Die Sky-Saisonvorschau: Blau-Weiß Linz
Saisonstartinfos Blau-Weiß Linz: Ab Freitag rollt der Ball wieder in der ADMIRAL Bundesliga (alle Spiele live auf Sky – streame die ADMIRAL Bundesliga mit dem Sky X-Traumpass)! Vor dem Saisonauftakt haben unsere Vereinsredakteure eine umfassende Vorschau zu ihrem jeweiligen Verein auf die Beine gestellt. Hier findet ihr die wichtigsten Infos über Blau-Weiß Linz zusammengestellt von Sky-Reporter und Vereinsredakteur Michael Ganhör.
Transfers
Zugänge
- Martin Moormann (Rapid)
- Oliver Wähling (Osnabrück)
- Anderson (Lustenau)
- Lucas Dantas (Lemense)
- Lukas Ibertsberger (Salzburg)
- Alexander Schmidt (Austria)
- Thomas Goiginger (Osnabrück)
- Bernd Aineter (Draßburg)
Abgänge
- Tobias Koch (Klagenfurt)
- Stefan Haudum (Admira)
- Fabian Windhager (Austria Salzburg)
- Michael Brandner (Mondsee)
- Marco Krainz (vereinslos)
- Felix Gschossmann (Bregenz)
- Erwin Softic (Wallern)
- Stefan Feiertag (Leihe zu LKS Lodz)
Scheiblehner – geht er, bleibt er?
Runde 32, letztes Saisonspiel: BW Linz empfängt die Wiener Austria. Vor dem Spiel wird Scheiblehner von Verantwortlichen der Wiener gefragt, ob er sich vorstellen kann Austria-Trainer zu werden. Ein paar Tage später: ein konkreter Termin mit Jürgen Werner und Manuel Ortlechner wird vereinbart. Dieser verläuft positiv. Die Zeichen stehen auf Abschied.
Allerdings kommen die Dinge danach ins Stocken. Die Austria ist ein spezieller Verein mit verschiedenen Gremien und Strömungen. So vergehen die Tage und viele für den Trainer wichtige Fragen sind noch nicht geklärt. Außerdem fragen die Wiener erst spät offiziell bei den Stahlstädtern an.
Eine Ablöse von 200.000 Euro steht im Raum. Die Vereine hätten sich wohl geeinigt. Allerdings hat Scheiblehner kein gutes Gefühl mehr bei der Sache. Ist er der Trainer, hinter dem der ganze Verein steht? Diese Frage beantwortet er für sich mit Nein und sagt der Wiener Austria ab.
Veränderungen bei Blau-Weiß Linz
Den Satz „Das Team wird in der kommenden Saison ganz anders aussehen“ haben wir zu Saisonende oft gehört. Qualität und Erfahrung waren die gesuchten Attribute am Transfermarkt. Doch haben die Verantwortlichen Wort gehalten, ihre Ziele umsetzen können? Definitiv ja!
RV: Mit Anderson hat man die größte Baustelle „rechts hinten“ geschlossen. Der 26-jährige Brasilianer kommt von Absteiger Lustenau und bringt jede Menge Bundesligaerfahrung mit. Ein weiterer Vorteil: Anderson spricht sehr gut Deutsch und wird im Jänner die österreichische Staatsbürgerschaft bekommen.
LV: Mit Lukas Ibertsberger hat man früh einen jungen Österreicher überzeugen können. Er hat bereits einige Einsätze in der Bundesliga absolviert. Der Plan war, dass er von Andreas Ulmer lernen soll. Allerdings konnte man den Routinier nicht überzeugen nach Linz zu kommen. Gut, dass Simon Pirkl keinen passenden Verein in Deutschland gefunden hat und bei Blau-Weiß Linz verlängert hat.
IV: Martin Moormann hatte bei Rapid zuletzt keine leichte Zeit und wenig Spielminuten. Für sein junges Alter (23) hat er bei Rapid aber schon einiges erlebt: 48 Bundesligaspiele, in der Europa League und Conference League kam er ebenfalls zu Einsätzen.
