„Nicht die Bereitschaft gezeigt“: Südkoreas Verband rechnet mit Klinsmann ab
Nach dem Halbfinal-Aus beim Asien-Cup sind am Freitag Südkorea-Teamchef Jürgen Klinsmann und dessen Co-Trainer Andreas Herzog von ihren Aufgaben entbunden worden. Der südkoreanische Fußballverband übte in einer öffentlichen Stellungnahme deutliche Kritik an der Arbeit des Deutschen und seines Trainerstabes.
„Klinsmann hat es nicht geschafft, die Fähigkeiten zu zeigen, die wir von einem Nationaltrainer erwarten. Das beinhaltet die Bereiche Spiel-Management, Spieler-Management und Arbeitsmoral“, schrieb der südkoreanische Verband KFA in einem offiziellen Statement.
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„Klinsmann hat nicht die Bereitschaft gezeigt, …“
Verbandspräsident Chung Mong-gyu ging auf einer Pressekonferenz weiter ins Detail: „Es fehlte beim Asien-Pokal an taktischer Vorbereitung. Darüber hinaus gab es Meinungen, die darauf hindeuteten, dass der Trainer während der Amtszeit nicht die Bereitschaft gezeigt habe, verschiedene Spieler direkt zu beobachten und für die Nationalmannschaft zu entdecken.“
Und weiter sagte der Verbandspräsident: „Klinsmann konnte die Atmosphäre und die internen Konflikte nicht richtig einschätzen. Es gab auch Kritik an der mangelnden Anleitung bei der Festlegung der Disziplin und Standards der Mannschaft.“ Klinsmann hatte das Nationalteam im Februar 2023 übernommen, Co-Trainer Andreas Herzog folgte einen Monat später.
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Fans forderten Klinsmann-Rücktritt
Die Südkoreaner hatten bei der Endrunde in Katar nach einer schwachen Leistung gegen Außenseiter Jordanien mit 0:2 verloren und dabei kein einziges Mal aufs gegnerische Tor geschossen. In Südkorea hatten Fußballfans später vor dem Verbandsgebäude ein großes Banner entrollt, auf dem sie die Entlassung des Teamchefs forderten.
Klinsmann stand in Südkorea schon vor dem Asien-Cup in der Kritik. Der Weltmeister von 1990 gewann keines seiner ersten fünf Spiele mit den Taeguk Warriors. Auch dass er mehr Zeit im Ausland als in Südkorea verbrachte, wurde nicht gern gesehen. Dass der Einstand in die Qualifikation für die WM 2026 mit zwei Siegen über China und Singapur aber ordentlich verlief, war offenbar zu wenig.
Herzog hatte Anfang März 2023 als „Co“ von Klinsmann angeheuert, dem er bereits von 2012 bis 2016 bei der US-Nationalmannschaft assistierte. 2018 bis 2020 fungierte Herzog als Teamchef von Israel, 2021/22 stieg er als Chefcoach mit der Admira aus der Bundesliga ab.
Bild: Imago
