„Das Größte, was es gibt“: Herzog zwischen Quali-Erleichterung und WM-Euphorie

Sky-Experte Andreas Herzog war zu Gast beim DAB | Der Audiobeweis und sprach unter anderem über das österreichische Nationalteam, die erfolgreiche WM-Qualifikation und die besondere Stimmung im „Entscheidungsspiel“ gegen Bosnien.

Die Erleichterung nach dem gelösten WM-Ticket war bei Herzog deutlich spürbar: „Ich habe eigentlich schon geglaubt, dass wir das ein bisschen souveräner schaffen. Nach dem Spiel war dann die Erleichterung natürlich riesengroß.“

Kein Heimvorteil

Besonders eindrucksvoll schildert Herzog die Atmosphäre im Stadion – eine Stimmung, die ihn in manchen Momenten überraschte. „Was für mich, für die Stimmung, vor allem in der ersten Halbzeit ganz, ganz komisch war, war als auf einmal der Sabitzer links den Ball bekommen hat und dreißig, vierzig Meter über den linken Flügel läuft, und auf einmal pfeifen ihn zwanzigtausend bosnische Fans aus. Da dachte ich mir: Ui, das ist von der Stimmung her, die österreichischen Fans waren gut, aber die bosnischen Fans waren auch – wie viele waren es, zwanzigtausend oder fünfundzwanzigtausend – das war eine Situation, da dachte ich mir, es wird nicht leicht. Einen absoluten Heimvorteil haben wir nicht, weil die bosnischen Fans einen Riesenwirbel gemacht haben.“

Herzog lobt Kampfgeist

Sportlich überzeugte die Mannschaft für Herzog besonders durch ihren Kampfgeist. Der Rückstand sei ein psychologischer Knackpunkt gewesen, dem das Team jedoch standhielt: „Du bist 1:0 in Rückstand und weißt, das Spiel müssen wir jetzt noch drehen. Da werden die Beine bei dem ein oder anderen Spieler schon ein bisschen schwerer, weil es diese schwierige Situation ist. Und dann hat man auf einmal gesehen: Nach dem Ausgleich, wie sie dann wieder leidenschaftlich gekämpft haben – der Sabitzer, Baumgartner, Romano Schmid, wie sie sich vorne dann wieder in jeden langen Ball hineingeworfen haben, dass sie bei der Ecke gar nicht mehr rauskommen und bei einem Einwurf zugestellt worden, da hat man dann wieder gesehen, dass sie wieder die Oberhand haben.“

Herzog: „Intensität & Teamgeist fürs Nationalteam sehr wichtig“

„Reißt endlich das Stadion nieder“

Ein Thema, das dem Sky-Experten besonders am Herzen liegt, ist die Zukunft des Ernst-Happel-Stadions. Trotz vieler schöner Erinnerungen findet er klare Worte: „Und durch die Erinnerungen liebe ich natürlich das Stadion, aber ich muss auch etwas Negatives sagen: Reißt endlich das Stadion nieder und baut ein neues. Jetzt im schönen Positiven, in der schönen Euphorie, da wir qualifiziert sind, möchte ich anmerken, dass es jetzt vielleicht in der Euphorie leichter wäre, einen Stadionbau umzusetzen.“

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„Das Größte, was es gibt“

Die Bedeutung der WM-Teilnahme für Österreich könne man kaum überschätzen, betont Herzog. Für Fans, Team und vor allem für einige der arrivierten Stars sei diese Qualifikation historisch wichtig: „Ich glaube, dass es nicht nur für diese Generation an Spielern, die es jetzt geschafft hat, sondern auch für die österreichischen Fußballfans und den österreichischen Fußball extrem wichtig war, wieder dabei zu sein. Diese Generation an Spielern: für Arnautovic oder Alaba wird es wahrscheinlich das letzte Highlight sein in ihrer Karriere. David Alaba hat so viele Titel gewonnen, aber die WM mit dem Heimatland zu spielen, das ist für einen Spieler, glaube ich, das Größte, was es gibt.“

Dabei hebt Herzog die Rolle der Führungsspieler hervor – allen voran David Alaba, dessen Qualitäten für das Team unverzichtbar seien. „Wir brauchen ihn. Wenn er von hinten die Spieleröffnung macht, spielt er den Ball gleich durch zwei oder drei Linien zu einem offensiven Spieler. Das hat gestern auch gefehlt. Aber, und das ist auch klar: Er muss wieder richtig fit werden.“

„Wir brauchen ihn wie einen Bissen Brot“, Herzog über Alaba

DAB | Der Audiobeweis #268 mit Franco Foda

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(Red.) / Bild: GEPA