Die Sky-Saisonvorschau: Blau-Weiß Linz
Ab Freitag rollt in der ADMIRAL Bundesliga endlich wieder der Ball – alle Spiele seht ihr live auf Sky Sport Austria oder im Stream mit Sky X! Vor dem Saisonstart haben unsere Vereinsredakteure eine Vorschau zu ihrem Verein auf die Beine gestellt. Hier findet ihr die wichtigsten Infos über den FC Blau-Weiß Linz, zusammengestellt von Sky-Reporter und Vereinsredakteur Michael Ganhör.
Rückblick
Scheiblehner geht!
Der Erfolgstrainer verlässt Blau-Weiß Linz einen Tag vor dem Trainingsauftakt. Der Zeitpunkt suboptimal, aber der Verein hatte durch die Ausstiegsklausel das Heft nicht in der Hand. Scheiblehner unterschreibt bei den Grashoppers Zürich (GZ) einen Vertrag bis 2027 – ja genau, die Grashoppers, die ihn schon im vergangenen November in die Schweiz lotsen wollten. Kurios dabei: Der neue GZ-Sportchef Alain Sutter hat Scheiblehner am 18. Juni mitgeteilt, dass man sich für einen anderen Trainer entschieden hat.
Die Verhandlungen zerschlugen sich dann und drei Tage später kam der erneute Anruf mit der Bitte, den Schweizer Traditionsverein zu übernehmen. Scheiblehner, der unbedingt ins Ausland wollte, zögerte keine Sekunde und sagte zu. Die Verantwortlichen von Blau-Weiß Linz wurden am Abend vor dem Trainingsauftakt informiert.
Scheiblehner hat sich am nächsten Tag noch von der Mannschaft verabschiedet, bevor es in die Schweiz ging. Überraschend (auch für Scheiblehner): Co-Trainer und engster Scheibi-Vertrauter Andreas Gahleitner bleibt aus familiären Gründen bei Blau-Weiß Linz. Somit ging nur der bisherige Videoanalyst Toni Mestrovic mit zu den Grashoppers.
Die Suche nach dem Nachfolger
Beim Trainingsauftakt stellte sich heraus, was viele befürchtet haben. Die Verantwortlichen der Linzer waren auf den Abgang von Scheiblehner überhaupt nicht vorbereitet, obwohl es in der Szene ein offenes Geheimnis war, dass der Trainer unbedingt den nächsten Schritt machen wollte.
Die Suche nach einem Nachfolger dauerte zwölf Tage. Es wurden viele Gespräche geführte. Eine „very long lost“ wurde zur „long list“, diese dann zur „short list“, und die, die es auf diese Liste geschafft haben, wurden zu Hearings eingeladen. Von Vereinsseite haben die Herren Peschek, Schösswendter und Riepl die Hearings durchgeführt. Der Ausgang ist bekannt: Mitja Mörec ist der neue Cheftrainer von Blau-Weiß Linz. Für Mörec ist es die erste Station in der ADMIRAL Bundesliga. Er bekommt einen Zweijahresvertrag.
Neo-Trainer Mörec bei seiner ersten Pressekonferenz über …
… den Verein:
„Blau-Weiß hat sich extrem gut entwickelt. Die Gespräche waren sehr gut. Es war immer mein Ziel, den nächsten Schritt zu machen. Ich bin super-glücklich und wirklich stolz, dass es geklappt hat.“
… den Kader:
„Ich bin sehr zufrieden mit dem Kader und überzeugt, dass es mit neuen Reizen, Anpassungen und Ideen noch besser funktionieren wird. Ich sage immer, meine Spieler sind die besten der Welt – so gehe ich auch mit ihnen um! Auf der ein oder anderen Position brauchen wir noch eine Verstärkung, aber ich habe Blau-Weiß oft gesehen und mir gedacht: Was ist das für eine geile Mannschaft mit tollem Teamgeist, in der jeder seine Aufgaben kannte.“
… die Infrastruktur:
„Das Stadion ist wunderschön, fast immer voll, auch deshalb hat Blau-Weiß viele Fans auch außerhalb von Linz gewonnen. Klar ist nicht alles perfekt, wäre im Trainingszentrum eine Kraftkammer schön. Ich bin aber ein Mensch, der nicht jammert. Wir haben beim FAC aus suboptimalen Bedingungen viel rausgeholt – da ist für mich Blau-Weiß wie die Champions League.“
… die Ziele:
„Dass die Latte hoch liegt, ist klar. Man muss sich große Ziele setzen, aber wir sind bodenständig, realistisch , wissen, wer wir sind. Wir haben keinen Druck, dass wir den Platz sechs wiederholen müssen. Primäres Ziel ist ganz klar der Klassenerhalt.“
… den Coach Mörec:
„Ich arbeite taktisch viel in Details, bin aber keiner, der den Spielern alles vorgibt. Sie brauchen Freiheiten, um Entscheidungen zu treffen, müssen Lust auf Fußball haben! Ehrliche Kommunikation ist mir sehr wichtig, auch wenn es oft nicht einfach ist, die Meinung zu sagen. Ich verlange wie mein Vorgänger von den Spielern harte Arbeit, Disziplin, Intensität – nur so können wir etwas erreichen.“
… seine Spielweise:
„Ich bin kein Trainer, der sagt, wir fahren nach Salzburg, nur um dort nicht zu verlieren. Wir werden vor keinem Gegner Angst haben, wie unter meinem Vorgänger aggressiv pressen und anlaufen, gezielt vertikal spielen. Wichtig ist, dass wir die Intensität beibehalten, gegen den Ball haben wir ähnliche Lösungen. Mit Ball wollen wir natürlich die ein oder andere Idee neu einbringen.“
… seine Vorbilder:
„Ich hatte in meiner Karriere viele Trainer. Franco Foda und Michael Petrovic haben mich besonders geprägt, mir Bock gemacht, dass ich jetzt als Trainer arbeiten will.“
Vorbereitung
Die Vorbereitung stand ganz im Zeichen der Trainersuche, die sich doch gezogen hat. Der „Neue“ Mitja Mörec hatte bis zum ersten Pflichtspiel nur 18 Tage Zeit, um mit seiner Mannschaft zu arbeiten. Der Fahrplan inkl. Testspiele und Transfers standen bereits fest. Keine idealen Startbedingungen für Mörec. Der Umstand, dass das Grundgerüst der Mannschaft geblieben ist, macht die Sache natürlich einfacher, auch wenn der Trainer natürlich gerne mehr Zeit gehabt hätte.
