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Dank Weghorst: Niederlande gewinnen Auftaktspiel in ÖFB-Gruppe

Wende im Match der ÖFB-Gegner: Das erste EM-Spiel der Österreich-Gruppe D endet mit einem 2:1-Sieg der Niederlande gegen Polen.

Polen überraschte die Niederlande in der 16. Minute durch ein Kopfballtor von Adam Buksa nach einem Eckball. „Oranje“ konnte noch in der ersten Spielhälfte durch Cody Gakpo (29.) ausgleichen. In der Schlussphase schlug dann aber Joker Wout Weghorst zu (83.).

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Die ÖFB-Auswahl startet am Montag (21.00 Uhr) in Düsseldorf gegen Turnier-Mitfavorit Frankreich. Danach wartet am 21. Juni in Berlin die polnische Auswahl, ehe es am 25. Juni dort auch gegen die Niederländer geht. Gegen Österreich dürfte der durch einen Muskelfaserriss gehandicapte Barcelona-Stürmerstar Lewandowski wohl wieder mit von der Partie sein, nachdem dieser am Sonntag nur als Daumendrücker auf der Bank tätig war.

Lewandowski-Ersatz trifft zur Polen-Führung

Ausgerechnet der Lewandowski-Ersatzmann Adam Buksa (16.) hatte die Elftal mit seinem Treffer zunächst geschockt, doch dann drehten die Niederländer mit ihrer Offensiv-Power auf – und machten dank Bundesligastürmer Weghorst Schluss mit ihrem Chancenwucher zuvor. Gegen Frankreich sollten sie sich die Nachlässigkeiten aber nicht gönnen, Polen trifft als nächstes bekanntermaßen auf Österreich.

Am Vormittag hatten rund 40.000 niederländische Fans Hamburg in ein Oranje-Meer getaucht. Hüpfend, singend und tanzend waren sie durch die Innenstadt gezogen, und auch im Stadion waren sie optisch und zunächst auch akustisch überlegen. Doch wie auf dem Platz wehrten sich die Polen auch auf den Rängen tapfer. Und hatten sogar als erste Grund zum Jubeln. Buksa stieg nach einer Ecke höher als Denzel Dumfries und Virgil van Dijk – und nickte sehenswert ein. Für den Bruder von Aleksander Buksa, der in der zu Ende gegangenen Saison für Bundesligist WSG Tirol im Einsatz war, war es der siebente Treffer im 19. Länderspiel.

Gakpo & Weghorst verhindern Oranje-Fehlstart

Das bessere Team war dennoch die Niederlande. Mehr Tempo, mehr Chancen, mehr Ideen – doch sie ließen zu viel liegen. So wie Gakpo (2.), Tijjani Reijnders (9.), van Dijk (20.) oder Memphis Depay (22.). Dann aber ging doch ein Ball rein: Gakpo zog mit ordentlich Wut im Bauch ab, der wuchtige Schuss des Angreifers vom FC Liverpool wurde noch abgefälscht – und so hatte Polens Schlussmann Wojciech Szczesny keine Chance.


„Wir sind schwer zu schlagen“, hatte Innenverteidiger Matthijs de Ligt von Bayern München vor der Partie gesagt: „Man spürt den Hunger nach Ergebnissen, den Hunger, etwas zu gewinnen.“ Denn das hat Oranje ja schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr, 1988 holten sie bei der EM ihren einzigen großen Titel – ebenfalls in Deutschland. Koeman, der sich damals als Spieler in Hamburg nach dem gewonnenen Halbfinale gegen Deutschland mit dem Trikot von Olaf Thon symbolisch das Gesäß abwischte, war dabei. 36 Jahre später hat sich sein Team wieder viel vorgenommen.

Natürlich können sie Fußball spielen wie die Teufel, das zeigten sie phasenweise auch gegen Polen. Für das ganz große Ziel brauchen sie aber den nötigen Killerinstinkt vor dem Tor, den hatte am Sonntag auch Simons nicht, als der Bundesliga-Star aus Leipzig die mögliche Führung vergab (54.). Ebenso wie Dumfries (70.). Und so wurden die Polen mit der Zeit immer mutiger, sie witterten ihre Chance und hatten durchaus eigene Möglichkeiten. Nach Weghorsts Tor reagierte Keeper Bart Verbruggen (89.) stark.

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Reaktionen zum Fußball-EM-Spiel Polen – Niederlande (1:2):

Michal Probierz (Polen-Teamchef): „In einigen Situationen haben wir den Ball nicht lange genug gehalten, und wir haben nicht genug Druck nach vorne gemacht. Das ist schade, weil wir das normalerweise machen. Wir haben aggressiv gespielt, waren von der Qualität nahe dran an den Niederländern und waren auch gut organisiert. Natürlich geben wir jetzt nicht auf. Wir müssen jetzt alles dafür geben, um die restlichen zwei Spiele zu gewinnen. Ich glaube, dass wir stärker spielen können.“

Adam Buksa (Polen-Torschütze): „Es ist wirklich schade. Wir haben so gute Chancen gehabt, einen Punkt zu machen, es ist sehr schade. Es war eine gute Leistung gegen einen Gegner, der fantastisch gespielt hat. Wir waren klare Underdogs nicht nur in diesem Spiel, sondern sind es in der Gruppe, deswegen können wir stolz auf unseren Auftritt sein. Ich habe gemischte Gefühle. Jetzt müssen wir halt in den anderen Spielen punkten.“

Ronald Koeman (Niederlande-Teamchef): „Ich hatte das Gefühl, dass wir mit 3:1 oder 4:1 in Führung liegen hätten müssen, aber wenn du gewinnen willst, musst du auch ins Tor treffen. Deshalb haben wir gewusst, dass wir vorne etwas ändern müssen. Wout hat seine Aggressivität ins Spiel gebracht, er hatte einen Moment und hat diesen genutzt mit seinem linken Fuß.“

Wout Weghorst (Niederlande-Torschütze): „Das ist natürlich das, was du dir wünschst. Es ist unbeschreiblich, ganz speziell das Gefühl. Es ist mega für uns, dass es mit einem Auftaktsieg geklappt hat. Der war extrem wichtig, für mich persönlich war es natürlich ein Traumszenario. Wir waren als Team gut im Spiel, hatten Möglichkeiten, müssen die aber besser nutzen. Unser Ziel ist jetzt, das Turnier mit dem Pokal in Händen zu verlassen.“

Cody Gakpo (Niederlande-Torschütze): „Wir wussten, es wird ein schwerer Gegner. Und das haben sie auch gezeigt. Es war ein hartes Match. Dadurch, dass sie in Führung gegangen sind, hat es das für uns noch ein bisschen schwieriger gemacht. Der Sieg ist sehr wichtig gewesen, und das Siegtor in der Schlussphase war einfach großartig. Wir haben uns sehr viele Chancen erarbeitet, müssen da aber effektiver sein. Sonst war es eine richtig gute Performance. Wir haben gute Wechselspieler, das ist sicher auch eine Stärke von uns.“

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(Red./SID./APA.)

Beitragsbild: Imago.