Die Sky-Frühjahrsvorschau 2026: SK Rapid

Am Freitag startet die ADMIRAL Bundesliga (alle Spiele der ADMIRAL Bundesliga live auf Sky – mit Sky X unkompliziert den besten Livesport streamen) in die Frühjahrssaison 2026!

Vor dem Auftakt haben unsere Vereinsredakteure eine umfassende Vorschau zu ihrem jeweiligen Verein auf die Beine gestellt. Hier findet ihr die wichtigsten Infos über den SK Rapid, zusammengestellt von Sky-Vereinsredakteur Eric Niederseer.

Rückblick & Status quo

Hinter dem SK Rapid liegt eine Herbstsaison, die viele Fans der Grün-Weißen wohl lange nicht vergessen werden – am liebsten aber vergessen würden. Voller Euphorie und mit elf Siegen aus den ersten 14 Pflichtspielen unter Peter Stöger in die Saison gestartet, nahm das Unheil bereits im Herbst seinen Lauf. In den Monaten Oktober, November und Dezember konnten die Hütteldorfer wettbewerbsübergreifend nur mehr drei von 16 Pflichtspielen gewinnen.

Das Kapitel Peter Stöger wurde Ende November nach 27 Pflichtspielen (14 Siege, vier Remis und neun Niederlagen) bereits wieder geschlossen. Stefan Kulovits übernahm die verunsicherte Rapid-Mannschaft in einer schwierigen Phase erneut, konnte den ergebnistechnischen Turnaround jedoch auch nicht herstellen, sodass Rapid in der BL-Tabelle derzeit nur auf dem Quali-Gruppen-Platz 7 überwinterte. Während die Conference League-Reise in der Vorsaison zum Träumen einlud und die perfekte Bühne für Neuzugänge, im Hinblick auf Wiederverkaufswert, werden sollte, endete sie in dieser Saison in einem Desaster: abgeschlagenes Schlusslicht mit einem Zähler und einer Tordifferenz von 3:14. In drei europäischen Auftritten im „Weststadion“ konnte Rapid keinen einzigen Treffer verbuchen.

Nach Robert Klauß, Peter Stöger und Stefan Kulovits, steht mit Johannes Hoff Thorup nun bereits der vierte Rapid-Trainer in den vergangenen zehn Monaten an der Seitenlinie. Der Reset-Knopf wurde diesmal gehörig gedrückt, der Trainerstab deutlich verändert und international aufgestellt.

Der erste skandinavische Cheftrainer der SK Rapid-Historie hat wenig Zeit und steht vor einem harten Auftaktprogramm in den letzten fünf Runden vor Punkteteilung: TSV Hartberg (H), FK Austria Wien (A), Wolfsberger AC (H), SCR Altach (A) und FC Red Bull Salzburg (H) lauten die Gegner im Kampf um die Meistergruppe. Vor dem Start der Frühjahrssaison steht der gesamte Kader in der Bringschuld, um schnellstmöglich den Weg aus der Krise zu schaffen und die Fans durch Leidenschaft, Einsatz aber vor allem Ergebnisse wieder auf Ihre Seite zu ziehen. Ein richtungsweisendes Frühjahr steht bevor, das zumindest mit der Qualifikation für den internationalen Fußball enden sollte. Dieses Ziel ist für den SK Rapid in finanzieller Hinsicht quasi ein Muss, um die angestoßene, ganzheitliche Entwicklung des Vereins nicht stagnieren zu lassen.

Transfers

Zugänge

War Rapid am vergangenen Sommertransfermarkt noch das aktivste Team der ADMIRAL Bundesliga, so war der Winter bis kurz vor Schluss noch ruhig und hektisch. Die finanzielle Situation, ob des schwachen Abschneidens auf internationaler Ebene und des radikalen Umbruchs vergangenen Sommer, erschwerte die Situation für Markus Katzer erheblich, sodass der Geschäftsführer Sport in den Verhandlungen viel Geduld und Resilienz beweisen musste – mit einer doppelten Rückholaktion schlussendlich aber erfolgreich war.

