Dramatisches Ofner-Aus im Kitzbühel-Achtelfinale

Der Steirer Sebastian Ofner hat sein schon gewonnen geglaubtes Achtelfinale beim ATP-Tennisturnier in Kitzbühel noch verloren. Der 27-Jährige hatte am Mittwoch gegen den Slowaken Alex Molcan bei einer 6:4,5:0-Führung zwei Matchbälle, vergab diese und verlor dann völlig den Faden. Nachdem Ofner sieben Games in Folge geholt hatte, startete Molcan einen Lauf von neun Games en suite. Ofner kam noch einmal zurück, unterlag aber schließlich nach 2:29 Stunden 6:4,5:7,6:7(5).

Die Vorentscheidung zugunsten von Ofner schien nach seinem Satzgewinn gefallen zu sein. Einen Punkt davor hatte Molcan verzweifelt sein Racket zertrümmert, unbeirrt davon sackte der French-Open-Achtelfinalist die halbe Miete ein. Sein Gegner war fortan vorläufig völlig von der Rolle, Ofner schien für ein Viertelfinale gegen den Argentinier Sebastian Baez Kräfte sparen zu können. Plötzlich aber wachte Molcan auf und startete seine Aufholjagd – und noch mehr. Denn bei Ofner war der Faden völlig gerissen, schnell sah er sich auch in Satz drei mit einem Break zurück.

Allerdings fing sich der Lokalmatador. Nach dem Rebreak ging es ab 2:2 mit dem Service ins Tiebreak, wobei Ofner noch einmal einen Breakball abzuwehren hatte. Das entscheidende Minibreak gelang Molcan bei 4:4. Einen Matchball wehrte Ofner noch ab, seinen zweiten verwertete sein Gegner. „Ich habe mir gedacht, okay, es gibt keine Chance mehr für mich, ich spiele einfach nur schnell“, sprach Molcan den Moment seines 0:5-Rückstands im zweiten Durchgang an. „Ich weiß nicht, wie ich den zweiten Satz gewonnen habe. Es war einfach nur ein Wunder.“

„Gibt es leider im Tennis“

Ofner war niedergeschlagen, aber gefasst. „Das ist natürlich richtig bitter so eine Niederlage. Noch schlimmer, wenn es beim Heimturnier in Kitzbühel ist.“ Noch wisse er nicht genau, was da passiert sei. „Das gibt es leider im Tennis. Aufrichten und analysieren“, sagte sein Touring-Coach Stefan Rettl zur APA – Austria Presse Agentur. Ofner meinte, er habe im zweiten Satz beim Break gegen sich zum 4:5 zum Nachdenken begonnen. „Da ist es bei mir ein bisschen im Kopf herumgeschwirrt. Da habe ich dann komplett mein Spiel verloren, deswegen war es dann schwierig.“

Er wolle sich von diesem Rückschlag aber nicht beeinträchtigen lassen, nachdem er auch in der vergangenen Woche in Umag eine Auftaktniederlage kassiert hatte. „Die letzten zwei Turniere sind nicht ganz so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt habe. Aber sonst war meine Saison bisher richtig gut.“ Gegen Molcan war es die erste Niederlage in drei Duellen mit dem 25-Jährigen, wobei es der erste Vergleich auf Tour-Level war. Mit einem Sieg und danach einem weiteren im Viertelfinale wäre Ofner erstmals in die Top 50 gekommen, darauf heißt es nun weiter warten.

Baez hielt sich in seinem Achtelfinale nicht lange auf, fertigte den Spanier Roberto Carballes Baena (Nr. 6) 6:1,6:2 ab. Der Sieger von Molcan gegen Baez könnte auf einen weiteren Argentinier treffen, den topgesetzten Tomas Martin Etcheverry. Der French-Open-Viertelfinalist gab seinem Landsmann Guido Andreozzi mit 6:2,6:2 das Nachsehen. Der Kolumbianer Daniel Galan besiegte den Deutschen Daniel Altmaier (8) 3:6,6:2,7:6(8). Dominic Thiem spielt noch am Mittwoch als letzte österreichische Einzelhoffnung gegen den Chinesen Zhang Zhizhen um den Viertelfinaleinzug.

(APA)

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Artikelbild: GEPA