Die Sky-Frühjahrsvorschau: SK Rapid
Am Freitag startet die ADMIRAL Bundesliga (alle Spiele der ADMIRAL Bundesliga live auf Sky – mit dem Sky X-Traumpass unkompliziert den besten Livesport streamen) ins Frühjahr! Vor dem Auftakt haben unsere Vereinsredakteure eine umfassende Vorschau zu ihrem jeweiligen Verein auf die Beine gestellt. Hier findet ihr die wichtigsten Infos über den SK Rapid, zusammengestellt von Eric Niederseer.
Kurz vor dem Liga-Wiederbeginn müssen die Hütteldorfer zunächst schlechte Nachrichten hinnehmen: Kapitän Guido Burgstaller muss aufgrund muskulärer Probleme eine Zwangspause einlegen und wird folglich gegen den WAC ausfallen.
Dämpfer vor Liga-Restart! Zwangspause für Rapid-Kapitän Burgstaller
Transfers
Zugänge
CHRISTOPH LANG (22 JAHRE / ANGRIFF / SK STURM GRAZ)
Mit Langs Leihabbruch beim TSV Hartberg und der Verpflichtung vom SK Sturm Graz reagierte man in Hütteldorf überraschenderweise nicht mit einem positionsgetreuen Eins-zu-Eins-Ersatz auf den Abgang von Nicolas Kühn, sondern verpflichtete einen Akteur, der das offensive Spektrum erweitert. Durch den Transfer wird Rapid ein Stück unberechenbarer und flexibler. Der ehemalige Hartberger kann in der Offensive mehrere Positionen bekleiden – im zentral-offensiven Mittelfeld, auf dem linken und rechten Flügel, sowie als hängende Spitze. Mit Christoph Lang erhält der SK Rapid einen Offensivakteur mit „Scheiß-Mir-Nix-Mentalität“ und einer höheren Effizienz und Torgefährlichkeit, als es noch bei Nicolas Kühn der Fall war. Die bisherige Saisonbilanz unterstreicht dies: Der U21-Teamspieler erzielte im bisherigen Saisonverlauf bereits fünf Tore und steuerte drei Assists bei.
NOAH BISCHOF (21 JAHRE / ANGRIFF / SCR ALTACH)
Beim Transfer von Noah Bischof, der ein halbes Jahr vor Vertragsende aus dem Ländle losgeeist, scheiden sich derzeit noch die Geister in der Hütteldorfer Anhängerschaft. Dennoch kann man den Transfer getrost als „smart move“ von Markus Katzer bezeichnen: Der 21-Jährige ist österreichischer U21-Nationalspieler, offensiv variabel einsetzbar, mit Entwicklungspotenzial und bereits einer gewissen Erfahrung in der Liga. Der 1,90-Meter große, dynamische Offensivspieler absolvierte für die Altacher 62 Pflichtspiele, in denen er fünf Mal traf. Für Österreichs U21-Auswahl hat er in neun Partien drei Tore geschossen. In der Frühjahrssaison soll er nun bei der First Vienna weiter Erfahrung und Scorer sammeln, um ab der kommenden Saison 2024/25 sein Talent in der Offensive von Robert Klauß unter Beweis zu stellen.
ISAK JANSSON (22 JAHRE / SWE / ANGRIFF / FC CARTAGENA – LALIGA2)
Nicolas Kühn 2.0? Als letzte Amtshandlung am Deadline Day verpflichtete der SK Rapid den 22-jährigen und zugleich 20-fachen, schwedische U-Nationalspieler per Leihe bis Saisonende. Der Deal mit dem FC Cartagena aus LaLiga2 (2. Liga Spaniens) beinhaltet eine Kaufoption. Jansson ist auf dem rechten sowie linken Flügel beheimatet, kann alternativ auch als hängende Spitze agieren. Der Transfer kann zumindest für viele Anhänger mit dem Prädikat „Wundertüte“ versehen werden. Jansson besticht durch Tempo, Dynamik und Dribbling. Aus dem näheren Umfeld in Spanien sickerte durch, dass Jansson ein Aktivposten auf dem Flügel ist und durch seinen spektakulären Spielstil rasch zum Publikumsliebling aufstieg.
