Lionel Messi (l.) brilliert bislang bei der WM 2026, für Cristiano Ronaldo (r.) verlief das Turnier hingegen nicht so gu

Die bisherigen Gewinner und Verlierer der WM 2026

Vor dem WM-Viertelfinale lohnt sich ein Blick auf die bisherigen Gewinner und Verlierer der WM 2026. Dabei wird schnell klar, dass viele von ihnen vor der WM bei den wenigsten auf dem Zettel standen.

Gewinner: Treffsichere Stürmer-Stars

Es ist die letzte Weltmeisterschaft für Lionel Messi und der 39-Jährige dreht noch mal richtig auf. In fünf Spielen erzielte der achtfache Ballon-d’or-Sieger bereits acht Tore. Entgegen der Meinung der Kritiker liefert „La Pulga“ im hohen Fußballeralter noch einmal sensationell. Direkt im Nacken lauern Erling Haaland und Kylian Mbappe (jeweils sieben Tore) sowie Harry Kane (sechs Treffer), die sich ebenfalls auf die Jagd nach dem Goldenen Schuh begeben.

Verlierer: Ronaldos letzter Tanz

Anders als bei seinen namhaften Konkurrenten stockte bei Cristiano Ronaldo die Tormaschine. Zwar meldete sich „CR7“ mit einem Doppelpack gegen Usbekistan zurück. Letzten Endes blieb das jedoch nur eine Momentaufnahme. Auch ein Blick auf die Statistik zeigt, dass es nicht die WM von Ronaldo war. Er schaffte es in keinem der fünf Spiele, einen Gegenspieler auszudribbeln.

Gewinner: Norwegische Ruder-Wikinger

Umso mehr konnten sich die Fans von Norwegen sehen lassen. Egal ob in der Heimat oder vor Ort – es wurde fleißig gerudert. Die Wikinger sind damit nicht nur Sympathieträger, sondern verwandelten bisher jedes Stadion in einen Hexenkessel.

Verlierer: Paraguays Peinlich-Politikerin

Eine der größten Verliererinnen des Turniers ist Paraguays Senatorin Celeste Amarilla de Boccia. Sie hatte nach der Niederlage gegen Frankreich im Achtelfinale Kylian Mbappe rassistisch beleidigt. In ihrem Statement schrieb sie unter anderem: „Das Gebildetste, was er je gehört hat, waren Schimpansen.“

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Gewinner: „No-Name-Keeper“ konkurrieren mit den Großen

Neben Vozinha, der mit 40 Jahren nicht nur ein herausragendes Turnier spielte, sondern über Nacht auch zum Social-Media-Star avancierte (über 28 Millionen Follower), rückten weitere Torhüter in den Fokus. Vozinha überragte beim 0:0-Auftaktspiel gegen Spanien und auch gegen Argentinien, als sich Kap Verde tapfer bis in die Verlängerung kämpfte und schlussendlich ausschied. Neben Vozinha spielte sich auch Eloy Room (Curacao) in den Fokus. Beim 0:0 im zweiten Gruppenspiel gegen Ecuador parierte Room 15 Schüsse und stellte einen WM-Rekord auf. Darüber hinaus beeindruckten auch Norwegens Orjan Nyland (Achtelfinale gegen Brasilien) und Ägyptens Mostafa Shoubeir (Achtelfinale gegen Argentinien) mit überzeugenden Leistungen. Zwar etwas bekannter, dafür umstritten: Spaniens Keeper Unai Simon. Der Europameister-Keeper von 2024, den Kritiker sportlich hinter Arsenals David Raya sahen, blieb bisher im Turnierverlauf noch ohne Gegentor. Damit löste er Italiens Walter Zenga (5 Spiele ohne Gegentor) ab und stellte eine neue Bestmarke auf.

Verlierer: Der Niedergang zweier ehemaliger Fußball-Giganten

Zwei der einst größten Fußballnationen enttäuschten dagegen auf ganzer Strecke. Der zweifache Weltmeister Uruguay demontierte sich selbst: Vorrunden-Aus, Spielerrevolte, ein verzweifelter Trainer und ein Keeper, der immer wieder patzte und im letzten Vorrundenspiel gegen Spanien zur Halbzeit ausgewechselt wurde. Die Brasilianer überstanden zwar im Gegensatz zu Uruguay die Vorrunde als Gruppensieger, trafen gegen Japan im Sechzehntelfinale in letzter Sekunde zum Sieg – doch nur eine Runde später war gegen Norwegen Schluss. Für Brasilien ist es das schlechteste Abschneiden bei einer Weltmeisterschaft seit 36 Jahren.

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Gewinner: Erste Viertelfinalteilnahme seit 1954

Dass die Schweiz es bis ins Viertelfinale schafft, hatten nach dem enttäuschenden Auftaktspiel gegen Katar (1:1) die wenigsten gedacht. Das Team von Murat Yakin hat sich nach anfänglicher Kritik gefangen und eine 180-Grad-Wende geschafft. Mithilfe von Johan Manzambis Leistungen (3 Tore, 2 Vorlagen), mit denen er sich auf die Einkaufslisten der Topklubs Europas geschossen hat, spielten sich die Eidgenossen erstmals seit 1954 wieder ins Viertelfinale einer Weltmeisterschaft.