MF: Die Lücke, die Tobias Koch hinterlassen hat, soll der 22-jährige Brasilianer Lucas Dantas füllen. Linz ist seine erste Profistation in Europa. Das Attribut Erfahrung trifft bei ihm nicht zu, allerdings hat er im vergangenen Frühjahr bei den Probetrainings überzeugt. Der Sechser gilt als Abräumer, der aber auch weiß wie man mit dem Ball umzugehen hat. Man darf gespannt sein, ob er die hohen Erwartungen erfüllen kann. Sein Start beim neuen Verein verlief jedenfalls nicht nach Wunsch. Wegen einer Knieverletzung musste er viele Trainingseinheiten auslassen.
ST/OM: Thomas Goiginger ist zurück bei BW Linz. Ihn darf man als „Königstransfer“ bezeichnen. Nationale und internationale Erfahrung, Führungs- und Mentalitätsspieler. Er hat keine leichte Saison hinter sich, doch selbst im vergangenen Herbst hat er trotz weniger Minuten beim LASK gezeigt was er kann. (vier Scorerpunkte in zwölf Spielen, dabei nur dreimal in der Startelf)
Alexander Schmidt ist nun Backup von Ronivaldo. Stefan Feiertag ist nur noch Stürmer Nummer drei und wurde für ein Jahr in die zweite polnische Liga verliehen.
Vorbereitung bei Blau-Weiß
Die vergangene Saison war für alle Beteiligten absolutes Neuland. Nur neun Spieler hatten Bundesligaerfahrung. Auch das Trainerteam hat nun seine erste volle Saison im Oberhaus absolviert. Aus den Erfahrungen hat man natürlich versucht, die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Die Linzer hatten ihren Trainingsauftakt vor allen anderen Teams. Auch, weil der Trainer in der ersten Vorbereitungswoche kein Testspiel absolvieren wollte. Scheiblehner war mit der Vorbereitung grundsätzlich zufrieden – das Gegenteil hat man wohl auch noch nie von einem Trainer in der Öffentlichkeit gehört. Etwas Pech hatte man bei den Testspielen: Gleich zwei mussten wegen eines Gewitters vorzeitig abgebrochen werden, weswegen man noch kurzfristig zwei Testspiele eingeschoben hat (Donau Linz und Al Ahli).
Die Verletzungen von den Neuzugängen Dantas (rechtzeitig fit zum Saisonstart) und Wähling (wieder im Mannschaftstraining) waren natürlich nicht ideal. Auch Kapitän Fabio Strauss hat sich eine Schulterverletzung zugezogen und wird in den ersten Runden fehlen.
„Ankick“-Tipps
Ronivaldo hat in der vergangenen Saison die meisten Punkte aller Blau-Weißen eingefahren. Wenn man ihn heuer im Team hat, ist das bestimmt kein Fehler. Auf Rang zwei unter den Feldspielern folgte Paul Mensah. Es ist allerdings fraglich, ob er wieder so viele Einsatzminuten bekommt, da die Konkurrenz im Kader größer geworden ist.
Auf Dobras, Goiginger und Anderson kann man in dieser Spielzeit bestimmt setzen. Stammspieler und brave Punktelieferanten sind Maranda, Pirkl und Schmid. Ein Geheimtipp: Dantas.
Mögliche Blau-Weiß-Startelf

Spielanlage
Als Aufsteiger wollte man zu Beginn der vergangenen Saison so agieren wie in der 2. Liga – Offensivfußball und hoch attackieren. Nachdem man schnell eingesehen hat, dass das in der Bundesliga nicht funktioniert, ist man zunächst mit der Strategie „gut stehen besser kontern“ besser gefahren.
So richtig überzeugt hat Blau Weiß Linz aber erst gegen Ende der Saison. Da hat das Team die richtige Mischung aus all den Dingen gefunden. So möchte der Trainer auch in der neuen Saison kicken lassen. Variabel ist das Zauberwort: 4-3-3, 3-4-3, auch ein 3-5-2 wurde gelegentlich ausprobiert. Die Grundordnungen können sich von Spiel zu Spiel ändern.
Genauso die Herangehensweise: Mittelfeldpressing und situativ hoch attackieren ist die Grundidee. Dass man im tiefen Block verteidigen kann, hat man vergangene Saison bereits bewiesen und wird man in dieser Saison bestimmt auch gegen einige Gegner (oder zu Beginn der Qualifikationsgruppe) sehen.
Bild: GEPA
