„Der beste Spieler in Österreich“
Otar Kiteishvili stellte beim 5:2-Erfolg von Sturm Graz gegen die Wiener Austria seinen Status als absoluter Ausnahmespieler in der ADMIRAL Bundesliga unter Beweis.
Der Georgier war im Topspiel am Sonntag einmal mehr in den entscheidenden Aktionen der Partie zur Stelle. Kurz vor dem Seitenwechsel stellte Kiteishvili mit dem Treffer zur 2:1-Führung den Spielverlauf gegen eine eigentlich dominante Austria nahezu auf den Kopf und verhalf Sturm so zur psychologisch wichtigen Pausenführung.
Das Tor leitete er mit einem Pass auf Angreifer Seedy Jatta selbst ein, startete anschließend in den freien Raum durch und bekam den Ball im Strafraum erneut serviert. Ein Kontakt bei der Ballannahme mit rechts und Bruchteile von Sekunden später ein leichter Lupfer in die lange Ecke mit demselben Fuß.
„Es war ein schönes Tor, aber auch ein großartiger Pass von Jatta“, gab sich Kiteishvili nach dem Spiel im Sky-Interview bescheiden. „Es war aber sehr wichtig für uns, kurz vor der Pause in Führung zu gehen. Dadurch haben wir das Momentum mit in die Kabine genommen“, fügte er an.
Video: Kiteishvili trifft technisch überragend zum 2:1
Auch Sky-Experte Herzog schwärmt
Aktionen wie diese lassen auch das Herz des einstigen Edeltechnikers Andreas Herzog höher schlagen.
„Er hat heute das 2:1 und das 3:1 geschossen. Bei allen entscheidenden Situationen hat er sein Hirn und seine Füße im Spiel. Deswegen ist er der beste Spieler in Österreich“, schwärmte der Sky-Experte nach der Partie.
Der zweimalige „Spieler der Saison“ in Österreich blieb im Spiel gegen die Austria auch nach dem Seitenwechsel der alles entscheidende Mann und sorgte quasi im Alleingang für das 3:1. Erst holte Kiteishvili den Strafstoß gegen Austria-Verteidiger Plavotic selbst heraus und verwandelte anschließend staubtrocken vom Punkt.
Da Plavotic wegen seines Elfmeter-Fouls zusätzlich die Gelb-Rote Karte sah, war das Spiel mit dem verwandelten Strafstoß von Kiteishvili praktisch entschieden. „Das 3:1 nach der Pause war sehr wichtig für uns. Danach hatten wir viel mehr Platz und die Austria musste in Risiko gehen“, erklärte Kiteishvili.
Video: Kiteishvili trifft per Elfmeter zum 3:1
Dank Kiteishvili zum nächsten Meistertitel?
Die Grazer grüßen damit auch nach 23 Runden weiter von der Tabellenspitze und konnten ihren Vorsprung auf das erste Verfolger-Duo LASK/Rapid auf drei Zähler ausbauen.
Auf die Frage von Sky-Moderator Johannes Brandl nach den Faktoren für eine dritte Sturm-Meisterschaft in Serie, hatte Herzog eine einfache Antwort: „Kiteishvili – das sind die Faktoren. Es ist ein Spieler, aber das ist der Hauptfaktor.“
Ingolitsch: „Er ist gemacht für diese Spiele“
Auch der neue Grazer Trainer Fabio Ingolitsch wusste nach der Partie genau, bei wem er sich für den Sieg zu bedanken hatte. „Otar ist unser Unterschiedsspieler, das zeigt er jede Woche“, sagte Ingolitsch nach der Partie im Sky-Interview.
Ganz besonders schätzt der Sturm-Trainer die Fähigkeit von Kiteishvili, in den entscheidenden Spielen und Phasen der Saison seine Bestleistungen abzurufen. „Er ist ein Vollblutprofi. Er ist gemacht für die Highlightspiele, er kann in engen Spielen den Unterschied ausmachen. Da war er heute auch wieder ein Hauptfaktor.“
Torschützenkönig Kiteishvili?
Neben dem dritten Meistertitel in Folge mit Sturm Graz darf Kiteishvili in dieser Saison außerdem von einem weiteren Titel träumen. Mit aktuell zwölf Saisontoren führt der Georgier die Torschützenliste der Bundesliga an. Bereits neun Runden vor Saisonende hat er seine Torausbeute der vergangenen Saison egalisiert.
Sein derzeit größter Konkurrent um den Torjäger-Pokal ist der aktuell formschwache Hartberg-Stürmer Elias Havel mit zehn Saisontreffern. Jedoch hat der talentierte ÖFB-Angreifer in den sechs Spielen im Frühjahr noch kein einziges Mal jubeln dürfen.
Dahinter folgt mit je neun Saisontoren ein Quartett aus Johannes Eggestein (Austria Wien), Kingstone Mutandwa (SV Ried), Valentino Müller (WSG Tirol) und dem mittlerweile zu Lazio Rom gewechselten Ex-Salzburger Petar Ratkov.
Was ist also noch möglich für den Sturm-Spielmacher in dieser Saison? „Ich weiß nicht, was ich darauf antworten soll. Es ist natürlich toll für mich“, zeigte sich Kiteishvili etwas verlegen.
Kiteishvili: „Können am Ende ganz oben stehen“
Viel wichtiger als die Torjägerkrone dürfte Teamplayer Kiteishvili ohnehin der Meisterteller sein.
„Es war jetzt das erste von zehn Spielen in der Meistergruppe. Wir wissen, dass es sehr eng werden wird. Wir werden nicht alle zehn Spiele gewinnen, aber wir haben eine Mannschaft, die am Ende der Saison ganz oben stehen kann“, sagte Kiteishvili.
Auch im nächsten Spiel der Meistergruppe braucht Sturm Graz einen Kiteishvili in Topform, wenn Red Bull Salzburg am Freitagabend unter Flutlicht im Stadion Graz-Liebenau gastiert. Mit einem Sieg könnten die Grazer den Abstand auf die Salzburger auf komfortable sieben Zähler anwachsen lassen.
Bild: GEPA