Wunder perfekt! LASK nach Aufholjagd erstmals in Champions League
Der LASK schafft das Wunder im Champions-League-Playoff und zieht nach einem 5:1-Sieg nach Verlängerung gegen Celtic Glasgow erstmals in die CL-Ligaphase ein! Damit wurde das 0:3 aus dem Hinspiel mehr als wett gemacht und die erstmalige Teilnahme an der europäischen Königsklasse fixiert.
Der LASK belohnt sich damit mit zumindest acht weiteren Europacup-Spielen und den besten Teams der Welt als Gegner. Die Auslosung ist nun am kommenden Donnerstag LIVE bei Sky zu sehen – ab 18 Uhr auf Sky Sport Austria 1 und im Free-Livestream auf skysportaustria.at und in der Sky Sport Austria App!
Das erhoffte „Wunder von Linz“ schien durch das Führungstor von Callum McGregor unter Mithilfe von Andres Andrade, der dessen Schuss abfälschte, in weite Ferne zu rücken (21.). Doch Moses Usor erzielte noch vor der Halbzeitpause den Ausgleich (32.).
Mit Wiederbeginn stellte der LASK auf vollen Angriff um und schaffte tatsächlich die matchinterne Wende: Robert Ljubicic sorgte für den Führungstreffer (48.), ehe Samuel Adeniran auf 3:1 stellte (58.). Plötzlich fehlte dem LASK nur noch ein Treffer für die Verlängerung. Diesen erzielte beinahe erneut Adeniran, doch sein Lattenpendler gelang haarscharf nicht hinter die Torlinie. In Der Schlussphase drängten die Linzer zunächst vergeblich weiter auf ihren vierten Treffer.
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Doch mit Beginn der Nachspielzeit stach Joker Florian Flecker, der per Kopfball abstauben und das für die Verlängerung notwendige 4:1 beisteuern konnte. Die erste Hälfte der Verlängerung blieb ohne Tore, doch Adeniran machte die Sensation doch noch perfekt: Der Mittelstürmer traf zum 5:1 in Minute 109 – und beförderte den LASK erstmals in die Champions League, obwohl er später sogar noch einen Elfmeter vergab.
Eine ähnliche Aufholjagd hat Rapid in seinen Vereinsannalen, die Hütteldorfer hatten 1985 im Viertelfinale des Cups der Cupsieger Dynamo Dresden nach einem 0:3 im Hinspiel noch mit einem 5:0 eliminiert. Versüßt wird der geschichtsträchtige Abend der Linzer mit einem Champions-League-Startgeld von 18,62 Mio. Euro. Die Augen von Kühbauer und Co. sind damit nun gespannt auf die Auslosung Donnerstagabend in Monaco gerichtet. Für Celtic geht es in der Europa League weiter.
Kontinuität bei beiden Teams, besserer Celtic-Start
Beide Teams hatten am Wochenende mit Blick auf die internationalen Aufgaben spielfrei und konnten sich somit uneingeschränkt auf den Quali-Showdown konzentrieren. Beide Trainer sahen jedenfalls wenig Grund, an ihren Startformationen zu basteln: Kühbauer nahm nur eine Änderung vor und stellte Melayro Bogarde statt Krystof Danek auf. Celtic-Manager Martin O’Neill setzte auf die gleiche Startelf wie im Hinspiel.
Die Schotten rührten nicht Beton an, sondern suchten ihr Heil zunächst in der Offensive. Mika Baur verpasste das Gehäuse von Lukas Jungwirth nach Vorarbeit von Yang Hyun-jun nur knapp (5.), ein Schlenzer des konternden Kasper Högh wurde eine Beute von Jungwirth (14.). Die Linzer wurden durch Sascha Horvath bei Celtic vorstellig, dessen Eckball ging allerdings an Freund und Feind sowie am Tor knapp vorbei (19.). Wenige Sekunden später landete ein abgefälschter Distanzschuss von Andres Andrade an der Stange des Tores von Goalie Viljami Sinisalo (19.).
Besser machte es Celtic-Kapitän McGregor, der nach einer starken Aktion von Yang die Gästeführung erzielte. Sein trockener Schuss war allerdings von Andrade abgefälscht worden und damit für Jungwirth unhaltbar. Der LASK-Torhüter zeichnete sich wenig später gegen Högh aus (27.). Danach bekamen die Oberösterreicher die Partie in den Griff – und kamen in den Genuss eines großzügigen Gastgeschenkes. Benjamin Nygren servierte das Leder Usor mit einem katastrophalen Fehlpass, der ließ sich nicht zweimal bitten und glich aus.
LASK mit Sturmlauf nach der Pause
Kühbauer dürfte in der Pause den richtigen Ton angeschlagen haben, denn seine Elf marschierte nun und arbeitete effizient. Nach Usor-Vorlage zog Ljubicic aus gut 20 m ab, der Ball schlug flach zum 2:1 ein. Die Partie war gedreht und der LASK „on fire“. Zehn Minuten später servierte Horvath Adeniran das Leder, der dieses sehenswert ins Eck zum 3:1 zirkelte.
Celtic hing in den Seilen, während den Athletikern nur mehr ein Treffer fehlte, um eine Verlängerung zu erzwingen. Zunächst verzog Andrade knapp (64.), dann verpasste Joao Tornich nach einem Corner den vierten Treffer per Kopf nur hauchdünn (69.). Eine Minute später hatten die LASK-Fans den nächsten Torschrei schon auf den Lippen: Adeniran schoss nach Horvath-Vorlage an die Lattenunterkante, der Ball sprang von dort vor die Linie ins Feld zurück, wo die schottische Verteidigung die Situation bereinigen konnte.
Entscheidung in der Verlängerung durch Adeniran
O’Neill wechselte sein Team durch, um frische Kräfte zu bringen. Es änderte nichts an der Linzer Dominanz. Und die wurde schließlich belohnt: Der eingewechselte Flecker traf per Kopf (91.), nachdem Tornich unmittelbar davor Sinisalo ebenfalls durch einen Kopfball zu einer Glanzparade gezwungen hatte. Damit ging es in die Verlängerung, dort verfehlte Usor mit einem spektakulären Fallrückzieher das Tor (94.).
Nun brachte Kühbauer mit vier Wechseln neue Energie, allerdings musste auch Torschütze Flecker angeschlagen wieder vom Feld. Mit einem Distanzschuss sorgte Adeniran für den fünften Streich und kollektiven Linzer Jubel (109.). Dass er sechs Minuten später mit einem Elfmeter nach Foul an den eingewechselten Danek an Goalie Sinisalo scheiterte, sollte am Ende des Abends nur eine Randnotiz ohne Konsequenzen bleiben.
