Die Sky-Saisonvorschau: SK Rapid
Saisonstartinfos SK Rapid: Ab Freitag rollt der Ball wieder in der ADMIRAL Bundesliga (alle Spiele live auf Sky – streame die ADMIRAL Bundesliga mit dem Sky X-Traumpass)! Vor dem Saisonauftakt haben unsere Vereinsredakteure eine umfassende Vorschau zu ihrem jeweiligen Verein auf die Beine gestellt. Hier findet ihr die wichtigsten Infos über SK Rapid, zusammengestellt von Sky-Vereinsredakteur Eric Niederseer.
Transfers
Zugänge:
Der SK Rapid ließ in diesem Sommer im Transferfenster gehörig aufhorchen und konnte bereits Mitte Juli den Großteil der Kaderplanung abschließen. Was in dieser Periode markant war, ist, dass der SK Rapid das Scouting-Netzwerk seit der Umstrukturierung der Scouting-Abteilung (Beförderung von Nino Rauch zum Scoutingleiter) im Dezember 2023 merkbar vergrößert hat und vielfältigere Märkte abgrast. Deswegen öffneten sich auch einige Türen, von welchen man in vergangenen Jahren nicht einmal träumen konnte.
SERGE-PHILIPPE RAUX YAO (Innenverteidiger | FK Rodez)
Den planmäßigen Abgang von Leopold Querfeld, den man bereits nach Saisonende der vergangenen Spielzeit intern vermutete, konnte der SK Rapid mit einem absoluten Wunschtransfer schließen. Der 1,97 cm große Innenverteidiger Serge-Philippe Raux Yao (25) konnte nach monatelangem Bemühen ablösefrei nach Hütteldorf gelotst werden und unterschrieb einen Vertrag bis Sommer 2028. Das überraschende daran war, dass sich der SK Rapid gegen Vereine aus der deutschen Bundesliga, der Ligue 1 (Montpellier), aus Belgien (Standard Lüttich), Dänemark (FC Kopenhagen) und Spanien (Espanyol Barcelona) durchsetzen konnte.
Fazit: Der Transfer des Linksfuß Raux Yao hat zur Folge, dass Nenad Cvetkovic von der Position des linken IV wieder auf seine angestammte Position des rechten Innenverteidigers switchen kann, was große Vorteile in der Spieleröffnung nach sich zieht. Abgesehen vom „Türsteher“-Image, das die großgewachsene, neue Innenverteidigung des SK Rapid nun aufweist, können sich die Hütteldorfer Fans auf ein, in der Defensive kompromissloses und kopfballstarkes, im Spielaufbau sehr progressives und variables, und in der Offensive wuchtiges und torgefährliches IV-Duo freuen.
JAKOB SCHÖLLER (Innenverteidiger | Admira Wacker)
Mit der Verpflichtung des 18-Jährigen Innenverteidiger konnte der SK Rapid ein hochveranlagtes Talent mit Vertragslaufzeit bis 2028 an Land ziehen, das bei einigen nationalen und internationalen Vereinen auf dem Merkzettel stand. Die Verhandlungen gestalteten sich über mehrere Wochen hinweg sehr zäh, die Admira rund um Peter Stöger erwies sich als harter, aber schlussendlich für alle Seiten mehr als fairer Verhandlungspartner. Trotz aller Lobeshymnen, die der österreichische U-Nationalspieler bereits in jungen Jahren erhielt, gibt es auch eine Kehrseite der Medaille: Jakob Schöller hatte in seiner noch jungen Profikarriere bereits mit einigen Verletzungen zu kämpfen.
Fazit: Der SK Rapid ergänzt seinen Kader mit einer spannenden Zukunftsaktie, die verhältnismäßig viel Profierfahrung vorweisen kann. Mit dem Juniorennationalspieler geht man in Hütteldorf den eingeschlagenen Weg weiter, junge Österreicher zu verpflichten und zu entwickeln, um sie im Idealfall gewinnbringend verkaufen zu können. Wenn Schöller in den kommenden Spielzeiten verletzungsfrei bleibt, ist er eine wertvolle Investition in die Zukunft und wird die Innenverteidigung des SK Rapid mittel- bis langfristig mit seiner modernen und progressiven Spielweise prägen.