Yusuf Demir (Rechtsaußen)

Das einstige Wunderkind, welches bereits die Stationen FC Barcelona, FC Basel und Galatasaray Istanbul in seiner immer noch jungen Vita innehat, kehrt zum zweiten Mal nach Hütteldorf retour. Nach Vertragsauflösung in Istanbul, unterschrieb Demir einen Vertrag bis 2027 mit Option. Um seinen Vertrag bei Galatasaray Istanbul auflösen und seinen Wunsch der Rückkehr zum Heimatverein realisieren zu können, verzichtete Yusuf Demir in der Türkei auf viel Gehalt.

Der Kreativspieler hofft, sein drittes Intermezzo in Hütteldorf erfolgreich zu gestalten und seiner Karriere in einem gewohnten Umfeld neben seinem Bruder Furkan sowie Freund Ercan Kara neuen Schwung zu verleihen. Wenn nicht in seiner Heimat unter einem Trainer, der Stärken im Umgang mit Talenten besitzt, wo dann? Bei Demir wird es wohl, ob der mangelnden Spielpraxis etwas dauern, bis er an sein Leistungsmaximum herankommt – wenn das gelingt, kann er aufgrund seiner Fähigkeiten dennoch zu einem Unterschiedsspieler in den Reihen der Hütteldorfer reifen. Insgesamt bringt es der 22-Jährige beim SK Rapid bis dato auf 57 Pflichtspiele, in denen ihm elf Tore sowie fünf Assists gelangen. Zudem lief Demir viermal für das österreichische Nationalteam auf.

Markus Katzer zum Transfer: „Man hat in den Gesprächen gespürt, wie sehr Yusi zurückkommen will. Er ist Grün-Weißer durch und durch. Er kann uns grade in der Offensive einen Impact geben, den die Mannschaft braucht. Wir werden ihm die Zeit geben, die er braucht“.

Andreas Weimann (Stürmer)

Die doppelte Rückholaktion der ehemaligen Rapid-Schützlinge macht Andreas Weimann perfekt. Abgesehen von der Erfahrung von 113 Premier League-, 393 Championship- und 26 Länderspielen bringt Weimann die benötigte Physis, Mentalität und Arbeitsmoral in die Mannschaft – und gilt, ob des gewohnt intensiven Drei-Tages-Rhythmus auf der Insel, als Soforthilfe. Zudem bringt er das nötige Profil mit, das der SK Rapid an vorderster Front aufgrund des Ausfalls von Claudy Mbuyi noch vermisste. Weimann war von 2005 bis 2007 bereits in diversen Nachwuchsteams des SK Rapid tätig und unterschrieb vorerst einen Vertrag bis Sommer. In Hütteldorf möchte ÖFB-Teamspieler Weimann auf sich aufmerksam machen, um Teamchef Ralf Rangnick von einer Nominierung für den WM-Kader überzeugen zu können.

Hoff Thorup meint zum Transfer von Weimann: „Wir haben mehr Persönlichkeit in der Mannschaft gebraucht. Zudem bringt er enorm viel Routine ins Team. Er ist ein Spieler, der viel Verantwortung übernimmt, der viele Positionen in der Offensive bekleiden kann, aber auch eine starke Persönlichkeit mitbringt. Er kommt von der Championship, er hat Minuten in den Beinen, er ist komplett fitt. Es gibt keine Gründe, ihn nicht direkt zu bringen. Zudem ist er ein Führungsspieler für die jungen Spieler“.

Abgänge

Auf Abgangsseiten steht lediglich der Transfer von Noah Bischof zum FC Doredrecht, dem Kooperationsverein von Feyenoord Rotterdam, das von Liverpool-Legende Dirk Kuyt trainiert wird, zu Buche. In Österreich endet das Transferfenster am heutigen Freitag, um 17:00 Uhr. In einigen anderen Ländern wie u.a. Schweiz, Türkei oder Ungarn erst zu einem späteren Zeitpunkt. Es kann nach wie vor sein, dass Rapid den Kader noch ausdünnt und Spieler abgibt, die im Herbst wenig Spielpraxis sammelten. Zudem lehnten die Hütteldorfer lukrative Angebote für Bendegúz Bolla von Ferencvaros Budapest und Udinese Calcio, Ange Ahoussou sowie Sommer-Transferaktie Romeo Amane ab. Bei Nikolaus Wurmbrand wurde von Spieler- und Vereinsseite klar kommuniziert, dass ein Wechsel frühestens im Sommer und nach einer möglichen WM in Frage käme – u.a. die TSG Hoffenheim erkundigte sich bereits nach dem Shootingstar.

