Das letzte Duell hallt nach: Barcelona setzt auf verschärfte Regeln gegen Eintracht

Wenn Eintracht-Frankfurt heute in der UEFA Champions League beim FC Barcelona gastiert, werden Erinnerungen wach. Beim letzten Aufeinandertreffen – 2022 im Europa-League Viertelfinale – wurde für die Katalanen das Heim- zum Auswärtsspiel: Rund 30.000 Frankfurt-Fans waren im Camp Nou dabei. Barcelona reagiert jetzt mit verschärften Maßnahmen.

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Es war ein Abend, der in die Eintracht-Klubgeschichte einging. Nicht nur, weil die Hessen das Viertelfinale gegen den FC Barcelona mit einem 3:2 gewonnen haben und damit ins Halbfinale der Europa League aufgestiegen sind. Vielmehr war es die Atmosphäre, die das Match für Spieler und Fans zu einem unvergesslichen gemacht hat.

HIGHLIGHTS | FC Barcelona – Eintracht Frankfurt | Europa League Viertelfinale 2021/22

Auswärtskontingent weit überschritten

Wie von der UEFA vorgegeben, standen den Eintracht-Frankfurt-Fans damals rund 5.000 Tickets für das Viertelfinalmatch im Camp Nou zur Verfügung. Rund viermal so viele Anhängerinnen und Anhänger der Hessen waren es dann aber tatsächlich in Barcelona. Ein Umstand, der auf Seiten der Katalanen für Kritik sorgte. Trainer Xavi sprach etwa nach dem Spiel von einem „Planungsfehler“ und zeigte Unverständnis darüber, dass es so viele Eintracht-Fans ins Stadion geschafft und damit den Barca-Heimvorteil zunichte gemacht haben.

Auch die Barcelona-Anhängerschaft war nicht begeistert, später war von einer „Demütigung“ die Rede. Aus Protest haben einige Fans das Stadion schon während des Spiels für einige Minuten verlassen. Auch in den Tagen danach protestierten Fanvereinigungen und richteten sich dabei auch gegen den Klub-Präsidenten Joan Laporta. Ihm wurde etwa vorgeworfen, aus finanziellen Gründen so viele Auswärtsfans in Stadion gelassen zu haben.

Situation soll sich nicht wiederholen

Um eine derartige „Eintracht-Fan-Invasion“ zu verhindern, wurden vom FC Barcelona im Vorfeld des heutigen Champion League Duells deutlich strengere Maßnahmen angekündigt. Der Klub hat etwa angekündigt, alle verfügbaren Tickets nur an Vereinsmitglieder zu vergeben. Zudem setzt der Verein unter anderem auf verstärkte Sicherheitskontrollen, sowie tägliche Prüfungen der Ticketverkäufe, um Weiterverkauf und Betrug zu verhindern. Wer Karten an Frankfurter Fans weitergibt, muss mit Konsequenzen rechnen: Tauchen Gästefans mit Tickets für Barcelonas Heimbereich auf, will der Klub den Verkauf zurückverfolgen und die verantwortlichen Mitglieder bei betrügerischem Verhalten sanktionieren.

Gespielt wird auch heute wieder im Camp Nou, dem größten Fußballstadion Europas. Obwohl die Modernisierungsarbeiten noch nicht komplett abgeschlossen sind, konnte der FC Barcelona im November nach über zwei Jahren Renovierung wieder in seine Heimstätte zurückkehren.

Wie kamen die Eintracht-Fans damals zu den Tickets?

Beim vergangenen Aufeinandertreffen fanden die Frankfurt-Fans nämlich offenbar Wege, die offiziellen Ticketkanäle zu umgehen. Spanische Medien spekulierten etwa, dass viele Tickets aus Wiederverkäufen und von Reisebüros stammen könnten. Zudem war die Rede davon, dass wohl auch technische Tricks angewandt wurden. Auf der offiziellen Barca-Webseite war der Kauf von Tickets für Fans mit deutschen IP-Adressen und Kreditkarten nämlich eigentlich nicht möglich. Über alle möglichen Kanäle wurden wohl Tickets akquiriert – erfolgreich wie sich zeigte. Schlussendlich waren offiziellen Angaben nach über 79.400 Menschen im Stadion, rund 30.000 davon Gästefans. Barcelona reagierte schon damals auf die Eintracht-Fan-Invasion – etwa mit der Einführung personalisierter Tickets.

Martin Hinteregger nach dem Frankfurt-Sieg in Barcelona

Ausgezahlt hat es sich für die Frankfurt-Anhängerschaft allemal: Die Eintracht entschied das Viertelfinale mit 3:2 für sich. Ein wichtiger Schritt, denn am Ende konnte man die UEFA Europa League gewinnen. 

Eintracht-Fans auswärts nicht unbedingt beliebt

Die Nacht in Barcelona war für Eintracht Frankfurt ein historischer Moment – zugleich prägte sie wohl aber auch das Bild, das viele internationale Gegner seither von den reisefreudigen Eintracht-Fans haben. Bei späteren Auswärtsspielen, etwa in Neapel 2023, kam es zu heftigen Ausschreitungen zwischen beiden Fangruppen. Damals wurde die Eintracht-Anhängerschaft gar ausgeladen – vergebens wie sich zeigen sollte. Gewalt kam von beiden Seiten.

Schwere Ausschreitungen vor Frankfurt-Spiel in Neapel

Auch zwei Jahre später – im November dieses Jahres – stand das Champions-League-Match in Neapel gegen Frankfurt noch unter den Vorzeichen der damaligen Krawalle: Ein Gästefanverbot war die Konsequenz. Schon bei der Einreise wurden verstärkt Menschen aus Deutschland kontrolliert. Sogar das Schengen-Abkommen, welches die Reisefreiheit innerhalb Europas regelt, wurde dafür kurzzeitig ausgesetzt.

Auch in anderen europäischen Städten wurden bei Spielen gegen Frankfurt in den vergangenen Jahren teils sehr strenge Auflagen verhängt – Maßnahmen, die von manchen als „Schikane“ empfunden wurden und immer wieder Diskussionen über ihre Angemessenheit auslösten.

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Bilder: IMAGO