Manchester United's Portuguese manager Jose Mourinho (L) talks with Liverpool's German manager Jurgen Klopp (R) during the English Premier League football match between Manchester United and Liverpool at Old Trafford in Manchester, north west England, on March 10, 2018. / AFP PHOTO / Oli SCARFF / RESTRICTED TO EDITORIAL USE. No use with unauthorized audio, video, data, fixture lists, club/league logos or 'live' services. Online in-match use limited to 75 images, no video emulation. No use in betting, games or single club/league/player publications.  /         (Photo credit should read OLI SCARFF/AFP via Getty Images)

Duell um die Spitze: Gelingt den Spurs die Liverpool-Reifeprüfung?

via Sky Sport Austria

Tottenham Hotspur spielt unter Jose Mourinho so erfolgreich wie lange nicht mehr. Nun trifft “The Special One” als Tabellenführer der Premier League auf den Zweiten FC Liverpool. Für die Titelhoffnungen der Nordlondoner könnte sich das Spitzenspiel als wahre Reifeprüfung erweisen.

Nach nun über einem Jahr Amtszeit ist Jose Mourinho in seiner zweiten Saison bei Tottenham Hotspur endgültig angekommen. Nach einer holprigen Premierensaison, in der die Spurs am Ende auf Rang sechs der Premier League landeten, grüßt der Portugiese nach zwölf Spieltagen der laufenden Spielzeit von der Tabellenspitze.

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Mourinho zeigt es seinen Kritikern

Mourinho, der sich in den letzten 20 Jahren als extrovertierter Titelgarant im europäischen Fußball einen Namen gemacht hat, wurde bei Amtsantritt nicht von allen Fans mit offenen Armen empfangen. Besonders seine Vergangenheit bei Stadtrivale FC Chelsea wurde dem oft als “arrogant” betiteltem Coach übel genommen. Zudem hielten viele im Umfeld des Vereins die erfolgreiche Zeit des 57-Jährigen als abgelaufen.

Die aktuelle Saison dürfte die Kritiker des Startrainers – zumindest für den Moment – verstummen lassen. Die Spurs stehen verdientermaßen an der Spitze und Mourinhos Team glänzt nicht nur wie gewohnt in der Defensive (zehn Gegentore – mit Abstand Ligabestwert), sondern auch im Spiel nach vorne (24 erzielte Tore – nur Liverpool und Chelsea trafen häufiger).

Gerade Tottenhams kongeniales Sturmduo Harry Kane und Heung-Min Son knipst ohne Ende: 19 der 24 Liga-Tore gehen auf das Konto der beiden Publikumslieblinge.

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Klopp: “Ich sehe, was ich sehe, und das ist leider sehr gut”

Dass die Spurs nicht nur über defensive Stabilität verfügen, stellt auch der Trainer des kommenden Gegners Liverpool klar. “Wenn man nur in der Zeitung über Tottenham liest, könnte man den Eindruck bekommen, aber wenn man die Spiele schaut, sieht man dass sie ein richtiges Fußballteam sind”, so der Dortmunder Meistertrainer auf der Pressekonferenz vor dem Topspiel: “Man wird nicht Tabellenführer, wenn man nur auf Konter spielt. Ich sehe, was ich sehe, und das ist leider sehr gut.”

Klopp über Mourinho und Spurs: “Sehr beeindruckend”

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Neben der Mannschaftsleistung hebt der gebürtige Stuttgarter zudem die Arbeit seinen Kollegen heraus. Was Mourinho “bei Tottenham gemacht” habe, sei “sehr beeindruckend”. Unter “Mou” spiele der Verein aus dem Norden Londons nicht nur gut, er habe sich gar “in eine Ergebnismaschine verwandelt”.

Ein Lob, das der ehemalige Coach von Real Madrid nicht annehmen möchte. “Unsere Phase mit guten Ergebnissen läuft erst ein paar Monate. Eine ‘Ergebnismaschine’ ist viel mehr”, so Mourinho während einer Pressekonferenz und spielt den Ball direkt nach Liverpool zurück: “Eine Ergebnismaschine ist das, was Liverpool seit einigen Jahren ist.”

Beide Teams seien allgemein aber nicht vergleichbar: “Liverpool ist das Ergebnis von – wenn ich mich nicht irre – 1894 Tagen mit Jürgen. Wir dagegen sind die Arbeit von 390 Tagen”, begründet Mourinho und schiebt somit die Favoriten-Rolle clever dem Tabellennachbarn zu.

Mourinho über die Unterschiede zum FC Liverpool

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Mourinho spielt Liverpool-Verletztenliste herunter

Tatsächlich dürften die Reds als leichter Favorit in die Partie gehen. Und das obwohl Liverpool mit Problemen zu kämpfen hat: Klopp bewegt sich bereits seit Wochen personell auf dünnem Eis, die Liste der lädierten Spieler wurde nach der schweren Knieverletzung von Abwehr-Boss Virgil van Dijk immer länger. Für das Duell am 13. Spieltag stehen mit Joe Gomez, James Milner, Thiago, Diogo Jota, Kostas Tsimikas und Xherdan Shaqiri einige weitere prominente Namen nicht zur Verfügung. Zudem gelten Naby Keita und Joel Matip für das Spitzenspiel als fraglich.

Klopps jüngste Beschwerden bezüglich der vielen Verletzten lässt den gewohnt angriffslustigen Mourinho zu einer kleinen Stichelei in Richtung Anfield veranlassen. “Jeder Klub kämpft hin und wieder mit Verletzungen”, relativiert der Tottenham-Coach. Zwar sei mit van Dijk ein “sehr guter Spieler” verletzt, dennoch wäre das Liverpooler Team immer noch mehr als konkurrenzfähig: “Gebt mir Liverpools Verletztenliste und vergleicht sie mit Liverpools bestmöglicher Elf.”

Von leichten Provokationen wie diesen dürfte sich Jürgen Klopp allerdings nicht beirren lassen, schließlich befindet sich das Team des 53-Jährigen trotz der vielen fehlenden Spielern in Kombination mit dem prallen Terminkalender in einer Form, die für Selbstbewusstsein sorgen sollte.

Neben den acht Premier-League-Spielen ohne Niederlage steht Liverpool im Achtelfinale der Champions League und kann bei einem Heimsieg gegen Tottenham (Mittwoch, ab 20:55 Uhr live und exklusiv auf Sky Sport 1 – sichere dir jetzt den Sky X Traumpass und streame den ganzen Sport von Sky & Live TV ab € 10,- / Monat) den Konkurrenten um die Meisterschaft von der Tabellenspitze verdrängen.

Mourinho hat im Gegenzug die Chance, bei Bestehen der Reifeprüfung an der Anfield Road zu beweisen, ob seine Mannschaft tatsächlich bereit für den ganz großen Wurf sein könnte.

(skysport.de // Vincent Heim)

Beitragsbild: Getty Images