Zwischen Kritik und Verehrung: Der „ewige“ Ronaldo jagt die 1000
Die erneute Nominierung des 41-jährigen Cristiano Ronaldo sorgt in Portugal für Unmut. Der für die Heim-WM 2030 anvisierte Neuaufbau muss erstmal warten.
Cristiano Ronaldo putzte sich heraus. Im schicken Anzug und mit frischen blonden Haarsträhnen zog der Superstar die Blicke auf sich – und spielte bei der Verleihung der Portugal Football Globes doch nur eine Nebenrolle. Während Vitinha, Nuno Mendes, Joao Neves sowie Goncalo Ramos nach ihrem Champions-League-Sieg mit PSG als Stars des Jahres ausgezeichnet wurden und der neue Nationaltrainer Jorge Jesus auf der Bühne den Ehrenpreis erhielt, ging Ronaldo ausnahmsweise leer aus.
Dies tut seinem Status in der Nationalmannschaft allerdings keinen Abbruch, dort ist der fünfmalige Gewinner des Ballon d’Or mit 41 Jahren weiter mittendrin. Auch wenn in der Heimat mit Blick auf die Co-Gastgeberrolle bei der WM 2030 vehement ein Neuaufbau samt Verjüngungskur gefordert wird, gehört der „ewige“ Ronaldo in der Nations League mal wieder zum Kader der Seleção. Schließlich pflegt er zum neuen Coach Jesus ein besonderes Verhältnis.
„Vergangenheit ist irrelevant“
Gemeinsam wurde das Duo, das zusammen 113 Jahre alt ist, in der vergangenen Saison mit Al-Nassr saudischer Meister. Man kennt sich und schätzt sich. Doch von einer Bevorzugung will der Trainer nichts wissen. „Die Vergangenheit ist irrelevant“, betonte Jesus. Ronaldo sei „ein Spieler wie jeder andere: Wenn er Leistung bringt, spielt er – wenn nicht, spielt er nicht.“ Es sei nur die aktuelle Form und nicht das Lebenswerk oder gar die persönliche Beziehung ausschlaggebend.
Ronaldo habe „einen besonderen Status, weil seine Karriere anders verlaufen ist – er hat fünfmal den Ballon d’Or gewonnen. Aber spielt das bei meinen Entscheidungen eine Rolle? Nein“, betonte Jesus energisch. Während in der Heimat das Vertrauen in den Altstar schwindet, schauen die Teamkollegen noch immer zu ihm auf. Ronaldo sei „ein Idol“, betonte der erstmals seit November 2024 wieder berufene Dortmunder Fábio Silva: „Ich versuche, von ihm zu lernen.“
Bei der WM war Ronaldo mit Portugal im Achtelfinale am späteren Weltmeister Spanien (0:1) gescheitert, er selbst spielte ein enttäuschendes Turnier. Danach hatte er seine Zukunft in der Seleção offen gelassen und „keine überstürzte Entscheidung“ treffen wollen.
Ronaldo will die 1000 knacken
Darauf angesprochen, ließ Ronaldo am Mittwoch den Zeitpunkt seines letzten Länderspiels erneut offen. „Ich bin nicht mehr in dem Alter, um an die Zukunft zu denken. Für mich ist die Gegenwart das Wichtigste“. Also ist das Idol noch immer dabei – wohl auch um einen letzten Meilenstein in seiner Laufbahn zu erreichen. Ronaldo möchte unbedingt die Marke von 1000 Pflichtspiel-Toren in seiner Karriere knacken.
Derzeit steht er bei 973 Treffern, 827 in seinen Vereinen und 146 in der Nationalmannschaft. Mit zusätzlichen Spielen für Portugal ist die Chance natürlich größer, die magische Marke im gehobenen Alter noch zu erreichen. Die nächste Gelegenheit für die Tormaschine bietet sich am Donnerstag (20.45 Uhr) im Heimspiel gegen Wales, es folgen in dieser Länderspielperiode zwei Duelle mit Norwegen sowie das Gastspiel in Dänemark.
Vielleicht empfiehlt sich Ronaldo dabei ja sogar wieder für künftige Preisverleihungen.