Abgänge
Auf Abgangsseiten verabschiedete der SK Rapid mit Ante Bajic und Patrick Greil zwei Akteure, die unter die Kategorie „Barisic-Verpflichtung“ fielen und deren Zeit in Hütteldorf wohl getrost als Missverständnis zusammengefasst werden kann. Sie konnten ihr vorhandenes Potenzial in Hütteldorf nur ansatzweise andeuten. Ante Bajic kehrte nach 1 ½ Jahren in grün-weiß zu seinem Ex-Klub SV Ried in die 2. Liga zurück. Patrick Greil schloss sich nach 48 Spielen in grün-weiß dem SV Sandhausen in der 3. Liga Deutschlands an, trifft dort auf seinen ehemaligen Klagenfurter Teamkollegen Markus Pink und Sportdirektor Matthias Imhof. Zudem wurde auch Aleksa Pejic an den serbischen Erstligisten Backa Topola abgegeben.
Nicolas Kühn wurde für rund € 3,6 Mio. Ablöse inklusive Boni an den schottischen Rekordmeister Celtic Glasgow abgegeben.
Vorbereitung
Der SK Rapid startete nach rund vierwöchigem Break, in denen Sie von Klauß natürlich „Hausaufgaben“ erhielten, am 7. Jänner mit zweitägigen Leistungstests auf die Vorbereitung zur Frühjahrssaison. Der Cheftrainer hatte nach seinem Amtsantritt Ende November nun erstmals die Chance, länger und intensiver auf die Mannschaft einzuwirken. Am 15. Jänner hob der Rapid-Tross ins zwölftägige Trainingslager in die Türkei nach Belek ab. Die Ironie an dem Ganzen: Aufgrund der kurzen Winterpause in Deutschland war es das erste Wintertrainingslager von Robert Klauß in seiner gesamten Trainerlaufbahn. „Wir fahren mit einem guten Gefühl nach Hause. Wir hatten von Beginn an außerhalb des Platzes eine richtig gute Stimmung, während des Trainingslagers ist das dann auch innerhalb übergeschwappt. Wir haben eine gute und junge Mannschaft, die gerade die nächsten Schritte macht“, zog der 39-Jährige ein positives Fazit. Themenschwerpunkte der gesamten Vorbereitung waren u.a. die Spieleröffnung, die notwendige Balance und Entscheidungsfindung im offensiven Drittel sowie das Spiel gegen den Ball.
Der Eindruck, den man bereits in den ersten Pflichtspielen unter Klauß erhielt, bestätigte sich im Trainingslager: Auch in den Testspielen zeigte sich die Hintermannschaft sehr stabil, ließ aus dem Spiel heraus extrem wenig zu. Zu Lasten des Offensivspiels, in der noch die notwendige Balance fehlt. Das Trainerteam zeigte sich in der Vorbereitung sehr experimentierfreudig, verhalf jungen Talenten zu ihren ersten Profiminuten und setzte das bereits vorhandene Material immer wieder in neuen Rollen ein. Als Gewinner der Vorbereitung kann laut Klauß Roman Kerschbaum bezeichnet werden: „Er hat eine super Vorbereitung gespielt. Er ist ein Vorbildprofi. Auch für junge Spieler ist er ein Vorbild, auf und abseits des Platzes. Wie bereite ich mich vor, wie bereite ich mich nach, wie setze ich die Dinge um, die das Trainerteam fordert. Er war in jedem Training einer der besten Spieler auf dem Platz.“.
Saisonziel
Aktuell rangiert der SK Rapid mit 24 Punkten auf Rang 6 der Tabelle, mit einem bzw. drei Punkten Vorsprung auf die direkten Verfolger Wolfsberger AC und FK Austria Wien. Wenig überraschend plant man, auch nach Ende des Grunddurchgangs, über dem Strich zu verweilen. Gleichzeitig will man den Abstand zu den oberen Rängen bestmöglich minimieren, um nach Punkteteilung die ersten vorderen Plätze angreifen zu können. Schon zu Beginn der Saison wurde das primäre, defensiv formulierte Soll „Meistergruppe“ ausgegeben. Geschäftsführer Sport Markus Katzer ergänzt: „Das mittelfristige Ziel ist, unter den ersten Sechs zu sein. Das ist ganz klar ausgeschrieben. Nach der Punkteteilung werden die Karten neu gemischt, weil man näher zusammenrückt“. Bereits in den ersten drei Runden warten auf dem Weg zu diesem Vorhaben harte Prüfsteine: der WAC (A), SK Sturm Graz (A) und das „Wiener Derby“ (H).