Verlierer: Enttäuschende Türken

Die Euphorie bei den türkischen Fans war vor der WM riesengroß. Drei Gruppenspiele später überwiegt der Frust. Ein Sieg und zwei Niederlagen besiegelten das Vorrunden-Aus von Türkeis Goldener Generation mit Arda Güler, Kenan Yildiz, Hakan Calhanoglu und Co. Für die Türkei war es die erste Teilnahme an einer Weltmeisterschaft seit 24 Jahren.

Gewinner: Taktikfuchs Tuchel

Englands Nationalcoach Thomas Tuchel musste sich großer Kritik stellen, nachdem er den WM-Kader der Three Lions präsentiert hatte. Es fehlten gleich mehrere große Namen wie Cole Palmer (Chelsea), Trent Alexander-Arnold (Real Madrid) und Phil Foden (Manchester City). Doch der Erfolg gibt Tuchel recht. Besonders seine taktischen Kniffe, wie die Einwechslung von Dan Burn gegen Mexiko, zündeten.

Verlierer: Nagelsmanns Entscheidungsfindung

Die Änderungen von Ex-DFB-Coach Julian Nagelsmann fruchteten dagegen allesamt wenig. Der plötzliche Wechsel im Tor von Oliver Baumann, der die WM-Qualifikation absolvierte, auf Manuel Neuer sorgte vor allem medial für Wirbel. Zudem musste Nick Woltemade seinen Stammplatz an Kai Havertz abgeben, nachdem Woltemade mit vier Treffern in der Qualifikation die DFB-Elf überhaupt erst zur WM-Endrunde geschossen hatte. Im Turnier kam Woltemade erst im Sechzehntelfinale zum Einsatz, spielte 32 Minuten gegen Paraguay und verschoss seinen Elfmeter. Darüber hinaus wirkte Nagelsmann in TV-Interviews und auf Pressekonferenzen oft dünnhäutig. Nach dem enttäuschenden Abschneiden verkündete Nagelsmann seinen Rücktritt.

Verlierer: Trainerverschleiß

Nicht nur Nagelsmann zog die Konsequenzen. Zwölf weitere Nationaltrainer verloren während des Turniers (Sabri Lamouchi, Tunesien) oder nach dem Ausscheiden ihren Posten – so viele wie noch nie zuvor bei einer Weltmeisterschaft. Zuletzt trat Zlatko Dalic nach neun erfolgreichen Jahren als Nationaltrainer Kroatiens zurück.

Gewinner: Französisches Feuerwerk

Sie kamen mit Vorschusslorbeeren und hielten bislang, was sie versprachen: Das Trio aus Mbappe (7 Tore, 2 Vorlagen), Ousmane Dembele (4 Tore, 2 Vorlagen) und Michael Olise (6 Vorlagen) spielt die gegnerischen Defensiven schwindelig und untermauert den eigenen Anspruch, Weltmeister zu werden. Von der Bank können die Franzosen ähnlich weltmeisterwürdig nachlegen. Mit Desire Doue und Bradley Barcola kommen aus der zweiten Reihe ähnliches Tempo, sehenswerte Dribblings und Torgefahr aufs Feld.

Verlierer: Glaubwürdigkeit der FIFA

Es war der Aufreger der bisherigen WM. Wenn Amerikas Präsident Donald Trump beim FIFA-Präsidenten Gianni Infantino anruft, um eine Rote Karte gegen einen US-amerikanischen Spieler aufzuheben, dann nimmt der Wahnsinn erst so richtig seinen Lauf. Die internationale Kritik an der Entscheidung der FIFA war einstimmig – nur aus dem US-amerikanischen Lager gab es Zustimmung, was allerdings keine große Überraschung sein dürfte. Mit dieser Aktion bekommen politische Funktionäre nun umso mehr Macht im Sport, Schiedsrichterentscheidungen wirken plötzlich nicht mehr unanfechtbar und die FIFA büßt erheblich an Glaubwürdigkeit und Neutralität ein.

Gewinner: Afrikanischer Kampfgeist

Zehn afrikanische Mannschaften haben sich für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Bis auf Tunesien haben sich alle weiteren neun für das Sechzehntelfinale qualifiziert. Die afrikanischen Mannschaften zeichneten sich durch ihre enorme Leidenschaft und ihre körperbetonte Spielweise aus. Besonders Kap Verde sticht hervor, aber auch Ägypten sorgte für Furore. Die Pharaonen gewannen erstmals ein Spiel bei ihrer vierten WM-Teilnahme (nach 1934, 1990 und 2018) und erreichten das Achtelfinale. Unter den besten acht Mannschaften ist allerdings nur noch Marokko als afrikanisches Team vertreten, alle anderen schieden bereits aus.

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