BENDEGÚZ BOLLA (Rechtsverteidiger | Wolverhampton Wanderers)
Der 24-jährige ungarische Nationalspieler (19 A-Länderspiele) kann getrost als Top-Transfer in diesem Sommer bezeichnet werden. Überraschend war außerdem, dass der SK Rapid einen Spieler seiner Kategorie (€ 2,0 Mio. Marktwert) vom eigenen Projekt überzeugen, ablösefrei verpflichten (aufgrund Vertragsauflösung mit Wolverhampton Wanderers) und mit einem langfristigen Vertrag bis 2027 ausstatten konnte.
Fazit: Der ungarische EM-Teilnehmer ist athletisch, dynamisch, besitzt einen hohen Offensivdrang und kann in verschiedensten Grundformationen zum Einsatz kommen. Die Neuerwerbung auf der rechten Außenbahn wird in der neuen Grundordnung zu einem der Schlüsselspieler, was Offensivakzente, aber auch die defensive Stabilität betrifft. Im neuen 4-2-2-2, in dem auf Bolla ein hoher Aktionsradius und eine hohe Intensität zukommt, werden speziell seine defensiven Fähigkeiten im Umschaltspiel vermehrt auf die Probe gestellt.
BENJAMIN BÖCKLE (Linksverteidiger | Fortuna Düsseldorf)
Mit Benjamin Böckle hat der SK Rapid einen neuen Linksverteidiger verpflichtet, der zumindest vorerst als Backup für Jonas Auer agieren soll. Böckle wurde für eine Ablösesumme von € 200.000 von Fortuna Düsseldorf aus der 2. Bundesliga verpflichtet und unterschrieb bis 2027 in Hütteldorf.
Fazit: Der Transfer von Benjamin Böckle zum SK Rapid beschreibt ideal den Weg, den der SK Rapid gehen möchte: Böckle ist jung und entwicklungsfähig, österreichischer U-21 Nationalspieler, genoss eine sechsjährige Ausbildung im Red Bull-Kosmos und wurde noch dazu für wenig Geld verpflichtet. Positiv ist auf alle Fälle, dass Jonas Auer nun einen Herausforderer auf seiner Position hat. Und nicht wie in den vergangenen Jahren quasi konkurrenzlos sein „Stammleiberl“ fix hat. Böckle kann mit seinem guten Laufspiel Vieles wettmachen, braucht aber spielerisch sicher ein wenig Zeit, um sich in der Bundesliga zu akklimatisieren.
MAMADOU SANGARÉ (Zentrales Mittelfeld | Red Bull Salzburg)
Der mehrfache U23-Teamspieler aus Mali unterzeichnete für eine mittlere sechsstellige Ablösesumme einen Kontrakt bis Sommer 2028 und war zuletzt von RB Salzburg für eineinhalb Saisonen an den TSV Hartberg verliehen.
Fazit: Sangaré deckt mit seiner starken Laufarbeit einen großen Aktionsradius ab, ist ballsicher, schnell und dynamisch. Der Malier könnte somit zum fehlenden Puzzlestück bzw. Verbindungsspieler im System von Robert Klauß werden, der die Bälle hinten einsammelt und nach vorne trägt. Der Box-to-box-Spieler ist als Sechser, Achter und Zehner einsetzbar und somit vom Grundprofil her einer der versatilen Spieler, die Robert Klauß besonders schätzt.
LOUIS SCHAUB (Offensives Mittelfeld | Hannover 96)
Durch die Rückholaktion von Louis Schaub erhält der SK Rapid einen Spieler, der getrost in die Kategorie „Fußballromantik“ fällt. Der 29-jährige Offensivspieler, der vor knapp sechs Jahren und nach mehr als 200 Pflichtspielen den SK Rapid gen 1. FC Köln verließ, unterschrieb einen für sein Alter unverhältnismäßig langen Vertrag bis 2028.