Anders als in der Bundesliga, in der man den Erwartungen punktemäßig hinterherhinkt, sieht der SK Rapid im ÖFB-Cup eine Chance auf den langersehnten Titelgewinn – und kommuniziert dies auch selbstbewusst nach außen. Ein ähnliches Szenario wie vergangenes Jahr soll her, diesmal mit einem besseren Ausgang für Grün-Weiß. Zwei Spiele fehlen noch, um den „verstaubten Trophäenraum“ im Rapideum mit einem 15. Cuptitel zu füllen.
Abgesehen von den Zielen auf dem Papier, will man in Hütteldorf weiterhin kontinuierlich junge Talente aus den eigenen Reihen (Akademie, SK Rapid II) entwickeln. Rapid hat sich in den vergangenen Jahren tendenziell immer mehr zu einem Ausbildungsverein entwickelt, der langfristiger denkt. Der die professionellen Infrastrukturen nutzt und die Akademie als Fundament der zukünftigen Profimannschaft versteht. Mit Robert Klauß wurde ein Trainer verpflichtet, der als Förderer von Jugendarbeit gilt und Talente sukzessive bei den Profis einbinden soll. Mit 37,5 Prozent hat grün-weiß den höchsten Anteil der Spieler der gesamten Liga, die vorher im eigenen Nachwuchs tätig waren. Dies hat sich als glasklare Strategie der Hütteldorfer herauskristallisiert. Zivkovic, Kaygin, Bajlicz & Co. sind Spieler, die bereits oben anklopfen und erste Minuten im Profigeschäft sammeln konnten. Sie sollen in der nahen Zukunft nicht die Letzten bleiben.
Spielphilosophie
Hinsichtlich Grundformation bleibt der SK Rapid zwar beim 4-2-3-1, da der Kader bereits vor Amtsantritt von Klauß darauf ausgelegt wurde, jedoch solle dies nur in wenigen Spielphasen erkennbar sein. „Für mich ist so ein System echt völlig irrelevant. Wir können es gerne 4-2-3-1 nennen, ich habe das Wort 4-2-3-1 aber gegenüber meinen Jungs noch kein einziges Mal in den Mund genommen“, bestätigte Klauß diese Annahme. Zusammenfassend kann man zum neuen Anstrich unter dem Trainerteam sagen, dass Rapid sicherlich nicht mehr in ein starres System gepresst werden kann.
Die jahrelange Grundformation im 4-2-3-1, die der SK Rapid nicht nur auf dem Flipchart, sondern auch auf dem Spielfeld praktizierte, soll viel variabler gestaltet werden. Vom Spielaufbau mit Dreierkette, über ein 4-2-2-2 im Angriffsdrittel bis zum 4-4-2 gegen den Ball praktiziert der SK Rapid verschiedenste Systeme. Hauptaugenmerk des Klauß’schen Fußballs soll jedenfalls sein, dass dieser klar erkennbar ist und in jeder Phase des Spiels Dominanz und Kontrolle ausstrahlt. Auch wenn sich Klauß selbst nicht als Taktik-Nerd bezeichnet, so wirkt er in seinem Denken als Trainer perfektionistisch und fordernd. Abläufe sind bis ins kleinste Detail geplant.
Kader
30 Spieler inkl. hochgezogener Akteure umfasst das derzeitige Team von Robert Klauß, welches acht Legionäre beinhaltet. Beim detaillierten Blick auf den Kader zeigt sich, dass der SK Rapid im Vergleich zu Vorjahren und auch zur Herbstsaison abermals verjüngt wurde. Die Abgänge von Greil (27), Bajic (28) und Kühn (24), wurden durchwegs mit jüngeren Spielern aufgefangen: Lang (22), Jansson (22), Tambwe-Kasengele (19) und Ismail Seydi (22).
