Chelsea will ersten Club-WM-Titel

Mit Thomas Tuchel zum Titel bei der Club-WM: Rechtzeitig vor dem Finale am Samstag (17.30 Uhr) hat der deutsche Teammanager des FC Chelsea seine Corona-Quarantäne verlassen und ist nach Abu Dhabi gereist. Die Londoner veröffentlichten am frühen Freitagabend ein kurzes Video in den sozialen Medien, das Tuchel bei der Ankunft in den Vereinigten Arabischen Emiraten zeigt. 

Bis zuletzt war unklar gewesen, ob Tuchel nach seinem positiven Coronatest rechtzeitig zu seiner Mannschaft stoßen würde. Nach überstandener Infektion wird der 48-Jährige nun beim Endspiel in Abu Dhabi gegen den brasilianischen Copa-Libertadores-Gewinner SE Palmeiras aus Sao Paulo dabei sein.

Bereits zuvor hatten die Londoner entsprechende Hoffnung geäußert. „Thomas will unbedingt hier sein, der ganze Verein will das. Wir hoffen immer noch, dass er so bald wie möglich kommen und es in der Gruppe genießen kann“, sagte Tuchels Assistent Zsolt Löw, der schon im Halbfinale gegen den saudi-arabischen Topklub Al-Hilal (1:0) an der Seitenlinie gestanden hatte, einen Tag vor dem Endspiel. Es sei „noch eine Menge Zeit. Jeder Test kann negativ sein, und mit einem kann er fliegen“.

Am vergangenen Samstag hatte Chelsea kurz vor der Abreise in die Vereinigten Arabischen Emirate Tuchels positiven Test öffentlich gemacht. Auch ohne den Welttrainer gelang den Blues der Einzug ins Finale.

Die Londoner, bei denen die drei deutschen Nationalspieler Kai Havertz, Timo Werner und Antonio Rüdiger im Kader stehen, könnten erstmals den Titel bei der Klub-WM holen, nachdem sie 2012 im Finale des Wettbewerbs verloren hatten.

„Wir wissen, dass Chelsea diese Trophäe noch nie gewonnen hat“, sagte Havertz: „Wir haben vielleicht nur einmal in der Karriere die Chance, diese Trophäe zu gewinnen. Wir wissen, wie groß das für das Team, den Verein, die Fans und einfach jeden ist.“

Der letzte nichteuropäische Sieger war 2012 Corinthians Sao Paulo aus Brasilien, der Champions-League-Sieger der UEFA ist meist viel zu stark für seine Pendants aus anderen Weltteilen. Chelsea mühte sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten zwar im Halbfinale zu einem 1:0 gegen den saudischen Club Al Hilal, bleibt aber auch gegen die Brasilianer am Samstag klarer Favorit. Die Londoner hoffen sehr auf den erstmaligen Gewinn der Club-WM, waren sie es doch, die Ende 2012 als letzter europäischer Verein ein Finale verloren.

Zukunft der Club-WM unklar

Wenn ein Wettbewerb des Fußball-Weltverbands nicht mehr die große Spannung verspricht, kommt meist Gianni Infantino ins Spiel. Der umtriebige FIFA-Präsident hat längst eine Reform der Club-WM durchgedrückt, vor gut drei Jahren gegen den großen Widerstand der Europäer. „Das ist ein Meilenstein für die FIFA und ein Meilenstein für den weltweiten Clubfußball“, hatte der Schweizer damals gesagt, als noch ein ominöses Milliarden-Angebot für die Beteiligung an neuen oder reformierten FIFA-Wettbewerben für großen Streit sorgte.

Nur ist die neue Club-WM mit 24 statt den derzeit sieben Mannschaften, die ein Highlight in den Sommermonaten sein soll, erst einmal aufgeschoben. Der Termin im Sommer 2021 musste wegen der in dieses Zeitfenster verschobenen Europameisterschaft aufgegeben werden. Als Ausrichterland steht China fest.

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Die Debatte über die Zukunft der Club-WM ist vielschichtig – grundsätzlich ist der Europäischen Fußball-Union UEFA das mögliche Konkurrenzprodukt zur eigenen Champions League nicht recht. Die FIFA scheint das Projekt nun aber auch hinter die Ambition zurückzustellen, die WM alle zwei statt alle vier Jahre auszurichten. Mit dieser gewaltigen, aber von etlichen einflussreichen Kritikern strikt abgelehnten Reform wäre kaum mehr Platz im internationalen Spielkalender für eine große Club-WM im Sommer.

(APA/SID)

Bild: Imago