Fazit: Die Kreativität im letzten Drittel ging bei den Grün-Weißen im Meisterplayoff merklich verloren und es gab zu wenige, zusammenhängende Ballstafetten in der Offensive. Um hier wieder eine gesunde Balance herzustellen, könnte Schaubs Kreativität am Ball, seine Passsicherheit und seine „magischen Momente“ Abhilfe schaffen. Abgesehen von seinen Qualitäten am Ball stärkt Rapid mit Louis Schaub auch die Routine im Rapid-Kader. Der 29-fache österreichische Nationalspieler reiht sich gemeinsam mit Cvetkovic, Grgic, Burgstaller & Co. in die Riege der Führungsspieler beim SK Rapid ein, von denen die vielen jungen Spieler im Kader nur profitieren können.
DION DRENA BELJO (Stürmer | FC Augsburg)
Mit dem Transfer von Beljo aus der Fuggerstadt hat der SK Rapid das derzeit letzte Ausrufezeichen am Transfermarkt gesetzt. Der bullige, zweifache kroatische Nationalspieler, dessen Marktwert sich auf € 4 Mio. beläuft, konnte nach langen und zähen Verhandlungen um eine, im Vertrag verankerte Kaufoption, zumindest vorerst bis Saisonende nach Hütteldorf gelotst werden.
Fazit: Beljo ist der Typ Stürmer, der ein hohes Repertoire in seinem Spiel vorzuweisen hat: Aufgrund seiner Körpergröße kann der Kroate natürlich als typischer Zielspieler bei hohen Bällen fungieren. Abgesehen davon ist Beljo aber auch der ein kombinationsfreudiger Angreifer, der sich gerne fallen lässt, um als Kombinations- bzw. Wandspieler zu fungieren. Dennoch bleibt abzuwarten wie Beljo mit einem weiteren „Platzhirschen“ wie Guido Burgstaller als Doppelspitze harmoniert. Sollte sich der 22-Jährige schnell an die neuen Abläufe und Positionierungen der neuen Grundordnung gewöhnen können, zählt der Hüne aufgrund seiner Qualitäten definitiv zu einem heißen Anwärter für die Torjägerkrone der Bundesliga.
Abgänge:
Was während der gesamten Rückrunde bereits vermutet wurde, wurde im Sommertransferfenster bittere Realität: der SK Rapid musste Leopold Querfeld nach einigen Versuchen um eine Vertragsverlängerung in die deutsche Bundesliga zu Union Berlin ziehen lassen. Die kolportierte Ausstiegsklausel in Höhe von € 2,5 Mio. für den österreichischen Nationalspieler existierte zwar, jedoch betrug das finanzielle Ablösepaket aufgrund der Anzahl der Interessenten rund € 3,0 Mio, das die Köppenicker nach Hütteldorf überweisen mussten.
Auch beim Transfer von Fally Mayulu zu Bristol City bewies der SK Rapid ein gutes Näschen. Zur Erinnerung: Fally Mayulu wurde erst vor einem Jahr ablösefrei von Blau-Weiss Linz verpflichtet, nun für € 3,5 Mio. in die englische Championship (2. Liga) verkauft. Beim Transfer von Mayulu spalteten sich intern die Meinungen, schlussendlich entschied man sich dennoch für das „schnelle Geld“, jedoch auch im Bewusstsein, dass der junge Franzose im Sommer 2025 möglicherweise mehr Geld in die Kassen spülen würde.
Den wohl herbsten Verlust, der jedoch bereits seit Februar feststand, stellte der Transfer von Marco Grüll zum SV Werder Bremen dar. Durch den Abgang von Güll verlor der SK Rapid nicht nur eine Identifikationsperson und einen Führungsspieler, sondern muss nun auch versuchen, 33 Scorerpunkte aus 39 Pflichtspielen in der vergangenen Saison zu ersetzen. Grüll soll, zumindest in naher Zukunft, einer der letzten Leistungsträger sein, dessen Vertrag man nicht vorzeitig verlängern konnte und ihn folglich ablösefrei ziehen lassen musste.