Der neue Cheftrainer & Trainerstab

Barisic, Klauß, Stöger, Hoff Thorup – die letzten vier Trainer des SK Rapid waren vom Typ und der Spielidee her grundverschieden. „Seit ich hier bin, haben wir eine klare Spielidee implementiert“, konterte Geschäftsführer Sport Markus Katzer bei der Vorstellungs-Pressekonferenz des neuen Cheftrainers diese These. Für die Auswahl des neuen Cheftrainers nahm man sich in Hütteldorf ausreichend Zeit. Hoff Thorup galt, wie Markus Katzer erwähnte, als „absolute Wunschlösung“. In einer ersten Runde wurden rund 30 Namen via Telefonmeetings abgegrast. Schlussendlich standen mit dem 36-jährigen Dänen sowie Hendrik Rydström noch zwei ausländische Trainer in der finalen Auswahl, die persönlich in Hütteldorf vorstellig wurden. Wobei Hoff Thorup bereits nach den ersten Gesprächen als klarer Favorit galt und sich schlussendlich auch durchsetzte.

Johannes Hoff Thorup:

Hoff Thorup ist verheiratet, hat zwei Töchter und kennt Österreich bereits aus diversen Skiurlauben in seiner Jugend. Der Däne begann seine Karriere als Jugendtrainer beim kleinen Klub Akademisk Boldklub nahe Kopenhagen. Über den Nachwuchs des FC Nordsjaelland, der im letzten Jahrzehnt vor allem aufgrund der Ausbildung junger Talente bekannt wurde, wurde er 2023 zum Cheftrainer. Im Sommer 2024 folgte der Schritt zu Norwich City in die physische Championship, wo er im April 2025 entlassen wurde. Positiv herauszustreichen ist, dass die „Canaries“ unter Hoff Thorup eine offensiv spannende Spielidee verfolgten und die zweitmeisten Tore in der zweithöchsten Liga Englands erzielten. Nach einer achtmonatigen Pause unterschrieb der 36-Jährige in Hütteldorf einen Vertrag bis 2027 mit Option auf eine weitere Spielzeit. Hoff Thorup verfügt zwar über Kenntnisse in Deutsch – in der Kabine wird er aber hauptsächlich bei Englisch bleiben, da es seiner Ansicht nach „die Sprache des Fußballs“ sei. Bei der Vorstellungs-PK am 7. Jänner teilte er mit, dass es sein Ziel sei, in naher Zukunft Pressekonferenzen teilweise auch in deutscher Sprache abzuhalten. „Die Hauptsprache ist überall Englisch, das wird auch so bleiben. Aber ich werde herausfinden, wie ich Spieler unterschiedlicher Kulturen mit unterschiedlichen Sprachen am besten erreiche. Fußball ist ein internationales Geschäft, und ich glaube, dass ich darauf vorbereitet bin“, fügt der neue Chefcoach an.

Der Trainerstab

Ergänzt wird der internationale Trainerstab nach dem Abgang von Stefan Kulovits und Daniel Seper mit den Co-Trainern Joe Shulberg (ENG) und Alan Gürkan Arac (DEN). Luka Pavlovic (SRB) blieb dem Trainerstab erhalten. Alan Gürkan Arac, der als präziser Analytiker gilt und für eine gute Menschenführung bekannt ist, ist türkisch-stämmiger Däne und war bereits bei Nordsjaelland und Norwich City ein enger Vertrauter von Hoff Thorup.

Shulberg wiederum ist seit mehr als 100 Jahren der erste Engländer im Trainerstab der Hütteldorfer und war zuletzt fast ein Jahrzehnt bei Norwich City angestellt. Der 35-jährige Brite bringt durch seine langjährige Erfahrung im Jugend- und Akademiebereich viele Stärken in der individuellen Förderung von Spielern mit.