Der Altersschnitt des Kaders liegt nun bei 23,5 Jahren. Der Kaderwert beträgt derzeit € 27,3 Mio., Rapid reiht sich damit im ligainternen Vergleich auf Rang vier ein. Der aktuell wertvollste Spieler im Team ist Leopold Querfeld mit einem Marktwert von € 3,50 Mio. Mit der Kaderstruktur zeigt sich Robert Klauß kurz vor Ende der Vorbereitung sehr zufrieden. „Gerade mit der ersten Elf sind wir sehr zufrieden. Des Weiteren haben wir auf jeder Position grob einen Spieler, den wir als möglichen Startelfspieler (sprich Ersatzmann für die Bestbesetzung) sehen“.
Rising Star
Mit Jovan Zivkovic hat der SK Rapid einen Rohdiamanten in den eigenen Reihen. Der U18-Nationalspieler Österreichs feierte unter tosendem Applaus des Allianz Stadions gegen den SKN St. Pölten sein Profidebüt. Sein Pflichtspieldebüt im Cup deutete bereits an, dass er wohl eine ernstzunehmende Alternative im weiteren Saisonverlauf sein wird. Seit geraumer Zeit reißen sich die europäischen Topklubs wie Manchester City um die Dienste des 17-Jährigen. Zivkovic besticht durch unglaubliche technische Fähigkeiten im Eins-Gegen-Eins, ein faszinierendes Tempo und einen beidbeinigen Abschluss.
Ankick-Tipp
Der größte Gewinner der Anstellung von Robert Klauß als Cheftrainer ist definitiv Lukas Grgic. Der Sechser bzw. Achter mit offensiver Ausrichtung überzeugt bis dato als wichtige Schaltzentrale im Spiel von Klauß. Grgic ist der aggressive, offensiv-denkende „Box-to-Box“-Spieler, der gegnerische Vorstöße aggressiv unterbindet, Konter einleitet und selbst immer wieder in den gegnerischen Strafraum vorstößt. Aufgrund seiner Zweikampfwerte, seiner Fähigkeit, das Spiel zu lesen und seiner zusätzlichen Torgefährlichkeit, ist Grgic ein „perfect fit“ für das Mittelfeld in eurem Ankick-Team!
Lukas Grgic
| Position | Mittelfeld |
| Verein | SK Rapid |
Wer Matthias Seidl nach dessen Herbstsaison in seinem Ankick-Team hat, darf sich getrost als Glückspilz bezeichnen. Der gebürtige Kuchler war schon in der Hinserie Woche für Woche eine Punktemaschine. Auf der Position im zentral-offensiven Mittelfeld ist der Platz von Neo-Nationalspieler Matthias Seidl berechtigterweise in Stein gemeißelt (Herbstsaison: 16 von 17 möglichen Startelfeinsätzen in der Liga).
Der Salzburger dürfte vom dominanten Fußball von Robert Klauß zusätzlich profitieren und soll der Unterschiedsspieler im System werden. Klauß legt großen Wert auf eine gute Balance und Entscheidungsfindung im Offensivbereich. Dies zählt aufgrund seines Instinkts und seiner technischen Fähigkeiten definitiv zu den Stärken von Seidl.
Matthias Seidl
| Position | Mittelfeld |
| Verein | SK Rapid |
Mögliche Startelf

Prognose
Rein vom Bauchgefühl her scheint die Anstellung von Robert Klauß in Hütteldorf ein Glücksgriff gewesen zu sein und „der richtige Schritt zur richtigen Zeit“. Klauß erweitert den spielerischen Horizont von Rapid, soll die Mannschaft Schritt für Schritt an die Topteams der Liga heranführen. Zumindest kurzfristig hat er die auffälligsten Problemzonen stabilisiert. Fundamental und wegweisend für die Saisonziele des SK Rapid sind sicherlich die Auftaktspiele im Februar.
Können diese drei Spiele gegen den WAC, Sturm Graz und die Austria Wien positiv abgeschlossen werden, kann dies zusätzliche Energien für den restlichen Saisonverlauf freisetzen. Bleibt der SK Rapid von weiteren Langzeitverletzungen von Leistungsträgern verschont, dann traue ich dem SK Rapid sogar den dritten Rang noch zu.
Bild: GEPA