Mit Thorsten Schick (DSV Leoben) und Michael Sollbauer (SV Ried) brachte man zumindest zwei „Gutverdiener“ von der Payroll. Martin Moormann und Bernhard Unger hatten mangels Perspektive keinen Platz mehr im SCR-Kader. Oliver Strunz soll durch die Leihe zum SCR Altach wohl einen neuen Karriereanlauf starten. Bei Topverdiener Terence Kongolo konnte die Leihe aufgrund seines fürstlichen Salärs nicht in ein fixes Vertragsverhältnis umgewandelt werden. Mit Nikolas Sattlberger wird wohl ein weiterer potenzieller Publikumsliebling den SK Rapid in diesem Sommer noch verlassen, nachdem monatelange Vertragsverhandlungen um eine vorzeitige Verlängerung nun endgültig im Sand verliefen.
Die Vorbereitung
Am 23.06. starteten Robert Klauß & Co. mit zweitägigen Testungen in die Vorbereitung auf die neue Saison. Vom 6. bis 13. Juli stand das Sommertrainingslager in Freistadt im Mühlviertel auf der Agenda. Standesgemäß gab es anstelle der, wegen der EM in Deutschland teilabstinenten, Bolla, Hedl und Seidl auch wieder einige junge Hoffnungsträger aus der zweiten Mannschaft wie Amin-Elias Gröller, Nikolaus Wurmbrand, Furkan Demir oder Tobias Hedl (Bruder von Niklas Hedl), die ihr Können unter Beweis stellen durften.
Themenschwerpunkte der Vorbereitung waren aufgrund des Wechselns zur neuen 4-2-2-2-Grundordnung natürlich die Positionierung der Spieler im neuen System, im Speziellen die Doppelspitze sowie die zwei Halbraumspieler hinter den Angreifern. Weitere Trainingsfokusse lagen auf dem Ballbesitzspiel in der neuen Ordnung sowie der Effizienz im letzten Drittel. Ein weiterer Aspekt, der natürlich nicht fehlen durfte, war die nötige Fitness im neuen Drei-Tages-Rhythmus, an der intensiv geschraubt wurde. Abgesehen von den vielen Neuzugängen, gab es auch im Trainerstab während der Sommervorbereitung ein neues Gesicht: David Lechner wird Nachfolger von Martin Mayer und übernimmt die Agenden des Athletiktrainers (unbefristeter Vertrag).
TESTSPIELE:
SC Herzogenburg 0:11 (0:4) SK Rapid, Tore: Bischof, Lang, Zivkovic, Hofmann, Dursun (2), T. Hedl (2), Gueye, Bajlicz, Eigentor
SK Rapid 0:3 Slavia Prag (CZE)
SK Rapid 3:2 VSC Debreceni, Tore: Beljo, Bischof, Dursun
SK Rapid 3:1 Admira Wacker, Tore: Bischof (2), Vincze
SK Rapid 1:1 AC Milan, Tor: F. Demir
Kader
Derzeit umfasst der Kader des SK Rapid 32 Spieler, neun davon sind Legionäre. Geht man von einem fixen Einsatz der Stammspieler Raux Yao, Cvetkovic, Bolla, Sangare und Beljo aus, so bleibt immer noch ein zusätzlicher Startelf- bzw. Kaderplatz für einen weiteren Legionär (z.B. Jansson). Einnahmen aus dem Österreicher-Topf (sechs Legionäre im 18er-Kader) sind somit nach wie vor möglich, auch wenn dies vor dem Transferfenster nicht mehr die höchste Priorität in Hütteldorf hatte.