Auch die Suche nach einem Co-Trainer nahm einige Zeit in Anspruch. Erst in der Woche vorm ersten Pflichtspiel wurde das Trainerteam komplettiert. Matthias Luginger kommt von Unterhaching und wird sich nun um die Standards und das Aufwärmen kümmern. Er ersetzt somit den zum Sportkoordinator beförderten Ronald Riepl. Der Mestrovic-Ersatz heißt Christoph Spiesberger, kommt vom LASK und wird sich um die Einzelanalyse und Trainingsaufzeichnung kümmern.
Mörec will adaptieren
Auch wenn Mörec und Scheiblehner ähnlich über Fußball denken, dasselbe System bevorzugen (3-4-2-1), gerne einen 6er vor der Abwehrreihe haben, das Zentrum schließen, hat der neue Chefcoach natürlich Dinge, die er verändern und adaptieren möchte. Das ist vor allem im Ballbesitz erkennbar. Option eins ist nach wie vor, den Ball tief zu spielen und schnell umzuschalten. Jedoch nicht mehr mit aller Gewalt. Dass man nach Ballgewinn die Kugel genauso schnell wieder verliert, war unter Scheiblehner auch schon ein großes Thema. Insgesamt bekommt man den Eindruck, dass nun etwas mehr gekickt werden darf. Auch Seitenverlagerungen und Wechselpässe sind nun erwünscht.
In den Testspielen haben die Blau-Weißen einen guten Eindruck hinterlassen und Teams wie Roter Stern Belgrad (2:2), Slavia Prag (0:1) und Fortuna Düsseldorf voll gefordert. Da kam die 1:4 Niederlage beim Saisoneröffungsspiel gegen Ipswich Town vielleicht sogar zum richtigen Zeitpunkt, um die Erwartungen nicht in die Höhe schnellen zu lassen. Neben den Konstanten im Team hat vor allem Nico Maier hat gezeigt, dass er in der Offensive eine große Verstärkung sein kann. Oliver Wähling darf als „Gewinner der Vorbereitung“ bezeichnet werden.
Transfers
Zugänge:
- Nico Maier (FC Will / SUI 2)
- Jakob Knollmüller (Lafnitz)
- Christopher Cvetko (Klagenfurt)
- Felix Gerstmayer (Micheldorf)
- Viktor Baier (Viktoria Pilsen / CZE / Leihe)
- Valentin Oelz (Salzburg)
- Matthias Wetschka (vereinslos, nun Kooperationsspieler Dietach)
- Muharem Huskovic (Austria Wien / Leihe)
- Stefan Feiertag (retour von Saarbrücken)
Abgänge:
- Radek Vitek (zurück zu Manchester United)
- Soumaila Diabate (zurück zu Salzburg)
- Kristijan Dobras
- Alexander Schmidt (Admira)
- Conor Noß (MSV Duisburg)
- Danilo Mitrovic (FK Radnicki / SRB)
- Lukas Tursch
- Andreas Lukse
- Lukas Ibertsberger (Austria Lustenau)
- Julian Gölles (Hartberg)
- Mehmet Ibrahimi
- Bernd Aineter
- Lucas Dantas (First Vienna)
Bevorstehende Transfers: Gesucht werden noch Außenverteidiger und ein IV/6er
Mögliche Abgänge:
- Stefan Feiertag (auf Vereinssuche, keine Zukunft beim Verein)
- Marcel Schantl (auf Vereinssuche, keine Zukunft beim Verein)
Mögliche Aufstellung

Bisherige Spiele
Testspiele
- Auswahl Perg – BW Linz 0:6 (Seidl 2x, Pirkl, Maier, Briedl, Varesi – Strauss)
- Slavia Prag – BW Linz 1:0
- BW Linz – Roter Stern Belgrad 2:2 (Maranda, Ronivaldo)
- Fortuna Düsseldorf – BW Linz 1:3 (Ronivaldo, Seidl, Goiginger)
- BW Linz – Ipswich Town 1:4 (Ronivaldo)
- Donau Linz – BW Linz 0:4(Goiginger, Huskovic, Soares, Zehetner)
ÖFB-Cup
Fr. 25.07.2025, Treibach
SK Treibach – BW Linz 0:3
Tor: Wähling (8.), Anderson (70.), Ronivaldo (75.)
Aufstellung: Baier, Bakatukanda – Maranda – Moormann, Anderson – Wähling – Pasic – Pirkl, Maier – Ronivaldo – Goiginger
Ankick Tipps
- Ronivaldo – den Toptorschützen der vergangenen Saison muss man natürlich im Kader haben
- Manuel Maranda – er hat in der vergangenen Saison keine einzige Spielminute verpasst. Zuverlässiger Punktesammler!
- Anderson – er hat in der vergangenen Saison nach Ronivaldo und Maranda die meisten Punkte geliefert. Torgefährlicher Außenverteidiger
- Nico Maier – wird ein Aktivposten in der Offensive der Linzer sein
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Bild: GEPA