Luka Pavlovic bringt ebenfalls eine interessante Vita mit – arbeitete im Nachwuchsbereich von Roter Stern Belgrad, SK Sturm Graz sowie dem LASK und war zudem als Co-Trainer bei FK TSC Bačka Topola tätig. In seiner aktuellen Rolle ist Pavlović stark in die tägliche Trainingsarbeit, die taktische Vorbereitung sowie in die Spielanalyse eingebunden. Er fungiert als Bindeglied zwischen Cheftrainer, Trainerstab und Mannschaft und bringt durch seine ruhige, strukturierte Art viel Stabilität in den Trainingsbetrieb.

Tormanntrainer Jürgen Macho bleibt wie zuvor für die Defensivstandards zuständig, bei denen Rapid im Jahr 2025 in Hoff Thorups Augen großartig agierte. Für die Offensivstandards ist nach dem Abgang von Daniel Seper nun Luka Pavlovic zuständig. Johannes Hoff Thorup fügt an: „Ich will viele Verantwortliche und ich werde nie sagen: ‚du bist schuld‘, wenn etwas nicht passen sollte. Wir werden dann versuchen, es gemeinsam besser zu machen“.

Vorbereitung

Nach einer intensiven Herbstsaison mit insgesamt 35 Pflichtspielen gab es für den Rapid-Tross rund drei Wochen Urlaub, ehe am 6. und 7. Jänner die Sommervorbereitung mit den sportwissenschaftlichen Testungen eingeleitet wurde. Vom 10. Bis 17. Jänner hob der Rapid-Tross dann, wie schon im Vorjahr, ins Trainingslager nach Benidorm in Spanien ab. Mit an Bord waren 32 Spieler inkl. vier Torhütern und einige junge Talente aus der zweiten Mannschaft. Inhaltlich lag der Schwerpunkt der intensiven Vorbereitung zunächst auf dem Offensivspiel, der defensiven Organisation sowie der positionellen Struktur im Ballbesitz.

Hoff Thorup resümierte die Vorbereitung wie folgt: „Zunächst war ich etwas neugierig auf die Spieler und was die vielen Spiele ohne Sieg mit ihren Selbstvertrauen gemacht haben. Aber ich muss sagen: Ich bin beeindruckt von ihrer aktuellen Form. Vom ersten Tag an waren sie sehr fleißig, lernwillig und gut. Ich denke, die ersten beiden Spiele dienten dazu, ein Gefühl dafür zu bekommen, was ich will. Das letzte Spiel war wirklich gut und das beste Spiel der bisherigen Saison („lacht“). Als Trainer wünscht man sich immer mehr Vorbereitungszeit und wir alle wissen, dass es immer besser werden wird. Ich habe aber gesehen, dass meine Jungs unsere Ideen verstehen. Wenn ich das Gesamtbild betrachte, ist die Mannschaft auf einem wirklich guten Niveau. Natürlich werden wir im Mai besser sein als jetzt“.

Testspiele

  • SK Rapid 1:0 (0:0) Ferencvaros Budapest (HUN), Tor SCR: M. Seidl
  • SK Rapid 0:2 (0:1) ETO FC Györ (HUN)
  • SK Rapid 1:0 (0:0) First Vienna FC, Tor SCR: E. Music
  • SK Rapid 5:2 (2:0) NS Mura (SLO), Tore SCR: Cvetkovic, Bolla, Seidl, Kara, Wurmbrand

Kader & Verletzungsupdate

Der derzeitige Kader des SK Rapid umfasst laut offizieller Homepage 32 Akteure, davon 15 Legionäre. Zudem konnten viele junge Talente von Rapid II in der Vorbereitung auf sich aufmerksam machen, von denen speziell Flügelspieler Moulaye Haidara, Stürmer Daniel Nunoo, Innenverteidiger Kenan Muharemovic und Rechtsverteidiger Eaden Roka einen bleibenden Eindruck beim neuen Cheftrainer hinterlassen konnten.

