Djokovic und Überraschungsmann Shelton im Halbfinale
Novak Djokovic hat in einem schweißtreibenden und kräftezehrenden Match das Halbfinale der US Open erreicht. Bei extremen äußeren Bedingungen besiegte der Grand-Slam-Rekordchampion den Amerikaner Taylor Fritz 6:1, 6:4, 6:4. Der 36 Jahre alte Serbe steht in Flushing Meadows zum neunten Mal in der Runde der letzten vier, dreimal hat er das Turnier gewonnen, zuletzt 2018. Sein nächster Gegner ist Ben Shelton und damit neuerlich ein Spieler aus dem Gastgeberland.
Mit seiner 47. Halbfinal-Teilnahme bei einem Major ist Djokovic nun alleiniger Rekordhalter, zuvor teilte er sich die Bestmarke mit Roger Federer.
Das 2:34 Stunden dauernde Match war eine schweißtreibende Angelegenheit. Bei Temperaturen von 33 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent klebte Djokovic bereits nach wenigen Spielen im ersten Satz das Shirt am Körper. „Das ist wie Tennis in der Sauna. Djokovic ist körperlich am Limit“, kommentierte Boris Becker.
Drei-Satz-Sieg: Djokovic agiert effizient
Die Bedingungen trugen auch nicht zum Niveau des Matches bei: Beide Spieler agierten sehr fehlerhaft. Djokovic aber gelang es, seine Kräfte gut einzuteilen, auf seine Chancen zu Breaks zu lauern und sie mit großer Effizienz zu nutzen. Dagegen ließ Fritz, der es ohne Satzverlust zum ersten Mal bei einem der vier Grand Slams ins Viertelfinale geschafft hatte, vor allem im dritten Satz zu viele Chancen liegen, um dem Match noch eine Wende geben zu können.
Mit seinem 47. Halbfinale bei einem Grand-Slam-Turnier, dem 13. in Flushing Meadows, sicherte Djokovic sich auch diesen Rekord nun allein und liegt nun vor dem Schweizer Roger Federer. Er ist der älteste US-Open-Halbfinalist seit Jimmy Connors (39) vor 32 Jahren.
Shelton gelingt nächste Überraschung
Shelton hat die nächste Überraschung geschafft. Der 20-Jährige entschied in der Nacht auf Mittwoch das spektakuläre amerikanische Viertelfinal-Duell mit Frances Tiafoe mit 6:2, 3:6, 7:6 (9:7), 6:2 für sich. Shelton steht bei seiner zweiten Teilnahme beim Grand-Slam-Turnier in New York das erste Mal unter den besten Vier und ist gegen den 16 Jahre älteren Serben Djokovic der große Außenseiter. Dieser erreichte mit dem 6:1, 6:4, 6:4 über den Amerikaner Taylor Fritz zum 13. Mal das Halbfinale bei den US Open.
Tiafoe (25) war im vergangenen Jahr erstmals die Runde der besten Vier in New York eingezogen, wurde seiner Favoritenrolle gegen Shelton bei mehr als 25 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit aber nicht gerecht. In einer Partie auf wechselnden Niveau gingen beide US-Profis voll auf Angriff, zeigten hochklassige Gewinnschläge, aber auch zahlreiche Fehler. „Es war ein emotionaler Kampf“, sagte Shelton und freute sich auf das Aufeinandertreffen mit Djokovic: „Es könnte nicht besser sein.“
Gauff lässt Ostapenko keine Chance
Im Frauen-Bewerb treffen im Halbfinale Gauff und Muchova aufeinander. Die 19-jährige US-Amerikanerin deklassierte die Lettin Jelena Ostapenko, die im Achtelfinale die Weltranglistenerste Iga Swiatek eliminiert hatte, in nur 68 Minuten mit 6:0,6:2. Publikumsliebling Gauff ist der erste amerikanische Teenager im Halbfinale der US Open seit Serena Williams 2001.
„Das bedeutet mir eine Menge. Mit ihr in einem Satz genannt zu werden, ist großartig. Sie ist die größte Spielerin der Geschichte“, sagte Gauff über die 23-fache Grand-Slam-Turniersiegerin. „Sie ist mein Idol. Ich denke, wenn man mir früher gesagt hätte, dass ich in den gleichen Statistiken wie sie auftauche, wäre ich ausgerastet.“
Die an Nummer sechs gesetzte Gauff darf in New York von ihrem ersten Grand-Slam-Titel träumen, im Halbfinale wartet mit Muchova aber eine Spielerin in Hochform. Die 27-jährige Tschechin, Nummer zehn des Turniers, ließ der Rumänin Sorana Cirstea beim 6:0,6:3 keine Chance. „Sie ist eine großartige Spielerin, sie hat das Heimpublikum auf ihrer Seite. Es wird sehr, sehr schwierig“, sagte Muchova über Gauff.
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(SID/APA).
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