erlebt haben, da denkst du von einer Sekunde auf die andere anders und respektierst dich selbst und das Leben mehr als den Fußball.“
https://www.skysportaustria.at/ruf-mich-an-der-abstauber-podcast-folge-120-mit-sinan-bytyqi/