Hingegen werden die Hütteldorfer noch monatelang auf Jean Harisson Marcelin (Muskelabriss am Knochen), Louis Schaub (Seitenbandriss am Knie) und Claudy Mbuyi (Meniskusverletzung) verzichten müssen. Zudem verpasste Jakob Schöller große Teile der Vorbereitung aufgrund seines Grundwehrdienstes beim Bundesheer.

Positive Nachrichten gab es dennoch: Jannes Horn ist nach Arthroskopie am Knie im Dezember zum BL-Frühjahrsauftaktwieder wieder einsatzfähig. Serge-Philippe Raux-Yao war nach war nach Bänderverletzung im Sprunggelenk pünktlich zum Vorbereitungsstart wieder fit. Auch Tobias Borkeeiet, der im April 2025 einen Knorpelschaden erlitt, stand nach Verletzungssaga im Wintertraining zur Verfügung. Flügelspieler Petter Nosa Dahl wird nach erneuter Muskelverletzung in einigen Wochen zurückerwartet.

Players to watch

Gewagte These! Martin Ndzie, den viele Kritiker bereits abgeschrieben haben, wird die Überraschung der Frühjahrssaison, die der nominelle Sangaré-Ersatz bereits im Herbst hätte sein sollen. Die Sechserposition war in der ersten Saisonhälfte, aufgrund der athletischen Defizite von Ndzie und des gesundheitlichen bzw. verletzungstechnischen Seuchenherbsts von Lukas Grgic die Achillesferse des SK Rapid. Die Physis, Spielkontrolle und Übersicht, die der kamerunische Nationalspieler dem Spiel von Rapid geben kann, wurde bis dato schmerzlich vermisst.
Ein fitter Martin Ndzie wird essenziell für den Spielstil von Hoff Thorup. Einerseits um den Ball in den eigenen Reihen kontrolliert zirkulieren zu lassen, andererseits um gegnerische Angriffe im Keim zu ersticken und eine zweikampfstarke Absicherung in puncto Restverteidigung zu haben. Der 23-jährige Nationalspieler, der nach seinem Sommertransfer aus Israel lediglich 479 Spielminuten in 23 möglichen Pflichtspielen absolvierte, wirkte in den Testspielen stark verbessert. „Er ist in guter körperlicher Verfassung. Er war in guter Form und ist voll im Spiel“, ergänzt Hoff Thorup.

„Ankick“-Tipps

Besser spät als nie! Der Spielstil von Hoff Thorup erwartet Spielkontrolle, Ballsicherheit, Aktivität und Dominanz. Tugenden, die speziell den technisch beschlagenen und lauffreudigen Matthias Seidl, Romeo Amane – und speziell Rekordzugang Tobias Gulliksen zugutekommen sollten. Von Gulliksen erwarten sich die Verantworlichen nach Anpassungsschwierigkeiten im ersten Halbjahr mehr Aktivität im Spiel gegen den Ball, als es noch unter Peter Stöger der Fall war.

In der Vorbereitung zeigte sich der Norweger fleißig und lauffreudig, arbeitete intensiver gegen den Ball, war oft Dreh- und Angelpunkt im Spiel nach vorne. Tendenz steigend! Der 22-Jährige könnte davon profitieren, dass er im Hoff Thorup-System offensiver eingesetzt wird. Nun muss Gulliksen nur noch gelingen, seine unbestrittenen offensiven Fähigkeiten in Szene zu setzen, dann kann er für den SK Rapid sowie in eurem Ankick-Team endlich zu einem wahren Unterschiedsspieler reifen.

Mögliche Startelf

Anmerkung: Unterschiedsspieler Petter Nosa Dahl wäre wohl gesetzt, wird aber wohl noch einige Wochen ausfallen.

