Make your Move #20: Die Shooting Stars

von Gerfried Pröll

Wer hätte das Aufsteiger SKN Sankt Pölten vor Saisonbeginn zugetraut? Das Team von Headcoach Andreas Worenz hat auf Anhieb die Top 6 erreicht und dazu noch den Einzug ins CupFinal4 geschafft. „Ewig schade, dass wir die Playoffs nicht mehr spielen konnten. Wir hätten alles daran gesetzt, dem einen oder anderen Favoriten Probleme zu bereiten“, trauert Worenz einer vergebenen Chance nach. Trotzdem sind die Wölfe aus Niederösterreich zweifellos die Shooting Stars der viel zu früh abgelaufenen Saison.

Noch einmal zur Erinnerung: Der Zweite der 2. Bundesliga 2018/19 hatte erst sechs Wochen vor Saisonstart erfahren, dass er in die neue Admiral Basketball Superliga hochgezogen wird. Innerhalb kürzester Zeit hat Andreas Worenz dann gemeinsam mit der Klubführung ein konkurrenzfähiges Team auf die Beine gestellt.

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Worenz: “Philip hat es sich verdient”

Der große Vorteil: Der SKN konnte auf ein Gerüst von Österreichern bauen, das sich schon in der 2. Bundesliga bewährt hatte. Dazu wurden die erfahrenen Profis Kelvin Lewis, Florian Trmal und Marko Kolaric geholt – sowie die deutsche Wundertüte Philip Jalalpoor, die sich als Goldgriff erweisen sollte. Der 26-jährige Shooter hat durch seine Leistungen das Interesse einiger BBL-Klubs geweckt und wird nicht zu halten sein. „Philip hat es sich verdient, den nächsten Schritt in seiner Karriere zu machen“, stellt der Headcoach klar.

Für Nationalteamspieler Florian Trmal geht es hingegen einen Schritt zurück. Der 30jährige absolviert die Polizeischule und wird wegen aufwändiger Kurse nicht mehr professionell trainieren können. Worenz geht aber davon aus, dass Trmal beim SKN bleibt. Dasselbe gilt für Lewis, Kolaric und Assistant Coach John Griffin, der sich weiterhin vor allem um den Nachwuchs kümmern wird.

Headcoach Andreas Worenz kann stolz auf die Leistungen seiner Truppe sein. Bild: GEPA

“Noch kein einziger Vertrag für die neue Saison”

Wie bei allen Superliga-Klubs ist wegen der Corona-Krise auch beim SKN noch vieles in Schwebe. „Wir haben noch keinen einzigen Vertrag für die neue Saison. Weder mit einem Spieler noch mit einem Sponsor“, klagt Worenz, der sich aber gleichzeitig auf eine neue Herausforderung freut. „Nach unserer tollen Performance sind die Erwartungen für die kommende Saison ungleich höher. Dieser Aufgabe wollen wir uns stellen.“ Worenz vertraut dabei weiterhin auch auf Sankt Pöltner „Urgesteine“ wie Steven Kaltenbrunner, Lukas Böck und Roman Jagsch.

„Wenn ich einen Most Improved Player wählen müsste, dann wäre es Roman. Schon sensationell, wie sehr er sich gesteigert hat“, lobt der Coach seinen Point Guard. Für Jalalpoor und den Langzeit-Verletzten Paul Koroschitz (muss sich einer weiteren Knie-Operation unterziehen) wird auf dem Transfermarkt Ersatz gesucht. Das alles mit dem Ziel, 2021 erneut in die Playoffs einzuziehen. „Wir haben da was nachzuholen“, lächelt Worenz.

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