Was den Altersschnitt betrifft, hat Rapid im Vergleich zum Vorjahr (24,50) mit einem Schnitt von 23,22 zwar eine scheinbare Verjüngungskur erlebt, auf den Schlüsselpositionen mit Beljo statt Mayulu, Bolla statt Kasanwirjo, Raux Yao statt Querfeld, Sangare statt Sattlberger und Schaub statt Lang doch einiges an Jahren und vor allem (internationaler) Routine hinzugewonnen. Zumindest auf den ersten Blick wirkt es so, als hätte der Kader in dieser Saison mehr Qualität, was Breite und Tiefe betrifft und mehr Variabilität in jeder Ebene des Spielfeldes. Im ligainternen Vergleich reiht man sich mit einem Marktwert von € 30,23 Mio. abermals auf dem 4. Rang ein, wobei Dion Beljo mit € 4 Mio. den derzeit wertvollsten Spieler im aktuellen Kader darstellt.
Hervorragende Arbeit wurde im vergangenen Jahr von der sportlichen Führungsriege in puncto Vertragsverlängerungen (Hedl, Oswald, Auer, Bajlicz, Dursun) bzw. Vertragslaufzeiten der Neuzugänge geleistet. Während Raux Yao, Schöller, Sangare, Schaub und Jansson gar einen Vierjahresvertrag unterzeichneten, konnten Bolla und Böckle zumindest bis 2027 an den Verein gebunden werden. Wirft man einen Blick auf den vermeintlichen Kern der Mannschaft, so zeigt sich, dass alle wichtigen Stützen einen Kontrakt bis zumindest 2026 besitzen.
Mögliche Aufstellung

„Rising Star“
Ein Akteur, nach dessen Verpflichtung sich die Meinungen im Hütteldorfer Umfeld zunächst noch spalteten, zeigte in der Vorbereitung sein unbestrittenes Potenzial. Noah Bischof konnte nach der beeindruckenden Rückrunden-Leihe zur First Vienna (neun Treffern und sieben Assists) auch beim SK Rapid in der Saisonvorbereitung aufzeigen. Bischof hat seine Stärken definitiv am Ball und präsentierte sich in der Vorbereitung als abschlussstarke Alternative im Doppelsturm. Er kann getrost als großer Gewinner der Sommervorbereitung gezählt werden, war außerdem mit vier Treffern in den Testspielen der treffsicherste Akteur in den Reihen von Robert Klauß.
In einer Sturmreihe gespickt mit typischen Neunern wie Burgstaller, Dursun und mit Abstrichen Beljo stellt Bischof durch seine spielerischen Fähigkeiten ein wichtiges Puzzleteil dar. Durch den Fakt, dass Klauß in der kommenden Saison vermehrt auf eine Doppelspitze setzen wird und viele verschiedene Kombinationsmöglichkeiten bei der Sturmbesetzung hat, wird Bischof sicherlich zu Einsatzminuten kommen und sein Potenzial unter Beweis stellen können.
Ankick-Tipps
Mamadou Sangaré wird meiner Meinung nach zum Schlüsseltransfer für den SK Rapid werden und könnte somit auch das Ass im Ärmel in eurem Ankick-Team darstellen. Durch den hohen Aktionsradius, seine Zweikampfstärke, Ballsicherheit und Umtriebigkeit im Spiel mit und gegen den Ball kann der junge Malier zum Punktehamster werden. Sollte der junge Malier im letzten Drittel noch effizienter werden und seine Arbeit auf dem Platz auch in „Zählbares“ in Form von Scorerpunkten ummünzen können, kann er zum absoluten Goldgriff für euer Ankick-Team werden.
Dass der junge Schwede Isak Jansson ein „Spaßfußballer“ sein kann und seine Art des Fußballs vor allem für die grün-weißen Fans teilweise zum „Zungeschnalzen“ einlädt, hat der schwedische U-Nationalspieler vergangene Saison bereits teilweise aufblitzen lassen. Der Gewinner der diesjährigen Vorbereitung hat ein hohes technisches Repertoire vorzuweisen und sollte in seiner ersten vollen Spielzeit und nach einer ersten umfangreichen Vorbereitung in Hütteldorf nun besser Fuß fassen. Jansson kann durch seine Kreativität und Tempodribblings der Spieler für die genialen Momente, auch in eurem Ankick-Team, sein – vorausgesetzt der verletzungsanfällige Schwede bleibt von gröberen Ausfällen verschont.
