David Affengruber – Schritt für Schritt zum Top-Verein

„Wer zuletzt lacht, lacht am besten“ – Frei nach diesem Motto könnte man den steilen Aufstieg von David Affengruber seit seinem Sommertransfer 2024 beschreiben. Dem Doublesieg mit dem SK Sturm Graz sollte das erste Auslandsabenteuer, gepaart mit dem direkten Aufstieg in das spanische Oberhaus, folgen. Nach dem Aufstieg mit dem FC Elche in der Saison 24/25 und den überragenden Leistungen in La Liga steht der 25-jährige Innenverteidiger nun einerseits vor der Einberufung in den WM-Kader, andererseits wohl vor dem nächsten großen Sommertransfer. Spielerberater & feel soccer-CEO Marc Behrenbeck, der am Wechsel zu Elche maßgeblich beteiligt war, gab Sky Sport Austria spannende Einblicke in den steilen Karriereaufstieg einer der heißesten, österreichischen Aktien.

Vor knapp zwei Jahren war der Aufschrei groß: Der damals 23-jährige David Affengruber wurde für seinen Schritt belächelt, als der Transfer zu Elche im Sommer 2024 in die zweite spanische Liga offiziell wurde. Sein Wechsel wurde damals als Rückschritt bezeichnet. „Ich kenne David schon lange und habe ihn auch als Mensch sehr geschätzt. Als sich der Markt schwierig entwickelte und er uns um Hilfe bat, war für uns klar: Wenn wir an einen Spieler und seine Persönlichkeit glauben, bringen wir unser Netzwerk voll ein. Es war damals nicht einfach, ihn zu vermitteln – viele Vereine waren vorsichtig und haben ihn gleichzeitig definitiv unterschätzt oder sogar fehleingeschätzt. Genau das hat aber seine Mentalität geschärft und seinen Erfolgshunger noch größer gemacht. Der Schritt wurde von außen kritisch gesehen, aber David ist ein strategischer Typ. Er hat das Potential dieses Schrittes schnell erkannt. Am Ende geht es immer darum, die beste verfügbare Option zu finden – auch unter Zeitdruck – durch Netzwerk und Insider-Wissen auch mal „Out of the box“-Lösungen zu kreieren“, beschreibt Spielerberater Marc Behrenbeck die damaligen Gedankengänge bei der Vereinssuche.

David Affengruber mit Berater & feel soccer-CEO Marc Behrenbeck (2.v.re.) beim Wechsel zu Elche
David Affengruber mit Berater & feel soccer-CEO Marc Behrenbeck (2.v.re.) beim Wechsel zu Elche

Kritiker verstummen! Affengrubers (steiler) Aufstieg in La Liga

Behrenbeck und sein Team, die Affengruber aktiv bei der Wahl des nächsten Kapitels unterstützten, waren vom Sprungbrett Elche vollends überzeugt. Der Weg über die zweite spanische Liga war strategisch gewählt. Und sollte sich schlussendlich für die weitere Laufbahn des gebürtigen Niederösterreichers auszahlen. „Wir analysieren sehr genau, welche Vereine und Märkte wirklich passen. Unser Anspruch ist es, wie eine Scouting-Abteilung zu arbeiten – also nicht blind anzubieten, sondern gezielt die richtige Lösung zu finden. Quasi das Perfect Match. Die Idee mit Elche war bewusst gewählt: ein Team mit Aufstiegspotenzial, ein starker Trainer und eine Liga, in der sich David mit dem Ball extrem weiterentwickeln kann“, gewährt der Spielerberater Einblicke in die damaligen Gedankengänge. Bereits in seiner ersten Saison bei Elche etablierte sich der 25-Jährige als Abwehrchef und avancierte zu einem der Publikumslieblinge. Er absolvierte 40 Spiele und führte Elche zur Vizemeisterschaft sowie zum Aufstieg in LaLiga. Zudem erhielt er von den Fans der Spanier ob seiner Spielintelligenz, Zweikampfstärke und Übersicht den Spitznamen „Kaiser“ – in Anlehnung an Legende Franz Beckenbauer.

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Sukzessive Karriereplanung als Trumpf für Affengruber

Die Entwicklung des Innenverteidigers gilt als Paradebeispiel für die Sinnhaftigkeit einer sukzessiven Karriereplanung. Ein Highlight folgte dem anderen. Nach dem Aufstieg warteten in Affengrubers erster Saison in einer Top 5-Liga unter anderem Duelle mit Real Madrid sowie dem FC Barcelona. Auch im spanischen Oberhaus konnte Affengruber seine Qualitäten wie Spielintelligenz, Übersicht und Zweikampfstärke sofort unter Beweis stellen und zählte schnell zum Kreis der Führungsspieler im Team von Elche-Coach Eder Sarabia. Der 25-Jährige absolvierte 33 der bisherigen 35 Saisonspiele in La Liga. Als persönliches Highlight gilt sicherlich das Duell gegen den FC Barcelona Ende Jänner 2026, als er sein Team erstmals als Kapitän aufs Feld führte. Auch Affengrubers Treffer beim 3:2-Heimsieg gegen Atletico Madrid Ende April huldigte die spanische Medienlandschaft mit Lobeshymnen. „Der Plan ist voll aufgegangen: Aufstieg, enorme sportliche Entwicklung und auch menschlich ein großer Schritt durch den Wechsel ins Ausland. Die Berufung ins Nationalteam war das i-Tüpfelchen – und absolut verdient“, führt feel soccer-CEO Marc Behrenbeck an.

Erst Klassenerhalt & WM-Traum, dann Top-Transfer?

Oberste Priorität für den Legionär hat derzeit der Kampf um den Klassenerhalt. Aktuell hat Elche drei Runden vor Schluss zwei Zähler Vorsprung auf die Abstiegsränge. Unabhängig davon, erhielt Affengruber Ende März die Bestätigung seiner starken Leistungen auch vom ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick. Erstmals wurde der Innenverteidiger ins ÖFB-Team einberufen und feierte beim 5:1-Sieg gegen Ghana sein Länderspieldebüt. Berechtigterweise darf er nun vom ganz großen Wurf, der ersten WM-Teilnahme mit dem ÖFB-Team seit 1996, träumen. Die WM soll demnach als ideale Bühne genutzt werden, um danach den nächsten Entwicklungsschritt zu gehen. Wenig überraschend buhlen bereits einige Topklubs aus Italien und Spanien um den Innenverteidiger, der bei den Spaniern noch Vertrag bis 2027 besitzt. Der nächste, ideale Schritt in der sukzessiven Karriereplanung von David Affengruber ist demnach nur mehr eine Frage der Zeit.

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Beitragsbild: Imago