Spielanlage

„Wir wollen das Spiel kontrollieren und eine gute positionelle Struktur haben, aus der wir viele Chancen kreieren können“, schickte der Coach der Grün-Weißen bei seiner Vorstellung voraus. Der 36-jährige Däne steht für eine moderne, attraktive und dominante Philosophie. Gleichzeitig ist eine seiner Stärken, und ein Mitgrund weshalb ihn Rapid verpflichtete, sein Umgang und die Entwicklung von jungen Spielern. Spielerisch steht Hoff Thorup für drei Dinge: einen tiefen Spielaufbau, hohes und intensives Pressing und eine strukturierte Spielanlage mit einem gewissen Mut und Risiko, das er von seinen Spielern sowie Tormännern fordert. Als Grundformation für seine Idee des dominanten Ballbesitz-Fußballs bevorzugt Hoff Thorup ein offensiv ausgerichtetes 4-3-3, um dominanten Ballbesitz-Fußball zu spielen. „Unsere Grundprinzipien & unsere Struktur wird sich niemals ändern. Unser Mittelfeld ist das Herzstück unseres Teams. Wir versuchen dort immer dominant zu sein“, führte der Trainer der Hütteldorfer an.

Hoff Thorup ist kein Freund der Rotation, vor allem da der Rhythmus nach dem Ausscheiden in der Conference League sowie ÖFB-Cup im Wochentakt stattfinden wird. „Konkurrenz um die Startelf wird es immer geben, aber im Großen und Ganzen soll speziell unsere defensive Struktur (Viererkette und Sechser) gleichbleibend sein. Es wird, zumindest defensiv, wenige Änderungen geben und generell sicherlich nicht mehr als zwei bis drei Rotationen pro Spiel“, führt er an. Zudem wünscht er sich, dass ein Großteil seiner Kaderspieler auf zwei Positionen eingesetzt werden kann. „Wir sollten für die meisten unserer Spieler zumindest zwei Positionen haben. Das eröffnet uns mehr Optionen und gibt den Spielern mehr Chancen auf Spielminuten“, fügt der 36-jährige Däne an.

Prognose Vereinsredakteur

Vorsicht Trigger-Warnung! Auch diese Aussage wird einige Fußballexperten, ob der 0:3-Niederlage beim Pflichtspielauftakt unter Hoff Thorup gegen die SV Ried, nur ein leichtes Schmunzeln kosten: Aber eine klare Handschrift des neuen Spielstils unter dem dänischen Neo-Coach war in der Vorbereitung immer klarer erkennbar. Auf spielerischer Ebene zeigte sich Rapid in der Vorbereitung stark verbessert, offensiv fehlt derzeit jedoch eindeutig noch Durchschlagskraft sowie Tempo und Tiefgang auf den Flügelpositionen.

Die Verpflichtung von Weimann und Demir, die Rückkehr von Petter Nosa Dahl und die vollständige Matchfitness von Nikolaus Wurmbrand wird dem SK Rapid mehr als guttun. Zudem zeigt sich Martin Ndzie als potenzieller Schlüsselspieler athletischer und für kommende Aufgaben bereit. Für Hoff Thorup geht es nun darum, den Spagat zwischen Implementierung der neuen Idee und dringend benötigten Ergebnissen im Kampf um die Meistergruppe erfolgreich zu meistern. Und das trotz des Faktes, dass nur mehr wenig Verständnis der Fans vorhanden ist und die Mannschaft nach zehn Pflichtspielen ohne Sieg logischerweise stark verunsichert ist.

Rapid hat dennoch in sämtlichen Mannschaftsteilen hohe individuelle Qualität im Kader, die der Däne nun zu einer Einheit formen muss. Nach dem Scheitern in der Conference League-Ligaphase und dem ÖFB Cup-Aus in Ried hat der SK Rapid bereits zwei von drei Saisonzielen klar verpasst. Deshalb heißt es für den SK Rapid nun: Voller Fokus auf die Liga und primär auf den Kampf um die Qualifikation für die Meistergruppe. Die Liga ist die einzig verbliebene Hoffnung, die Saison doch noch in eine positive zu verwandeln.

„Es weht ein frischer Wind in der Mannschaft. Ich bin optimistisch, denn man hat gesehen, welche Qualität in der Mannschaft steckt. Es ist noch alles möglich in dieser Saison“, meinte Geschäftsführer Sport Markus Katzer bei der Frühjahrsauftakt-Pressekonferenz der Bundesliga. Schafft Rapid den Einzug in die Meistergruppe, ist nach wie vor alles offen. Ich bleibe bei meiner Prognose vor dem Saisonstart: der SK Rapid beendet die Saison als Vizemeister.

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