Spielphilosophie
Der SK Rapid hat sich in der Sommervorbereitung ein „zweites Standbein“ geschaffen und wird in der kommenden Spielzeit vermehrt in einer neuen Grundformation auflaufen. Das 4-2-3-1, das nach Klauß Anstellung wie die Faust aufs Auge zu den Spielertypen gepasst hat, wird in der kommenden Spielzeit von einem 4-2-2-2 abgelöst. Gründe hierfür waren einerseits, dass man die Scorerpunkte von Grüll nominell nicht eins-zu-eins ersetzen kann, somit auf mehreren Schultern verteilen muss. Andererseits dass man mit den getätigten Transfers von z.B. Sangaré und Schaub die perfekten Hybridspieler für dieses System verpflichten konnte. Und als wichtigster Aspekt gilt, dass man sich dadurch eine höhere Gefahr und vor allem Präsenz in und um den Strafraum als noch in der vergangenen Spielzeit, erhofft.
Außerdem könnte die neue Grundordnung die eklatanteste Problemzone des Klauß’schen Fußballs der vergangenen Saison beheben: der SK Rapid hat sich zwar im vergangenen Halbjahr defensiv enorm stabilisiert, das Spiel im letzten Drittel litt jedoch darunter. Erzielte man in 21 Pflichtspielen unter Barisic noch 50 Tore, so waren es in 21 Auftritten unter Klauß nur mehr 27 Tore. Essenziell wird sicherlich auch sein, wie die beiden nominellen Außenverteidiger Auer und Bolla im neuen Anzug funktionieren, wenn sie einen hohen Aktionsradius bespielen und eine hohe Intensität im Umschaltspiel aufweisen müssen. Vor allem in der Umschaltbewegung von Offensive auf Defensive kann dies gegen konterstarke Mannschaften zu einer echten Herkulesaufgabe für die Viererkette werden. Kurz gesagt: die Restverteidigung im 4-2-2-2 wird zur Herausforderung.
Prognose
Nach einer aufsehenerregenden Transferperiode wurden die Hoffnungen der eigenen Anhängerschaft auf attraktiven und vor allem erfolgreichen Fußball geschürt. Beim Blick auf die Sommertransferperiode hat man in Hütteldorf zumindest nominell ein Ausrufezeichen gesetzt, dass man in der kommenden Saison 24/25 nichts unversucht lassen möchte, um den Abstand zu den Bundesliga-Größen Red Bull Salzburg und SK Sturm Graz zu verringern, und dem LASK den dritten Platz streitig zu machen. Nach einem großen Sommerumbruch mit den Abgängen der oben genannten Stützen Marco Grüll und Leopold Querfeld bleibt jedoch abzuwarten, wie schnell die neuen Gesichter den Klauß’schen Fußball adaptieren, die Scorerpunkte von Grüll (Saison 23/24: 39 Pflichtspiele / 21 Tore und 12 Assists) aufgefangen und eine homogene Einheit geformt werden kann.
Markus Katzer und Robert Klauß hatten nun erstmals länger (als noch im Winter) Zeit, gemeinsam einen Kader nach Ihren Vorstellungen zu formen und sich intensiv auf die Saison vorzubereiten. Die Vorbereitung hat gezeigt, dass der SK Rapid über hohe individuelle Qualität besitzt und Schlüsselpositionen mit neuen Gesichtern besetzt wurden. Nun liegt es an Klauß & seinem Trainerteam, das einzelne Stückwerk schnellstmöglich zu einer homogenen Einheit zu formen, dann ist in dieser Saison Vieles möglich. Die Qualität ist definitiv da, eine prägendere Rolle als in den vergangenen Jahren zu spielen.
Tipp Endplatzierung
Der SK Rapid belegt am Saisonende den 3. Rang.
Beitragsbild: GEPA
